Staatsanleihen Sorgen um Spanien nehmen zu

Das Risiko einer Staatspleite Spaniens nimmt aus Sicht von Investoren zu. Der Anleihen des EU-Mitglieds sinken deutlich in ihrer Gunst. Die Regierung bekennt sich zu ihrem Sparprogramm. Die EU-Kommission sieht sich genötigt, Berichte über eine bevorstehende Rettungsaktion zurückzuweisen.
Druck im Kessel: In Spanien demonstrieren Gewerkschafter gegen das Sparprogramm der Regierung

Druck im Kessel: In Spanien demonstrieren Gewerkschafter gegen das Sparprogramm der Regierung

Foto: DOMINIQUE FAGET/ AFP

Frankfurt am Main - Der von Investoren geforderte Risikoaufschlag für spanische Anleihen war am Mittwoch so hoch wie noch nie seit Einführung des Euro. Der Spread zu deutschen Bundesanleihen stieg dem Datenanbieter Tradeweb zufolge um zwölf auf 223 Basispunkte.

An den Märkten wird seit über einer Woche darüber spekuliert, ob Spanien womöglich Hilfen aus dem vereinbarten Rettungspaket anfragen wird. Das südeuropäische Land selber hat entsprechende Absichten dementiert. Auch die EU-Kommission wies einen Medienbericht zurück, wonach sie zusammen mit dem Internationalen Währungsfonds (IWF) und den USA einen Notfallplan für Spanien vorbereite.

"Auch wenn die Politiker die Presseberichte dementieren, fragen sich Investoren dennoch, wie man mit dem spanischen Schuldenproblem umgehen wird und wie es um die Bonität des Landes bestellt ist", sagte ein Rentenhändler in London. Auch die Risikoaufschläge für portugiesische und italienische Anleihen zogen weiter an.

Die spanische Regierung kann die Sparvorgaben der EU zur Eindämmung des Haushaltdefizit nach eigener Einschätzung für 2011 erfüllen. Die Ausgabenobergrenze im Etat ermögliche Einsparungen von einem Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP), sagte Wirtschaftsministerin Elena Salgado nach Berichten spanischer Medien vom Mittwoch.

Zusätzliche 0,75 Prozent kämen durch Einschnitte bei den regionalen und kommunalen Haushalten sowie möglicherweise durch Steuererhöhungen zusammen. Das Defizit für 2011 könne auf 6,0 Prozent des Haushalts zurückgefahren werden.

Fünf der zusätzlich einzusparenden acht Milliarden Euro schulterten die Regionen, sagte sie. Die restlichen drei Milliarden Euro verteilten sich auf die Kommunen, Steuererhöhungen auf hohe Einkommen und zusätzliche Ausgabenkürzungen der Zentralregierung. Spanien hatte die Ausgaben für 2011 bereits um 11 Milliarden Euro reduziert.

Die spanische Regierung hatte in Brüssel zugesagt, die Neuverschuldung von 11,2 Prozent des BIP im Jahr 2009 bis 2013 auf den zulässigen Höchstwert von 3,0 Prozent zu senken.

nis/rtr/dpa-afx