Montag, 19. August 2019

Supermacht des Mittleren Ostens Wie ein junger Prinz Saudi-Arabiens Geschäftsmodell revolutioniert

Saudi-Arabien: Wüstensohn und CEO
REUTERS

5. Teil: Der alte Mann und das Rote Meer

Hafenmeister: In Dschidda will der deutsche Ingenieur Michael Wübbens dem Konkurrenten Dubai buchstäblich das Wasser abgraben

Michael Wübbens (69) kam schon 1981 nach Saudi-Arabien, als Projektleiter eines deutschen Baukonzerns namens Huta-Hegerfeld. Dieser ging 1985 pleite. Für einen Dollar kaufte Wübbens die saudische Niederlassung und baute sie mit seinem Partner vor Ort, dem Unternehmer Bakr bin Laden, zu einer respektablen Baufirma aus. Huta ist zudem zu 50 Prozent an der Port Development Company des King Abdullah Port (KAP) beteiligt, dem größten privaten Infrastrukturprojekt Saudi-Arabiens. Investitionssumme: zehn Milliarden Dollar.

Das Rote Meer ist die am stärksten befahrene Seehandelsroute der Welt. Doch kaum ein Schiff legt in Saudi-Arabien an. Deshalb entsteht rund 120 Kilometer nördlich von Dschidda einer der größten Häfen der Welt. "Wir wollen mit dem KAP unter die Top Ten", sagt Wübbens.

Auf dem Weg zum Suezkanal: Das erste Containerterminal am King Abdullah Port nördlich vom Dschidda ist fertig
King Abdullah Port
Auf dem Weg zum Suezkanal: Das erste Containerterminal am King Abdullah Port nördlich vom Dschidda ist fertig

Mit seinem Porsche Macan braucht er fast eine Stunde, um die gigantische Baustelle abzufahren, auf der rund 3000 Asiaten und Afrikaner arbeiten. Stolz parkt er vor dem ersten fertigen Terminal. Dort wird ein Schiff der MSC entladen. Die zweitgrößte Containerreederei nach Maersk ist sein erster wichtiger Kunde.

KAPs Ziel ist es, den sogenannten Transshipment-Verkehr anzulocken. Dabei handelt es sich um Containerfracht, die auf kleinere Schiffe oder für den Landtransport umgeladen wird.

Der neue Hafen soll vor allem den Scheichs in Dubai Konkurrenz machen. Wübbens: "Das wissen die noch gar nicht." Jetzt wissen sie's.

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