Friedensnobelpreis Ein leerer Stuhl für Liu Xiaobo

Wenn am heutigen Freitag in Oslo der Friedensnobelpreis verliehen wird, bleibt der Platz des Preisträgers Liu Xiaobo leer. Die chinesischen Behörden haben Lius Anhänger und auch seine Ehefrau Liu Xia unter Hausarrest gestellt, damit niemand den Preis für ihn entgegennehmen kann. Liu verbüßt zurzeit eine elfjährige Haftstrafe und darf nicht ausreisen.
Liu Xiaobo: Der in China inhaftierte Dissident erhält heute den Friedensnobelpreis. Die Führung in Peking hat auch seine Anhänger und seine Ehefrau unter Hausarrest gestellt

Liu Xiaobo: Der in China inhaftierte Dissident erhält heute den Friedensnobelpreis. Die Führung in Peking hat auch seine Anhänger und seine Ehefrau unter Hausarrest gestellt

Foto: TOBY MELVILLE/ REUTERS

Oslo - Der Sekretär des Nobelkomitees, Geir Lundestad, erklärte, der leere Stuhl symbolisiere, wofür Liu den Preis erhalte. Es ist das erste Mal seit 1936, als Nazi-Deutschland Carl von Ossietzky eine Reise zur Entgegennahme des Preises verweigerte, dass der Friedensnobelpreis nicht übergeben werden kann.

Die chinesische Polizei umstellte am Donnerstag Lius Haus in Peking. Die Beamten kontrollierten die Ausweise von allen, die die Wohnanlage betreten wollten. In der norwegischen Hauptstadt Oslo kam es am Donnerstagabend zu antichinesischen Protesten.

Etwa 100 Demonstranten zogen in Richtung der chinesischen Botschaft und forderten die Freilassung des Regierungskritikers. Sie wollten in der Botschaft eine Petition mit über 100.000 Überschriften für Liu überreichen, wurden von der Polizei aber vor dem Botschaftsgelände abgedrängt.

China drängt Länder, der Zeremonie fern zu bleiben

Die chinesischen Behörden haben außerdem Druck auf ausländische Diplomaten ausgeübt, nicht an der Zeremonie in Oslo teilzunehmen. China und 18 Länder haben eine Teilnahme abgelehnt, darunter Russland, Pakistan, der Iran, Venezuela und Kuba.

Am Vorabend der Verleihung des Friedensnobelpreises an den chinesischen Dissidenten Liu Xiaobo ist es in der norwegischen Hauptstadt zu antichinesischen Protesten gekommen. Etwa 100 Demonstranten zogen in Richtung der chinesischen Botschaft und forderten die Freilassung des Regierungskritikers. Sie wollten in der Botschaft eine Petition mit über 100.000 Überschriften für Liu überreichen, wurden von der Polizei aber vor dem Botschaftsgelände abgedrängt.

la/apd
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