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Wirtschaftskultur Die digitale Start-up-Szene ist schlechter als ihr Ruf

Der frühere Tech-Journalist Dan Lyons kratzt am Glanz der Digitalszene.

Dan Lyons ist 52 Jahre alt und nach seinem Rauswurf bei "Newsweek" (Sparrunde) plötzlich einer jener Typen, denen seine eigene Redaktion zuvor eine Titelgeschichte gewidmet hat: ein "beached white male", ein mittelalter Mittelklassearbeitnehmer ohne Perspektive.

Das große Geld wird jetzt in der Start-up-Szene verdient, und Lyons, der ehemalige Tech Editor, schließt sich den Glücksrittern gezwungenermaßen an: Im April 2013 bewirbt er sich bei Hubspot in Cambridge, Massachusetts, 500 Mitarbeiter, schnell wachsend. Er hofft auf ein paar Firmenanteile und einen lukrativen IPO. Doch erst einmal muss er sich produktiv einbringen in der jugendlichen Company, die eine Software zur Optimierung von Onlinemarketing-Aktivitäten vertreibt.

Schon sein schwammiger neuer Titel "Marketing Fellow" deutet an, was Lyons mit jedem Tag als Hubspotty deutlicher spürt: Mit den Augen eines noch in der analogen Welt beheimateten Erwachsenen betrachtet, spielt die Hubspot-Familie im Kindergarten – in einem ziemlich zynischen allerdings. Vom Sitzball bis zum Logo glänzt alles in Orange, ein euphorischer "Hubspeak" schwört die Neuzugänge auf die Verbreitung von "lovable content" ein, der bei Licht betrachtet nichts anderes ist als E-Mail-Spam.

Das Management lässt sich selten blicken, permanentes Feuern von Mitarbeitern wird als "Graduation" beschönigt. Dass die College-Drop-outs der Generation Y kostenlose Süßigkeiten mit sinnvoller Arbeit verwechseln, will Lyons nicht in den Kopf. Noch mehr ärgert ihn, dass in der Start-up-Welt inzwischen nahezu jeder Quatsch Investorengelder anzieht. Seit Oktober 2014 an der Börse, wird Hubspot derzeit mit zwei Milliarden US-Dollar bewertet.

Lyons, der kurz nach dem IPO kündigte, wurde dank seiner Anteile um 45.000 Dollar reicher, sein Chef um 70 Millionen. Die Rache des Marketing Fellows ist dieses Buch, in den USA schon auf der Bestsellerliste – während die Welt noch auf das Platzen der Blase wartet.

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