SPD-Chef Gabriel "Löhne müssen wegen Aufschwung steigen"

SPD-Chef Sigmar Gabriel macht sich angesichts der sich rasant erholenden Wirtschaft für deutliche Lohnerhöhungen stark. Zudem müssten befristete Arbeitsverhältnisse zurückgedrängt werden. Bei führenden Wirtschaftsvertretern schrillen die Alarmglocken.
Aufschwung nutzen: SPD-Chef Gabriel setzt sich für steigende Löhne ein

Aufschwung nutzen: SPD-Chef Gabriel setzt sich für steigende Löhne ein

Foto: Soeren Stache/ dpa

Berlin - SPD-Chef Sigmar Gabriel hat dafür plädiert, den unerwartet starken Wirtschaftsaufschwung für eine sozialere Politik in Deutschland zu nutzen. "Wenn jetzt der Aufschwung kommt, darf es nicht nur ein Aufschwung für Boni bei Managergehältern sein, sondern ein Aufschwung für alle", sagte Gabriel am Sonntag im ZDF.

Für ihn bedeute das, dass nun wieder angemessene Lohnsteigerungen möglich sein müssten. Führende Wirtschaftsvertreter hatten dagegen am Wochenende vor einer Aufgabe der Lohnzurückhaltung gewarnt.

Die Ausbreitung befristeter Arbeitsverhältnisse, Billigjobs und des Niedriglohnsektors müsse gestoppt werden, verlangte Gabriel. Deutschland müsse insgesamt mehr für seine Binnennachfrage tun und dürfe sich nicht nur auf den Export verlassen. Gabriel erneuerte darüber hinaus seine Forderung, wieder die Vermögenssteuer zu erheben. Der SPD-Chef warnte davor, den Aufschwung zu unkritisch zu sehen: "Ich glaube nicht, dass man sagen kann, wir sind durch und die Gefahren sind gebannt."

Man habe auch noch nicht ausreichend aus der Wirtschafts- und Finanzkrise gelernt. Schaue man sich die Entwicklung am Arbeitsmarkt an, so stelle man beispielsweise fest, dass 50 Prozent der Berufsanfänger in befristeten Arbeitsverhältnissen mit schlechten Löhnen ständen.

nis/rtr
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