Samstag, 19. Oktober 2019

ZEW Wachstumstempo nicht zu halten

Skepsis wächst: In Deutschland läuft die Konjunktur wieder rund. Doch Finanzprofis befürchten Störfeuer aus den USA

Trotz des Konjunkturfrühlings in Deutschland schauen Börsenprofis skeptisch in die Zukunft. Das ZEW-Konjunkturbarometer ist das vierte Mal in Folge gesunken. Ein Zeichen, dass "das enorme Wachstum des zweiten Quartals nicht aufrecht erhalten werden kann", sagte ZEW-Präsident Wolfgang Franz.

Mannheim - Das ZEW-Barometer für die Aussichten in den kommenden sechs Monaten sank im August überraschend deutlich auf 14 Punkte von 21,2 Zählern im Vormonat, teilte das Mannheimer Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) am Dienstag mit. Es war der vierte Rückgang in Folge.

Das Barometer notiert zudem so niedrig wie seit April 2009 nicht mehr. Von Reuters befragte Analysten hatten im Mittel mit einem leichten Rückgang auf 21,0 Punkte gerechnet.

"Der Rückgang des Indikators deutet nun darauf hin, dass das enorme Wachstum des zweiten Quartals nicht aufrecht erhalten werden kann", sagte der Wirtschaftsweise und ZEW-Präsident Wolfgang Franz. "Auf Grund der deutschen Exportabhängigkeit geht das größte Risiko für die Konjunktur von einer schwachen wirtschaftlichen Entwicklung wichtiger Außenhandelspartner, wie etwa den anderen Euroländern und den USA, aus."

Die Lage bewerteten die Investoren und Analysten dagegen wie in den vergangenen 15 Monaten besser. Dieses Barometer kletterte um 29,7 auf 44,3 Punkte. Experten hatten hier einen Anstieg auf 23 Zähler vorausgesagt.

Im Frühjahrsquartal hatte die deutsche Wirtschaft überraschend kräftig zugelegt: Das Wachstum von 2,2 Prozent zum Winter war das stärkste seit rund zwei Jahrzehnten. Ökonomen rechnen nun für das Gesamtjahr 2010 mit einem Anstieg der Wirtschaftsleistung von drei Prozent und mehr. Als unstrittig unter Experten gilt allerdings, dass sich die Konjunkturdynamik mit Auslaufen der weltweiten Staatshilfen abkühlt. Das dürfte auch die exportlastige deutsche Wirtschaft zu spüren bekommen.

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la/reuters

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