Warnung vor UN-Sicherheitsrat Blinken: Moskau plant Kriegsvorwand für Einmarsch in Ukraine

US-Außenminister Antony Blinken klagt Russland vor dem Sicherheitsrat der Vereinten Nationen mit scharfen Worten an. Als mögliche Vorwände nennt er auch einen vermeintlichen Terroranschlag. Russland weist die Vorwürfe zurück.
Antony Blinken: Vor dem UN-Sicherheitsreit klagt der US-Außenminister Russland an, einen Vorwand für einen Einmarsch in die Ukraine zu suchen.

Antony Blinken: Vor dem UN-Sicherheitsreit klagt der US-Außenminister Russland an, einen Vorwand für einen Einmarsch in die Ukraine zu suchen.

Foto: Richard Drew / dpa

Russland plant nach Angaben von US-Außenminister Antony Blinken, durch einen Vorwand einen Grund für den Einmarsch in die Ukraine zu schaffen. "Dies könnte ein gewaltsames Ereignis sein, das Russland gegen die Ukraine vorbringen wird, oder eine unerhörte Anschuldigung, die Russland gegen die ukrainische Regierung erheben wird", sagte Blinken am Donnerstag bei einer kurzfristig angekündigten Rede vor dem Sicherheitsrat der Vereinten Nationen in New York. Möglich seien ein vermeintlicher Terroranschlag in Russland, die "erfundene Entdeckung eines Massengrabes" und Vorwürfe eines Völkermordes, ein inszenierter Drohnenangriff auf Zivilisten oder ein vorgetäuschter oder echter Angriff mit Chemiewaffen.

Blinken zufolge erwarteten die USA danach die offizielle russische Entscheidung, russische Bürger oder jene russischer Herkunft in der Ukraine schützen zu müssen und mit einem Angriff zu beginnen. "Russische Raketen und Bomben werden über der Ukraine abgeworfen", sagte Blinken. Die Kommunikation im ganzen Land würde gestört und Cyber-Angriffe sollten wichtige Institutionen in der Ukraine lahmlegen. Am Boden würden Panzer und Soldaten im Land vorrücken - auch auf die Hauptstadt Kiew.

Russland hat nach wie vor viele Truppen zusammengezogen, bestreitet aber den Vorwurf einer geplanten Invasion des Nachbarlandes.

Im Sicherheitsrat stand am Donnerstag das jährliche Briefing zur Umsetzung der Minsker Abkommen, einem Friedensplan für die Region um die Städte Luhansk und Donezk, auf dem Plan. Auch ein Vertreter Deutschlands sollte dort sprechen.

dri/reuters
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