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Überschwemmungen: Brisbane unter Wasser

Foto: TORSTEN BLACKWOOD/ AFP

Hochwasser in Australien Queensland versinkt im Schlamm

Der australische Staat Queensland steht wegen des Hochwassers vor einem jahrelangen Wiederaufbau. Der Scheitelpunkt der Wassermassen blieb in Brisbane zwar unter der befürchteten Marke, dennoch standen rund 310.000 Häuser unter Wasser.

Brisbane - Die australische Metropole Brisbane ist bei der Jahrhundertflut einer Katastrophe knapp entkommen. In einigen überschwemmten Teilen der Stadt sei jedoch ein langer Wiederaufbau wie nach einem Krieg nötig, sagte die Regierungschefin des Bundesstaats Queensland, Anna Bligh. Nach den schwersten Fluten seit fast vier Jahrzehnten standen in Brisbane rund 310.000 Häuser ganz oder teilweise unter Wasser.

"Ich bin dankbar, dass Mutter Natur nicht so schrecklich war wie sie hätte sein können, aber die Menschen sind heute in unserer Stadt mit unerträglichen Schmerzen aufgewacht", sagte die sichtlich berührte Bligh dem Sender Sky News. Die Fluten hätten eine "unglaubliche Spur der Verwüstung" hinterlassen: In einigen Gegenden seien angesichts der Wassermassen nur noch die Dächer der Häuser zu sehen. "Was ich sehe gleicht vielerorts einer Kriegszone."

Die Flut hatte die drittgrößte Stadt Australiens am Mittwoch erreicht, nachdem sie im Nordosten des Landes bereits zahlreiche Städte und Gemeinden verwüstet hatte. Das Hochwasser traf die Millionenstadt aber weniger stark als befürchtet: Es erreichte seinen Höchststand am Donnerstagmorgen (Ortszeit) bei 4,46 Metern und lag damit rund einen Meter unter der erwarteten Marke, wie das australische Fernsehen berichtete.

Das Zentrum von Brisbane glich auch am heutigen Donnerstag einer Geisterstadt, weil viele Bürohäuser weiterhin geschlossen blieben. Auch die Stromversorgung für 100.000 Menschen in der Region blieb als Vorsichtsmaßnahme unterbrochen. Offiziellen Schätzungen zufolge standen rund 12.000 Häuser unter Wasser, einige bis unters Dach. Rund 19.000 weitere Gebäude wurden teilweise getroffen. Die Polizei absolvierte rund um die Uhr Patrouillen, um Plünderungen zu verhindern.

Queen Elizabeth II. spendet für die Flutopfer

Bligh zufolge mussten 3000 Menschen in der Hauptstadt ihres Bundesstaats in Notunterkünften in der Region untergebracht werden. Mit jedem von ihnen solle persönlich erarbeitet werden, wann eine Rückkehr in das eigene Haus möglich sei. "Für einige von ihnen müssen wir aber eingestehen, dass es Monat um Monat um Monat dauern kann und Übergangsunterkünfte nötig sein werden", ergänzte die Regierungschefin.

Das Hochwasser war am Montag bereits durch Gemeinden westlich von Brisbane geschossen und hatte dort schwere Zerstörungen verursacht. Neuen Angaben zufolge kamen in den vergangenen drei Tagen 15 Menschen ums Leben. In Brisbane ertrank ein 24-jähriger Mann in den Fluten.

Westlich von Brisbane bereitete sich derweil die Kleinstadt Goondiwindi auf das Hochwasser vor. Der dortige Macintyre-Fluss sollte am Freitag in den frühen Morgenstunden seinen höchsten Pegelstand erreichen. In der Ortschaft wurden vorsorglich Krankenhäuser und Altenheime geräumt.

Die britische Königin Elizabeth II., die offiziell Staatsoberhaupt von Australien ist, spendete für die Flutopfer. Die Queen sei dem Spendenaufruf der australischen Behörden gefolgt und habe aus ihrem Privatvermögen gespendet, sagte ein Sprecher des Buckingham-Palasts in London. Wie tief Elizabeth II. in die Tasche griff, wollte der Sprecher auch auf Nachfrage nicht sagen.

sk/afp
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