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Ranking: Die besten Programme für Vielflieger

Foto: Dave and Les Jacobs/Getty Images

Das sind die besten Meilenprogramme Wo Vielflieger viel kriegen

Die Sparpolitik der Airlines erreicht auch die Meilenprogramme. Eine Exklusivstudie zeigt, wo Kunden noch am meisten herausholen können.

Die Sache war ärgerlich. Der Lufthansa-Flug Kuwait - Frankfurt: gestrichen. Maschinenschaden. Alle mussten warten - nur die Vielflieger wurden umgebucht auf Qatar Airways. Und es kam noch besser: Beim Einchecken bekamen die Senatoren dann genau die Plätze, die sie in der ausgefallenen Maschine gehabt hätten. "Selbstverständlich" würden Lufthansa-Senatoren auch bei Qatar Airways statusgerecht behandelt, erklärte der Mann am Counter freundlich. Ganz ohne Teilnahme an deren eigenem Bonusprogramm. Das gefiel den Herren natürlich.

Soft sells. Bevorzugt behandelt werden, auf der Warteliste immer oben stehen, an der Sicherheitsschleuse durch die Fast Lane huschen - die weichen Vorteile sind für viele Meilensammler oft wichtiger als Gutschriften.

Was die harten Faktoren angeht, wird Meilensammeln immer weniger lukrativ. Exklusiv für manager magazin untersucht eine neue Studie der Vielfliegerberatung First Class & More, welche der zehn für deutsche Geschäfts- und Urlaubsreisende besonders wichtigen Vielfliegerprogramme die besten Vorteile bieten. Wo man die meisten Meilen und den größten Gegenwert dafür bekommt. Und die besten Statusvorteile.

Der Sparzwang schlägt auf die Meilenprogramme durch

Ergebnis Nummer eins: Die Kunden bekommen den Kostendruck der Airlines mittlerweile auch bei den Bonusprogrammen zu spüren. Die Meilenpreise sind gestiegen, Prämienflüge teurer geworden, Statuslevel noch schwerer zu erreichen. Besonders Etihad und British Airways haben die Bedingungen für Meilensammler im vergangenen Jahr verschlechtert.

Ergebnis Nummer zwei: Knapper Sieger des Rankings ist wie schon bei der Erhebung vor zwei Jahren die Lufthansa  mit ihrem Miles-&-More-Programm. War der Vorsprung der Deutschen vergangenes Mal nur noch knapp und sah es so aus, als ob sie ihren ersten Platz in absehbarer Zeit an die arabischen Carrier verlieren würden, haben sie ihn nun doch behauptet. Grund dafür ist allerdings keine Verbesserung des Programms, sondern dass die Lufthansa weniger Abstriche als andere gemacht hat. Nur in zwei Punkten müssen die Kunden Einbußen hinnehmen: Sie können keine Prämienmeilen mehr dazukaufen, um einen Freiflug zu erhalten, und die Meilengutschrift für Kreditkartenumsätze schmolz für Privatkunden auf die Hälfte zusammen.

MethodeSo wurde gewertet

Olaf Backofen, Head of Loyalty and Customer Insights der Lufthansa Group, gibt sich trotzdem optimistisch: "Da kann man viel machen trotz des immensen Kostendrucks. Wir müssen den Fokus noch mehr auf den Kunden setzen. Aber klar ist auch, dass wir nicht alles für alle Kunden ausbauen können." Drei Ziele habe man definiert: "Wir möchten unsere Kunden positiv überraschen, bessere Services insbesondere für Topkunden beim Meilensammeln und den Statusvorteilen bieten sowie uns mit Angeboten abseits der Reisekette verstärkt auch um die Kunden kümmern, die vielleicht nur ein- oder zwei Mal im Jahr mit uns fliegen."

Topthema sei das reibungslose Reisen: "Wir schauen uns an, was wir beim Transfer oder Loungezugang noch weiter verbessern können. Schnelligkeit und Reibungslosigkeit über das ganze Flugerlebnis hinweg sind für Statuskunden die wichtigste Komponente", meint der Manager. Auch am Boden will er einiges bewegen: "Als Option insbesondere für Kunden, die selten fliegen, aber auch für unsere Statuskunden schauen wir nach neuen Partnerschaften für das Miles & More-Programm abseits der Reisekette, etwa über das Meilensammeln in den Branchen Mobility, Entertainment oder Telekommunikation."

Der Extrakick Luxus

Besonders gute Werte hat Miles & More in der Kategorie "Meilen einlösen": Der Meilenwert ist hoch, und Prämienflüge sind im Vergleich gut verfügbar. In der Kategorie "Status" reicht es zwar nur für Platz sieben, weil es bei der Lufthansa sehr teuer ist, einen Status zu erreichen - aber wenn man drin ist, genießt man die besten Vorteile im Ranking.

Nicht für jeden Vielflieger muss der Gesamtsieger zwingend die beste Wahl sein, betont Alexander Koenig, Gründer und Geschäftsführer von First Class & More. Wer auf eine hohe Meilenausbeute Wert lege, sei bei  Airberlin (trotz der wirtschaftlichen Probleme) am besten bedient, "dort kann man sogar am Boden per Kreditkarte Statusmeilen sammeln". Wem es vor allem auf Prämienflüge ankomme, der sollte sich Alitalia  anschauen: In der Businessclass kann man mit einem Flug schon 40 Prozent der Meilen einstreichen, die man für einen Prämienflug auf derselben Strecke braucht.

Etihad und Turkish Airlines sind beim Thema Vielfliegerstatus top. Wer am liebsten in den neuesten und angesagtesten Maschinen unterwegs ist, sollte Qatar Airways buchen: Der Carrier kann als einzige Airline mit dem A380, der Boeing 787 Dreamliner und dem A350 punkten.

Freie Plätze: Verfügbarkeiten für Prämienflüge in der Businessclass

Freie Plätze: Verfügbarkeiten für Prämienflüge in der Businessclass

Foto: manager magazin

Und wieder gilt: Soft sells. Genauso wie bei der unangefochtenen Königsklasse der Statusjäger, Lufthansas illustrem HON Circle. Für die schwarze Karte muss man binnen zwei Kalenderjahren 600.000 Meilen in der Business- oder First Class ausgewählter Airlines erfliegen. Wer diesen Gipfel des Vielfliegerolymps erklommen hat, wer an opulente Lounges, nahtlosen Service und Porsche-Shuttles zum Flieger gewöhnt ist, dem muss man Dinge bieten, die man für Geld nicht kaufen kann, sagt HON-Circle-Programmmanagerin Uta Kötting.

Das beliebteste Privileg, das für die Fluggesellschaft überdies kostenlos ist: ein Treffen mit Lufthansa-Chef Carsten Spohr. Vier solcher Kamingespräche absolviert der Mann in der Regel im Jahr. Auch sonst ist der HON leicht glücklich zu machen. Eine Überraschungsgeburtstagstorte an Bord für die Mutter oder eilige Reisepapiere für den Hund, der sonst nicht mit in die Maschine dürfte - der persönliche Betreuer macht's möglich: "Er ist der verlängerte Arm des HON Circle Members in das Unternehmen hinein", erläutert Kötting.

Die kostenlosen Lufthansa-Sammelgummibadeentchen in den feinen Bädern der First-Class-Lounges sind erstaunlich beliebt, genauso wie die exklusive Weinprobe, bei der die Kunden über das On-Board-Sortiment des Lufthansa-Bordcaterers LSG mitbestimmen dürfen.

Für Meilenfuchsereien interessieren sich aber längst nicht mehr nur Geschäftsreisende. Bei seinen Seminaren für Vielflieger beobachtet Koenig, dass vor allem eine Gruppe stetig wächst: Ebenso entspannte wie finanzkräftige und rüstige Ruheständler, die die Zeit und die Flexibilität haben, auch aus schrumpfenden Bonusprogrammen noch Weltreisen mit einem Extrakick Luxus zu holen.

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