Hellas vor dem Staatsbankrott Griechenlands Finanzminister setzt Troika vor die Tür

Sie wollen Geld, aber keine Ratschläge: Griechenland werde nicht mehr mit der Troika aus EU-Kommission, EZB und IWF zusammenarbeiten, sagt Finanzminister Yanis Varoufakis. Damit steuert Griechenland auf die Pleite zu - die Börse in Athen bricht weiter ein.
Leere Taschen, lautes Gepolter: Griechenlands Finanzminister Yanis Varoufakis (rechts, neben Eurogruppen-Chef Eurogroup Dijsselbloem) hält nichts vom Sparen - die erste Amtswoche von Syriza hat Griechenland weiter Richtung Staatsbankrott getrieben

Leere Taschen, lautes Gepolter: Griechenlands Finanzminister Yanis Varoufakis (rechts, neben Eurogruppen-Chef Eurogroup Dijsselbloem) hält nichts vom Sparen - die erste Amtswoche von Syriza hat Griechenland weiter Richtung Staatsbankrott getrieben

Foto: AFP

Athen - Man habe den Wählern versprochen, die Zusammenarbeit mit EU-Kommission, Europäischer Zentralbank (EZB) und Internationalem Währungsfonds (IWF) zu beenden, weil man die Sparauflagen ablehne, sagte Varoufakis am Freitag nach einem Treffen mit Euro-Gruppenchef Jeroen Dijsselbloem in Athen. "Unsere erste Handlung als Regierung kann nicht sein, dass wir diese Position wieder aufgeben, indem wir eine Verlängerung des Programms verlangen."

Das Geld der EU-Nachbarn soll unterdessen sehr wohl weiterhin nach Griechenland fließen: Varoufakis versicherte, dass Athen "Reformen umsetzen" wolle, um die griechische Wirtschaft wieder wettbewerbsfähiger zu machen und einen ausgeglichenen Haushalt anstrebe. Nur werde man keine Deflation und nicht tragbare Schulden hinnehmen.

In der ersten Amtswoche hat Syriza vor allem mit dem weiteren Aufblähen des Beamtenapparats sowie einem Privatisierungsstopp auf sich aufmerksam gemacht. Wie sich diese Schritte mit dem Ziel eines ausgeglichenen Haushalts vertragen, bleibt das Geheimnis von Tsipras und Varoufakis.

Dijsselbloem sagte, er habe die neue Regierung vor einseitigen Schritte gewarnt und sie aufgefordert, sich an die bestehenden Vereinbarungen zu halten. Man werde vor dem Ende Februar auslaufenden Hilfsprogramm entscheiden, wie weiter verfahren werden solle. Weitere europäische Hilfe sei davon abhängig, dass Griechenland seine Verpflichtungen einhalte.

Anleger an den europäischen Börsen nahmen die Aussagen aus Athen gelassen zur Kenntnis. Ein Abschied der Griechen aus der Euro-Zone ist kein Problem mehr - jedenfalls nicht für die Euro-Zone. Der Leitindex am Aktienmarkt in Athen sackte dagegen nach der gemeinsamen Pressekonferenz beider Politiker weiter ab und hat innerhalb der ersten Amtswoche von Syriza rund 20 Prozent an Wert eingebüßt.

la/dpa/reuters
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