Posten in der Ampelkoalition Vorteil Özdemir - Grüne beenden Ministerpoker

Nach der FDP haben nun auch die Grünen entschieden, wer aus der Partei welchen Ministerposten in der künftigen Ampel-Regierung bekommen soll. Gewinner ist Ex-Parteichef Cem Özdemir, wie der Überblick zum Ampelpersonal zeigt.
Künftig gemeinsam am Kabinettstisch: Die Grünen Robert Habeck und Cem Özdemir

Künftig gemeinsam am Kabinettstisch: Die Grünen Robert Habeck und Cem Özdemir

Foto: Kay Nietfeld / dpa

In einem Machtkampf bei den Grünen um die Ministerposten in der Bundesregierung hat sich der frühere Parteichef Cem Özdemir gegen Fraktionschef Anton Hofreiter durchgesetzt. Der Bundesvorstand beschloss nach Angaben von Bundesgeschäftsführer Michael Kellner am Donnerstag einstimmig das Personaltableau, wonach Özdemir Landwirtschaftsminister werden soll. Damit gehen die Fraktionsvorsitzenden Hofreiter und Katrin Göring-Eckardt leer aus.

Da der Realpolitiker Özdemir mit Unterstützung der Parteivorsitzenden Annalena Baerbock und Robert Habeck den Parteilinken Hofreiter verdrängte, wurde für das Familienministerium mit der bundesweit weithin unbekannten Rheinland-Pfälzerin Anne Spiegel eine Parteilinke benannt. Baerbock soll erste Außenministerin Deutschlands werden, Habeck Minister für Wirtschaft und Klimaschutz sowie Vizekanzler.

Nur einen Tag nach Vorstellung des Koalitionsvertrages mit SPD und FDP war bei den Grünen ein Kampf um die Ministerposten entbrannt. Für die Parteivorsitzenden Baerbock und Habeck missriet damit der Start in die Urabstimmung der rund 125.000 Mitglieder, die in den kommenden zehn Tagen dem Koalitionsvertrag und dem Personaltableau zustimmen sollen. Die Grünen-Parteiführung äußerte sich zu den Vorgängen hinter den Kulissen nicht, musste aber die ursprünglich für Donnerstagnachmittag angekündigte Bekanntgabe der Ministerliste verschieben. Am Abend werde der Parteirat beraten, hatte Habeck gesagt: "Morgen früh werden dann auch die Namen hinter den verhandelten Ministerien dort auftauchen."

Fotostrecke

Das Ampelkabinett

Foto: Kay Nietfeld / dpa

Die Grünen besetzen fünf Ministerposten und das Amt der Staatsministerin für Medien und Kultur im Kanzleramt. Mit der früheren Bundesgeschäftsführerin Steffi Lemke aus Sachsen-Anhalt als Umweltministerin und Ex-Parteichefin Claudia Roth als Staatsministerin sind zwei weitere Parteilinke vertreten. Damit würden die Flügel der Realpolitiker und der Linken gleichermaßen in der Sechser-Aufstellung berücksichtigt. Im Gespräch ist, Göring-Eckardt nun das Amt der Vizepräsidentin des Bundestages anzubieten, das bisher Roth innehat.

Damit fehlen für das künftige Kabinett nur noch die Personalien der SPD. Olaf Scholz folgt auf Angela Merkel im Kanzleramt. Das ist gewiss, nachdem sich SPD, Grüne und FDP auf einen Koalitionsvertrag geeinigt haben. Teil der Vereinbarung mit dem Titel "Mehr Fortschritt wagen" ist, welche Partei welches Ministerium übernimmt.

Als stärkste Partei stellen die Sozialdemokraten die meisten künftigen Kabinettsmitglieder, die Grünen bekommen einen Ministerposten mehr als die FDP:

Aber wer übernimmt die Posten? Bei der SPD ist nach wie vor weitgehend offen, wer sich künftig Minister oder Ministerin nennen darf, wirklich festgelegt hat sich neben den Grünen bisher nur die FDP.

Die Fotostrecke zeigt die gesetzten Kandidatinnen und Kandidaten, mögliche künftige Kabinettsmitglieder und die Wackelkandidaten.

Fotostrecke

Das Ampelkabinett

Foto: Kay Nietfeld / dpa
Reuters, Benjamin Schultz und Philipp Wittrock, Der Spiegel
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.