Donnerstag, 22. August 2019

Griechisches Sparprogramm Einzelhandel im Insolvenzfieber

Athen: Jedes vierte Geschäft an der Stadiou Straße musste aufgeben

Galoppierende Schwindsucht im griechischen Einzelhandel: Im Großraum Athen mussten in den vergangenen zehn Monaten 17 Prozent der Geschäfte schließen. Wichtigster Grund für die Entwicklung ist das Sparprogramm, mit dem das Land aus der Schuldenkrise kommen will.

Athen - Die griechische Schuldenkrise und das harte Sparprogramm zur Rettung des Landes vom Bankrott haben erste schwerwiegende Konsequenzen für den Handel: Im Großraum Athen sind in den vergangenen zehn Monaten 17 Prozent der Geschäfte geschlossen worden. Noch schlimmer ist die Situation im Zentrum der Stadt. Entlang einer der wichtigsten Einkaufsstraße - der Stadiou Straße - ist sogar jedes vierte Geschäft zu. Dies berichtete am Sonntag die griechische Presse unter Berufung auf eine Studie des Verbandes der Händler Griechenlands (ESEE).

Stark zurückgegangen sei auch der Konsum. Die Griechen kauften bislang dieses Jahr etwa 20 Prozent weniger Schuhe als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Auch die Käufe von Kleidung ging um 19,6 Prozent zurück. Im Bereich Haushaltsgeräte ging der Konsum um etwa zehn Prozent zurück, hieß es im Bericht weiter.

Grund für den Rückgang des Konsums seien die wiederholte Erhöhung der indirekten Steuern auf Tabak, Spirituosen und Alkohol, die Erhöhung der Mehrwertsteuern von 19 auf 23 Prozent sowie die Kürzungen der Gehälter, der Pensionen und Renten um fast 20 Prozent, bilanzierte der Händlerverband von Athen. Nach einer Studie der Generalgewerkschaft des Privaten Sektors (GSEE) wird das Einkommen der Griechen bald auf das Niveau von 1984 zurückfallen.

mak/dpa

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