Montag, 16. September 2019

US-Fahrdienst Obama-Vertrauter soll Taxi-Angreifer Uber schön reden

Kommunikationsberater David Plouffe: Der 47-jährige Vertraute von US-Präsident Barack Obama wird sich künftig um den US-Fahrdienst Uber kümmern

2. Teil: Kalanick und die "böse Seite" der Taxi-Branche

Das Startup wickelt über Smartphone-Apps Kontakte zwischen Fahrern und Passagieren ab. Umstritten ist vor allem der auch in einigen deutschen Städten verfügbare Billigdienst Uber-Pop, bei dem Privatleute mit ihren eigenen Autos quasi nebenbei Passagiere befördern. In der Regel haben sie keinen nötigen Personenbeförderungsschein. Wer im Schadensfall haftet, das war bislang auch recht undurchsichtig.

Für Uber sind das Regeln einer Branche, die dringend auf den Prüfstand gehören. Immer wieder bezeichnet Kalanick die Taxibranche als Kartell. Bei einem seiner Auftritte sagte er über seinen Gegner: "Keiner mag ihn. Er ist nicht nett, aber er ist in die politische Maschinerie so verstrickt, dass viele Leute ihm Gefallen schulden", sagte Kalanick und dramatisierte weiter, "wir müssen über die dunkle, gefährliche und böse Seite der Taxi-Branche die Wahrheit offenbaren."

Viel Geld für Anwälte und Berater

Das US-Unternehmen hat bislang mehr als 1,5 Milliarden Dollar von Investoren wie Google oder Risikokapitalgeber Kleiner Perkins Caufiled & Byers eingesammelt. Das Unternehmen will künftig nicht nur Personen befördern, sondern ebenso Lieferservice werden.

Einen nicht unerheblichen Teil des Geldes wird Uber für Anwälte und Berater einkalkulieren müssen. Es gibt kaum ein Land, in dem es bislang problemlos expandierte. Über das Gehalt von Plouffe ist nichts bekannt. Plouffe hatte zuvor bereits die US-Industriekonzerne Boeing und General Electric beraten. Ein Schnäppchen dürfte er sicherlich nicht sein.

Die Botschaft seines neuen Arbeitgebers hat der Kommunikationsstratege mit Verkündung seiner Personalie sogleich mit Signalwörtern verpackt. "Uber ist sicher. Es schafft Arbeitsplätze; es führt dazu, dass weniger Menschen betrunken und abgelenkt unterwegs sind. Ich denke, dass die Mission Ubers wirklich wichtig ist." Er glaube, das Uber das Unternehmen des Jahrzehnts werden könnte. Bescheidenheit gehört also auch nicht zu Plouffes Attitüde.

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