Spitzen-Sommelier empfiehlt Welche Weine Sie sich jetzt in den Keller legen sollten

Guter alter deutscher Sekt, unbekannte Franzosen - und der Wilde Westen Südafrikas.
RIESLING-SEKT, 1992: Brut nature, Peter Lauer, ab 39 Euro

RIESLING-SEKT, 1992: Brut nature, Peter Lauer, ab 39 Euro

Brotherhood: Peter-Allen (l.) und Andrew Finlayson trotzen der Dürre Südafrikas Wein ab

Brotherhood: Peter-Allen (l.) und Andrew Finlayson trotzen der Dürre Südafrikas Wein ab

Zum Entdecken: Die vergessene Flasche von der Saar

24 Jahre alt war der Sekt, den Florian Lauer im Keller seines Vaters fand - und er hatte nichts von seiner Frische eingebüßt, zudem reife, erdige Noten gewonnen. Die vergessene Flasche ist eine der großen Entdeckungen.

In London wird der Vintage-Schaumwein mittlerweile in vielen angesagten Restaurants ausgeschenkt. Der Sekt ist ein Brut nature, also ohne Dosage. Es wurde kein Zucker bei der Flaschengärung zugesetzt. Eine natürliche Balance aus Reife und sehr gutem Grundwein.

Haben Sie Gäste, die nur auf Jahrgangschampagner schwören? Dann schenken Sie ihn einfach blind aus. Und alle werden überrascht sein, wie viel Tiefe so ein deutscher, gereifter Sekt erreichen kann.

Bezugsquelle: euroweinkontor.de 

Zum Mitreden: Unentdeckte Weiße

SAVENNIÃRES COULÃE DE SERRANT, 20122: Nicolas Joly, 72 Euro

SAVENNIÃRES COULÃE DE SERRANT, 20122: Nicolas Joly, 72 Euro

Viele reden derzeit über Montrachet Grand Cru oder Château d'Yquem. Aber es gibt noch andere klassische französische Weißweine, über die gesprochen werden muss. Zum einen den Château-Grillet im nördlichen Rhone-Tal, ein Monopolweingut, gerade mal 3,8 Hektar groß, das ausschließlich Viognier keltert.

Zum zweiten den Château-Chalon aus dem Jura, ein Wein aus der Savagnin-Traube, sehr oxidativ wie ein Sherry. Und zum dritten den Coulée de Serrant, ein Chenin Blanc aus dem Loire-Tal: biodynamisch angebaut, spät gelesen, meist trocken fermentiert, sehr, sehr intensiv. Er schmeckt nach Honig, Ingwer und einer Note von leicht angeschlagenen roten Äpfeln.

Jan Konetzki
Foto: Getty Images

Jan Konetzki (37), gefeierter deutscher Sommelier und Director of Wine im Londoner "Four Seasons" und "Ten Trinity Square Private Club", schenkt ein.

Legen Sie sich jetzt die Jahrgänge 2012 oder 2015 zu! Großartig, so wie der inzwischen seltene 1983er. Viele biodynamische Weingüter reden mir zu viel über Philosophie - und produzieren Weine, die manchmal fast faul schmecken. Nicolas Joly und seine Tochter Virginie wissen hingegen, was sie tun - seit mehr als 20 Jahren.

Bezugsquelle: vinsetmillesimes.com 

Zum Versacken: Kultwinzer am Kap

CRYSTALLUM PARADISUM, 2014: Peter-Allen und Andrew Finlayson, 29 Euro

CRYSTALLUM PARADISUM, 2014: Peter-Allen und Andrew Finlayson, 29 Euro

Peter-Allen ist ein klasse Typ, Surfer, hat Wirtschaft und Philosophie studiert. Wein ist seine Zweitkarriere. Als Sohn des Winzers Peter Finlayson, der die teuersten Pinot Noirs vom Kap verkauft, hätte er es sich leicht machen können, ging aber mit Bruder Andrew, einem Architekten, den beschwerlichen Weg. Heute gelten die beiden als Kultwinzer. Crystallum heißt ihr Weingut bei Hermanus. Das Besondere: Die Trauben kommen nicht nur aus der kühleren Walker Bay, sondern auch aus Swartland, dem Wilden Westen Südafrikas. Da werden sehr alte Rebstöcke häufig ohne Bewässerung angebaut. Im Dürrejahr 2014 gab die Rebe ihr Letztes.

Der Wein ist sehr aromatisch, unheimlich komplex und, weil viel Grenache in ihm steckt, nicht so schwer wie ein Syrah. Man leert schnell mal eine Flasche, schon vor dem Essen. Durch seine Kräuter- und Fruchtnoten (Erdbeer, Himbeere, Veilchen) passt er selbst zu so einfachen Dingen wie Salamibrot. Noch besser indes zu herzhaft-robusten Gerichten wie Leber.

Bezugsquelle: weinamlimit.de 

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