Berufung Schweden protestiert gegen Assange-Entlassung

Der Gründer der Enthüllungswebsite Wikileaks, Julian Assange, kommt unter Auflagen auf Kaution frei. Doch damit will sich Schweden nicht zufriedengeben: Die schwedische Justiz will Berufung gegen die Freilassung einlegen.
Verhaftet: Wikileaks-Gründer Julian Assange sitzt in London vorläufig fest

Verhaftet: Wikileaks-Gründer Julian Assange sitzt in London vorläufig fest

Foto: ANDREW WINNING/ REUTERS

London - Die schwedische Justiz will Berufung gegen die Freilassung von Wikileaks-Gründer Julian Assange einlegen. Das bestätigte ein Londoner Gericht am Dienstag. Über diese Entscheidung hatte es zuvor Konfusion gegeben. Die BBC hatte zuvor unter Berufung auf den Anwalt von Assange berichtet, die schwedischen Behörden verzichteten auf eine Berufung. Dies wurde wenig später korrigiert.

Ein Londoner Gericht hatte am Dienstag der Freilassung Assanges nach einer Woche Haft gegen die Zahlung von Sicherheitsleistungen in Höhe von insgesamt 240.000 Pfund zugestimmt. Außerdem wurden Auflagen wie das Tragen einer elektronischen Fußfessel erlassen.

Die schwedischen Strafverfolgungsbehörden verdächtigen Assange, zwei Frauen sexuell missbraucht zu haben. Der Internet-Aktivist wird in Großbritannien auf der Grundlage eines in Schweden ausgestellten, EU-weiten Haftbefehls festgehalten.

Ungeachtet des zunehmenden Drucks setzte Wikileaks aber auch am Dienstag die Veröffentlichung von US-Depeschen fort. Die Plattform hatte am 28. November mit der Veröffentlichung von mehr als 250.000 US-Depeschen begonnen, in denen Diplomaten dem Außenministerium in Washington etwa Einschätzungen über ihre Gastländer mitteilten oder über geheime Verhandlungen berichteten.

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