Montag, 14. Oktober 2019

Auslandsnachfrage Exportschlager deutsche Autos

Verschifft in die Welt: Autos aus rheinischer Produktion

Deutschlands Außenhandel erholt sich zusehends von dem Einbruch im Vorjahr. Mit Plus 17 Prozent im ersten Halbjahr ist das Vorjahresminus jedoch noch nicht wieder ausgeglichen. Besonders viele Orders aus dem Ausland verbuchte die hiesige Autoindustrie.

Wiesbaden - Keine andere deutsche Branche hat vom weltweiten Aufschwung so stark profitiert wie die Autoindustrie. Die Ausfuhren von Kraftwagen und Fahrzeugteilen stiegen im ersten Halbjahr 2010 um 40,8 Prozent auf 76,9 Milliarden Euro, teilte das Statistische Bundesamt am Freitag mit. Sie wuchsen damit mehr als doppelt so schnell wie die Exporte insgesamt, die um 17,1 Prozent zulegten. Allerdings hatten Volkswagen Börsen-Chart zeigen, Daimler Börsen-Chart zeigen, BMW Börsen-Chart zeigen & Co auch besonders stark unter der globalen Rezession gelitten: In der ersten Hälfte des Krisenjahres 2009 waren ihre Ausfuhren um 40,9 Prozent eingebrochen.

Angeführt vom Automobilsektor haben alle wichtigen deutschen Industriebranchen vom Exportboom im ersten Halbjahr 2010 profitiert. Insgesamt stiegen die Ausfuhren auf Jahressicht um 17,1 Prozent auf 458,3 Milliarden Euro. Damit hat sich der deutsche Außenhandel kräftig von dem Einbruch in der Wirtschaftskrise erholt, die Verluste aber noch nicht wieder aufgeholt.

Von Januar bis Juni 2009 hatten die Ausfuhren um insgesamt 23,5 Prozent auf 391,2 Milliarden Euro abgenommen - nach 511,2 Milliarden Euro im ersten Halbjahr 2008.

Deutlich zulegen konnten beispielsweise auch die Ausfuhr von Chemieerzeugnissen (plus 24,9 Prozent auf 44,5 Milliarden Euro). Hingegen entwickelte sich die Ausfuhr von Maschinen mit einem Wachstum von 6,8 Prozent auf 64,7 Milliarden Euro schwächer als die deutschen Ausfuhren insgesamt.

Ein deutlicher Schub war auch auf der Einfuhrseite zu verzeichnen. Die Importe nach Deutschland stiegen im ersten Halbjahr um 15,0 Prozent auf 383,6 Milliarden Euro. Damit entwickelt sich die Bundesrepublik auch für die deutschen Handelspartner als Stütze der eigenen wirtschaftlichen Erholung.

kst/reuters/afp

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