EADS "Die Kunden wollen kein Monopol"

Manfred Bischoff, Chairman von EADS, fordert im Gespräch mit manager magazin TV in der China-Waffenembargo-Frage eine einvernehmliche politische Lösung zwischen Europa und den USA und sagte, wie die Flugzeugtochter Airbus die Führung gegen Boeing verteidigen kann.
Von Matthias Ziemann

Hamburg - Im Konflikt um das Waffenembargo gegen China fordert EADS-Chairman Manfred Bischoff von der Politik, eine einvernehmliche Lösung zwischen Europa und den USA zu finden. "Wir haben uns in unserem Tun nach dem Primat der Politik zu richten. Daher wäre es nicht richtig, dass wir anfangen, politische Entscheidungen treffen zu wollen", sagt Manfred Bischoff im Interview mit manager magazin TV.

Da der von EADS  in den USA erzielte Umsatz beträchtlich größer sei als der bisher im China-Geschäft realisierte, wolle er die geschäftlichen Chancen in den USA keinesfalls aufs Spiel setzen.

"Insofern liegt es uns sehr am Herzen, dass hier eine Lösung gefunden wird in Übereinstimmung zwischen Europa und den USA", betont der Aufsichtsratschef von EADS.

Und Bischoff fügt hinzu: "Mir scheint, dass zumindest die Regierungen auf keinem ganz schlechten Wege sind im Unterschied zu den Parlamenten, insbesondere in den USA, wo sehr viele Emotionen mit im Spiel sind." Besonders die gegenüber Taiwan ausgesprochenen Drohungen der Chinesen hätten diese Emotionen in den USA und auch in Japan geweckt.

"Wir liegen über Plan": Airbus-Chef Noel Forgeard über die Zahl der Kaufverträge für das größte Passagierflugzeug der Welt

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Neuer Lack zum noch ausstehenden Jungfernflug: Zur feierlichen Premiere wird der A380 mit einem neuen Logo auf der Heckflosse nur gerollt

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Ein guter Grund zum Umbau von Landeplätzen: Auf Flughäfen weltweit finden derzeit Umbauten statt, um dem Giganten-Flugzeug Platz zum Landen zu verschaffen

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DaimlerChrysler profitiert: Mit einer Beteiligung von 30 Prozent zählt der Autokonzern zu den größten Anteilseignern an der Airbus-Mutter EADS, die mit dem A380 Renommee gewinnt und nach drei Jahren in die Gewinnzone steuern will

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Tank-Rekord: 310.000 Liter Treibstoff füllt der A380 beim Volltanken auf

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Fütterung: Gepäck und Betten für die Besatzung finden im Bauch des Super-Jumbos Platz

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EADS-Prestigeprojekt A380:
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Was die weiteren geschäftlichen Perspektiven von EADS betrifft, zeigt sich Bischoff optimistisch, die Marktführerschaft gegenüber dem Hauptkonkurrenten Boeing  behaupten zu können: "Wir haben in den letzten zwei, drei Jahren Boeing sowohl im Auftragseingang als auch bei der Produktion übertroffen - signifikant! Natürlich hoffe ich, dass dies so bleibt."

Vom Jäger zum Gejagten

"Marktführerschaft gegen Boeing verteidigen"

Aber, so hebt Bischoff hervor, er sei kein Anhänger der Strategie, den Marktanteil auf 70 Prozent anheben zu wollen. "In so einer Duopol-Situation sollte man von der These ausgehen, dass es keinem dient, den anderen vom Markt drängen zu wollen. Das wird nicht gelingen. Dabei würde man sich auch nur in das eigene Fleisch schneiden", unterstreicht Bischoff. Auch würde es Gegenreaktionen am Markt geben: "Die Kunden wollen kein Monopol." Außerdem würde es auch nationale Interessen zwischen den USA und Europa geben.

Schlafender Riese: Schnappschuss vom neuen König der Lüfte aus dem Werk Blaignac bei Toulouse

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Foto: AP
Schwer zu verstecken: Der A380 wird rangiert

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Klebestreifen-Design: Verhüllungsaktion am Heckflügel

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Geöffnet: Spezialisten der Industrieanlagen-Betriebsgesellschaft mbH aus Ottobrunn bereiten in Dresden einen kompletten Airbus A380-800 für einen mehrjährigen Betriebsfestigkeitsversuch vor (Archivfoto vom 06.10.2004). Der 64 Meter lange Rumpf und die Flügel mit 80 Metern Spannweite werden dabei in einem Stahlgerüst von 190 Druckzylindern vom September 2005 an einer Belastung von 47.500 Flügen unterzogen. Der Langzeittest im Auftrag von Airbus wird bis 2008 dauern.

Geöffnet: Spezialisten der Industrieanlagen-Betriebsgesellschaft mbH aus Ottobrunn bereiten in Dresden einen kompletten Airbus A380-800 für einen mehrjährigen Betriebsfestigkeitsversuch vor (Archivfoto vom 06.10.2004). Der 64 Meter lange Rumpf und die Flügel mit 80 Metern Spannweite werden dabei in einem Stahlgerüst von 190 Druckzylindern vom September 2005 an einer Belastung von 47.500 Flügen unterzogen. Der Langzeittest im Auftrag von Airbus wird bis 2008 dauern.

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Raus aus der Endmontage: Im Morgengrauen wird ein Airbus A380 rückwärts aus der Montagehalle im französischen Toulouse gerollt

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Die erste Reise geht übers Wasser: Airbus-Mitarbeiter verladen in Hamburg-Finkenwerder die Cockpitsektion des neuen Airbus A380 auf ein Binnenschiff

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In Warteposition: Einige Airbus-Modelle stehen in Hamburg-Finkenwerder bereit für die nächsten Verarbeitungsstufen

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Foto: DDP
Tonnenschwere Verpackung: An einem Seetransportgestell für den Airbus A380 arbeitet der Anlagenbauer Marco Becker in der Amas GmbH Neu Kaliß (Landkreis Ludwigslust). Insgesamt 18 dieser Stahlkonstruktionen für den Wasser- und Straßentransport der einzelnen Rumpfsektionen des "Riesenvogels" waren vom europäischen Flugzeugbauer für rund 2,5 Millionen Euro bestellt worden. Die jeweils 35 Tonnen schweren Konstruktionen sollen für den sicheren Transport der Flugzeugteile von Hamburg-Finkenwerder nach Toulouse sorgen.

Tonnenschwere Verpackung: An einem Seetransportgestell für den Airbus A380 arbeitet der Anlagenbauer Marco Becker in der Amas GmbH Neu Kaliß (Landkreis Ludwigslust). Insgesamt 18 dieser Stahlkonstruktionen für den Wasser- und Straßentransport der einzelnen Rumpfsektionen des "Riesenvogels" waren vom europäischen Flugzeugbauer für rund 2,5 Millionen Euro bestellt worden. Die jeweils 35 Tonnen schweren Konstruktionen sollen für den sicheren Transport der Flugzeugteile von Hamburg-Finkenwerder nach Toulouse sorgen.

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Eingepasst: Airbus-Flugzeug vor dem Weitertransport in Hamburg-Finkenwerder

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Foto: DDP
Wie in einem Luxus-Kreuzfahrtschiff: Der großzügige Innenraum im Airbus A380 lässt den Designern viele Möglichkeiten

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Dies ist keine Hotel-Lobby: Der Airbus A380 definiert "Platzverschwendung" im Flugzeug neu

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Unter uns: Höherpreisige Sitzgelegenheiten im fliegenden Wohnzimmer

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13 Prozent weniger Verbrauch: Der Antrieb des A380 verbraucht im Vergleich zum betagten Konkurrenten B747 eine ordentliche Portion weniger Kerosin

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Foto: Airbus
Rekord-Spannweite: Von Flügelspitze zu Flügelspitze misst der A380 knapp 80 Meter

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Foto: Airbus
Für 207 Millionen Euro zu haben: Für den A380 Airbus liegen bereits mehr als 150 Bestellungen vor

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Foto: Airbus


Weiß-blauer Obelix der Lüfte:
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Viel wichtiger sei es, bei EADS intern zu begreifen, dass man jetzt aus der Rolle des Jägers in die des Gejagten komme: "Seit Jahrzehnten haben wir immer gesagt: 'Let's beat him!'. Das haben wir geschafft. Und jetzt brauchen wir einen mentalen Wechsel, den wir innerhalb des Unternehmens vollziehen müssen. Denn wir müssen unsere Marktführerposition behaupten."

Und die Chancen dafür sind laut Bischoff auch gut. Sein Rezept: "Wir müssen die Technologieführerschaft verteidigen. Dann können wir auch unseren über 50-prozentigen Marktanteil verteidigen", sagt Bischoff. Und damit sei er auch zufrieden.

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