Donnerstag, 27. Juni 2019

Trend-Investing So investieren Sie in "Big Data" (mit allen Risiken)

Trend-Investing: Big Data Rush
DPA

3. Teil: Kampf gegen Datengangster

Heute stehen 96 der 100 größten Finanzkonzerne in Clarks Kundenkartei. "Durch diesen Datenschatz können wir Bedrohungen frühzeitig erkennen", sagt Thomas Hemker, Sicherheitsstratege bei Symantec. Wenn sich ein Angestellter beim Surfen unbemerkt eine schädliche Datei herunterlädt, wird diese über die Symantec-Software sofort mit Millionen schädlicher Codes abgeglichen. Handelt es sich um einen der Firma bekannten Trojaner, wird der Download gestoppt, ohne dass es der Mitarbeiter merkt.

Im Winter 2016 half Symantec deutschen Ermittlern, das internationale Gangsternetzwerk Avalanche hochgehen zu lassen, das Hunderttausende Computer und Onlinebankingkonten gekapert und ausgeraubt hatte. Symantec entlarvte die Botnetze und IP-Adressen der gekaperten Rechner. Daraufhin stürmten bewaffnete Polizisten Wohnungen und Büros im moldawischen Chisinau, im ukrainischen Poltawa, in Pittsburgh und in der Nähe von Berlin.

Längst ist auch Symantec so groß, dass sich um den Marktführer herum neue Anbieter formieren. Barracuda Networks aus San Jose etwa hat Firewalls im Programm, die vor Phishing-Attacken schützen. Und FireEye versucht, schädliche Software in abgeschlossene Bereiche zu verschieben, wo diese getestet und eliminiert wird.

Wer von den kleineren Spezialisten übrig bleibt, wird sich zeigen. Denn Symantecs Geldspeicher sind gut gefüllt, und in der Vergangenheit haben die Kalifornier immer wieder Rivalen geschluckt. Die Kunden sind zumeist froh, wenn ihnen ein Full-Service-Anbieter die lästigen Sicherheitsthemen abnimmt. Wer von Symantecs Cyber-Threat-Intelligence-Analysten erst einmal betreut wird, gewöhnt sich rasch an die neue Sicherheit, da werden auch hohe Preise akzeptiert, was sich bei Symantec in einer stolzen operativen Marge von fast 30 Prozent niederschlägt.

Eine starke Preismacht, langfristige Verträge, rasantes Wachstum und die stete Bereitschaft, das eigene Geschäftsmodell nachzujustieren, um dem raschen Wandel standzuhalten - das zeichnet viele der Topwerte im Datensektor aus. Datagroup-Chef Schaber jedenfalls sieht für sein Unternehmen keine Grenze nach oben. Die Digitalisierung des Mittelstands habe ja gerade erst begonnen. "Mehrere Milliarden Euro Umsatz - warum nicht?"

Als Schaber kürzlich Investoren in Helsinki, Paris und Kopenhagen besuchte, waren die nach dem Gespräch ganz begeistert und kauften Datagroup-Aktien. Ein familiengeführtes schwäbisches IT-Unternehmen mit Aussicht auf starkes Wachstum - das ist selten an der Börse.

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