Sonntag, 26. Januar 2020

Kreditwürdigkeit Fitch stuft Ungarn herab

Ungarisches Parlament: Kredite werden für das Land nun teurer

Die Ratingagentur Fitch senkt den Daumen über Ungarn. Die Agentur vermisst eine einheitliche Finanzpolitik. Im Februar könnte es mit der Kreditwürdigkeit des EU-Staates weiter bergab gehen. Dann hätten ungarische Staatsanleihen Ramschstatus.

Budapest - Wegen Zweifeln an der Finanzkraft von Ungarn hat die Ratingagentur Fitch die Kreditwürdigkeit des EU-Landes herabgestuft. Die Bonitätsnote für Staatsanleihen mit längerer Laufzeit werde von "BBB" auf "BBB-" gesenkt, teilte die Agentur am Donnerstag mit. Der Ausblick sei negativ, wodurch eine weitere Herabstufung auf Ramschniveau droht.

"Die Rücknahme der Rentenreform und das Fehlen einer einheitlichen, mittelfristig angelegten Finanzpolitik untergraben das Vertrauen in eine langfristige Nachhaltigkeit der Staatsfinanzen", hieß es zur Begründung.

Experten hatten mit diesem Schritt gerechnet. "Dieses 'Weihnachtsgeschenk' von Fitch kommt nicht überraschend", sagte Analyst Gyorgy Barta von der CIB Bank. Im Februar drohe eine weitere Herbstufung, wenn die Regierung ihr Sparpaket veröffentlichen will. "Sollte das Paket enttäuschen und nur einige kosmetische Korrekturen anstatt grundlegender Reformen enthalten, ist eine Herabstufung auf Ramschniveau definitiv möglich", sagte Barta.

Der Forint verlor nach der Herabstufung gegenüber dem Euro zwischenzeitlich knapp ein Prozent an Wert. Am Nachmittag kostete ein Euro 277 Forint.

mak/rtr

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