Köhler-Nachfolge Wulff und Gauck auf Werbetour

Zwei Wochen vor der Bundespräsidentenwahl kommt Tempo ins Rennen um das höchste Staatsamt. Christian Wulff hat bei den Berliner Koalitionsfraktionen für sich Reklame gemacht, Joachim Gauck startete eine Vorstellungsrunde durch die Landesparlamente.
Letzter Amtstag: Horst Köhler wird als Bundespräsident offiziell verabschiedet

Letzter Amtstag: Horst Köhler wird als Bundespräsident offiziell verabschiedet

Foto: Wolfgang Kumm/ dpa

Berlin - Horst Köhler verabschiedet sich am Dienstag offiziell aus seinem Amt. Zwei Wochen nach seinem Rücktritt sollte der frühere Bundespräsident am späten Abend von der Bundeswehr mit einem Großen Zapfenstreich geehrt werden. Als Gäste bei der Zeremonie im Park des Berliner Schlosses Bellevue wurden unter anderem Kanzlerin Angela Merkel (CDU), Vizekanzler Guido Westerwelle (FDP) und Bundestagspräsident Norbert Lammert (CDU) erwartet.

Am gleichen Tag hat sich der Kandidat von Union und FDP, Christian Wulff, offiziell in den Koalitionsfraktionen vorgestellt. Während die Unionsfraktion die Ansprache des Kandidaten sofort mit großem Beifall quittierte, kam es in der FDP-Fraktion zu einer längeren Debatte über die deutsche Einheit, die vor allem von ostdeutschen Parlamentariern bestritten wurde. Aus ihren Reihen war zuletzt mehrfach Sympathie für Gauck bekundet worden.

Der rot-grüne Kandidat für das Amt des Bundespräsidenten, Joachim Gauck, hat eine Vorstellungsrunde durch die Landesparlamente begonnen. Er stellte sich am Dienstag im Brandenburger Landtag in Potsdam den Fragen der Abgeordneten. Gauck war von SPD und Grünen eingeladen worden, die den früheren Bundesbeauftragten für die Stasi-Unterlagen als Staatsoberhaupt vorschlagen. Zu der Veranstaltung kamen aber auch viele Parlamentarier von FDP und Linkspartei. Der Brandenburger Landtag entsendet 20 Mitglieder in die Bundesversammlung, die am 30. Juni einen Nachfolger für den zurückgetretenen Horst Köhler wählen soll. In dem Gremium haben CDU, CSU und FDP eine deutliche Mehrheit.

kst/ap/reuters