Dienstag, 28. Januar 2020

EU-Gipfel Banken müssen Stresstest-Ergebnisse offenlegen

Bankenviertel in Frankfurt: Die Institute müssen zeigen, ob sie krisenfest sind

Die EU-Staaten werden noch im Juli die Ergebnisse der Stresstests ihrer Großbanken veröffentlichen. 25 Institute waren überprüft worden, ob sie eine weitere Krise überstehen. Damit wollen die Staats- und Regierungschefs die jüngsten Spekulationen an den Märkten eindämmen. Außerdem sollen sich die Geldinstitute in Form einer Bankenabgabe an den Krisenkosten beteiligen.

Brüssel - Die EU werde bis Ende Juli offenlegen, wie krisensicher die europäischen Großbanken sind. Das sagte der ständige EU-Ratspräsident Herman Van Rompuy am Donnerstag in Brüssel nach Abschluss des EU-Gipfels.

25 europäische Großbanken waren sogenannten Stresstests unterzogen worden. Dabei wird berechnet, ob eine Bank beispielsweise die Pleite einer Großbank wie Lehman Brothers überleben kann. Der Untergang von Lehman Brothers im September 2008 hat die schlimmste Wirtschaftskrise seit dem Zweiten Weltkrieg ausgelöst. Nun müssen die europäischen Banken diese bislang internen Stresstest-Ergebnisse bekanntgeben.

Die Staats- und Regierungschefs wollen mit der Veröffentlichung der Ergebnisse die Spekulation an den Finanzmärkten eindämmen. Derzeit spekulieren die Märkte gegen Spanien, weil es dem dortigen Bankensektor offensichtlich nach der geplatzten Immobilienblase schlecht geht.

Bankenabgabe geplant

Als Konsequenz aus der Krise will die EU außerdem Banken mit einer Abgabe für die Folgen der weltweiten Finanzkrise zur Kasse bitten. Darauf einigte sich die Gipfelrunde, wie spanische Diplomaten sagten.

Viele Institute mussten mit Milliardensummen von den Staaten gerettet werden. Bislang mussten die Steuerzahler dafür aufkommen - für die nächste Krise sollen die Banken vorsorgen.

Die Europäer wollen sich auch beim Treffen der mächtigsten Wirtschaftsnationen der Welt (G20) nächste Woche in Kanada für eine globale Bankenabgabe einsetzen. Im Kreis der G20 ist das Vorhaben aber ausgesprochen umstritten, unter anderem sind Kanada, Australien und Brasilien dagegen.

la/dpa

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