Handel, Jobs, Investitionen Warum uns die US-Wahl nicht egal sein kann

Die deutsche Wirtschaft hat den Wahlkampf in den USA mit besonders großem Interesse verfolgt. Kein Wunder, sind die Vereinigten Staaten doch der größte Auslandskunde.
Spezielles Verhältnis: Obama, Merkel während des G7 Gipfels in Elmau 2015

Spezielles Verhältnis: Obama, Merkel während des G7 Gipfels in Elmau 2015

Foto: Michael Kappeler / REUTERS

HANDEL: Seit 2015 sind die USA der wichtigste Exportkunde der deutschen Unternehmen, nachdem über mehr als sechs Jahrzehnte Frankreich diese Position innehielt. Waren im Wert von rund 114 Milliarden Euro wurden dorthin verkauft - vor allem Fahrzeuge, Maschinen und chemische Produkte. Das entspricht einem Anteil von etwa zehn Prozent an den gesamten Ausfuhren. Umgekehrt importierte Deutschland Waren im Wert von knapp 60 Milliarden Euro aus den USA, was sechs Prozent aller deutschen Einfuhren entspricht.

JOBS: Mehr als eine Million Jobs in Deutschland hängen direkt oder indirekt von den Exporten in die USA ab. Weitere 630.000 Arbeitsplätze gibt es in Betrieben, die von US-Firmen kontrolliert werden. Allein McDonald's  zählt in Deutschland etwa 58.000 Mitarbeiter, der Personaldienstleister Manpower 27.000, die Ford-Werke gut 25.000 und Adam Opel etwa 18.000 Mitarbeiter.

Umgekehrt schaffen deutsche Unternehmen in den USA ebenfalls Hunderttausende Jobs. Größter deutscher Arbeitgeber ist dort die Deutsche-Post-Tochter DHL mit rund 77.000 Beschäftigten, gefolgt von Siemens  (70.000), dem Autozulieferer ZF (62.000) und Volkswagen  (60.000).

INVESTITIONEN: Die deutschen Unternehmen haben mehr als 271 Milliarden Euro an Direktinvestitionen in den USA investiert - etwa in Fabriken und Immobilien. Mehr als 3700 Unternehmen sind in den Vereinigten Staaten tätig. Allein die 50 größten deutschen Firmen dort kommen auf einen Jahresumsatz von 400 Milliarden Dollar.

Auch US-Unternehmen haben Milliarden in Deutschland investiert: Der Bestand summiert sich auf rund 27 Milliarden Euro. Allein 2015 wurden 252 neue Projekte hierzulande von US-Firmen gestartet, von Neuansiedlungen auf der grünen Wiese über Erweiterungen bis hin zu Standortwechseln. Nur chinesische Unternehmen waren mit 260 Projekten noch aktiver. Allein die 50 größten US-Unternehmen kommen in Deutschland auf einen Jahresumsatz von rund 170 Milliarden Euro.

la/dpa/reuters
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