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Rohstoffe: Anlegern droht ein heißer Ritt

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Preisverfall bei Öl & Co Der nächste Flächenbrand - die Folgen des Crashs

Der Preisverfall der wichtigsten Rohstoffe birgt ein systemisches Risiko für die Weltkonjunktur. Anleger müssen sich auf ein hochkomplexes Börsenszenario einstellen, wie manager magazin in einem ausführlichen Report im Februar beschrieb.

Als Gerd Henning Beck die Stadt Denver auf dem Highway hinter sich ließ, blickte er plötzlich auf eine gespenstische Szenerie: Die Sonne war längst untergegangen, doch die Prärie von Colorado war hell erleuchtet. "Das rote Flackern am Horizont sah aus wie ein Sonnenaufgang", erinnert sich Fondsmanager Beck. Der deutsche Rohstoffexperte hatte einen langen Flug hinter sich und wollte eigentlich nur ans Ziel kommen, am nächsten Morgen hatte er schon früh den ersten Termin. Doch das rote Leuchten ließ ihm keine Ruhe.

Also stoppte er an einem Diner und wollte wissen, woher das gespenstische Licht komme. "Das sind die Fracker", bekam er zur Antwort, als sei dies das Normalste der Welt. Die US-Energieindustrie hat in den vergangenen Jahren Abertausende von Schieferöl- und Schiefergasvorkommen erschlossen und ist in einen wahren Förderrausch verfallen. Jetzt, da die Preise um mehr als zwei Drittel eingebrochen sind, fackeln viele Türme das Gas einfach ab, der Transport in die nächstgelegene Raffinerie lohnt nicht mehr.

Gasfackeln von Colorado als perverses Menetekel

Es werde Licht! Die Gasfackeln von Colorado sind das vielleicht perverseste Menetekel dessen, was von den Rohstoffmärkten noch droht: Im vergangenen Jahr hat sich der Ölpreis fast halbiert, im Januar kollabierte er weiter und sank zeitweise unter 30 Dollar pro Barrel.

Doch nicht nur der Ölmarkt crasht, auch andere Rohstoffpreise sind im freien Fall: Industriemetalle wie Aluminium, Kupfer , Nickel  und Zink  haben seit ihrem Hoch im Februar 2011 mehr als die Hälfte ihres Werts eingebüßt, Eisenerz hat sogar fast 80 Prozent verloren. Insgesamt ist der Bloomberg-Index der 22 wichtigsten Rohstoffe allein 2015 um ein Viertel zusammengeschmolzen.

Und der Kollaps beschränkt sich längst nicht mehr nur auf die Finanzmärkte. Er hat das Zeug, die nächste große Rezession einzuläuten, so wie vor neun Jahren das US-Hauspreisdebakel die Weltwirtschaft erschütterte. Denn wieder einmal haben die Notenbanken die Märkte mit billigem Geld vollgepumpt, wieder einmal sind Investoren auf der Jagd nach dem letzten bisschen Rendite große Risiken eingegangen. Und wieder einmal sind die Banken mittendrin, trifft sie der Schock unvorbereitet. Denn der Preisverfall kam ohne Vorwarnung: Noch vor einem Jahr, als der Absturz bereits begonnen hatte, sagten die bei Bloomberg erfassten Analysten für Ende 2015 einen Ölpreis von 70 Dollar voraus.

Es sind vor allem die Sorgen um Chinas Wachstum, die den Rohstoffcrash beschleunigen und auch im Dax für heftige Erschütterungen sorgen. Insbesondere die Kurse der Grundstoffkonzerne ThyssenKrupp , BASF , Linde  sowie Kali und Salz  bröseln. Beim Stromerzeuger RWE  nagt nicht mehr nur der Atomausstieg am Börsenwert, sondern auch der Preisverfall bei den hauseigenen Kohlevorkommen.

Die Turbulenzen veranlassten Hedgefondsguru George Soros unlängst zu einem Alarmruf: Die Szenerie erinnere ihn an die Krise von 2008. Und Deutschlands Investmentlegende Klaus Kaldemorgen warnt, dass vom Rohstoffmarkt "ein systemisches Risiko" ausgehen könne. "Das macht mir große Sorgen." Zumal aufgrund der angespannten Konjunktur in den Schwellenländern derzeit niemand an eine Erholung glaubt.

Die Preise für Roh- und Grundstoffe werden teils "auf Jahre hinaus" niedrig bleiben, prognostiziert das Handelshaus Trafigura, einer der größten Akteure auf dem Öl- und Metallmarkt. Ein Grund ist die rapide Ausweitung des Angebots: In den letzten Jahren wurden rund um den Globus unzählige neue Minen und Bohrtürme in Betrieb genommen, nicht nur in Colorado. Ob bei Öl, Kupfer, Zink, Nickel oder Stahl - überall wurde just zu dem Zeitpunkt, als China anfing zu schwächeln, aus Knappheit ein Überangebot.

Die Folge: Weltweit kämpfen Rohstoffkonzerne und Stahlhersteller nun ums Überleben. Das wird bei all jenen Banken, die Milliarden an die Rohstoffindustrie verliehen haben, noch wüste Krater in der Bilanz hinterlassen, auf die Investitionsbereitschaft drücken und so das Wachstum untergraben.

Anleger müssen sich auf ein hochkomplexes Börsenszenario einstellen und genau abwägen, welche Assetklassen, welche Branchen und welche Regionen bei einer solch toxischen Gemengelage noch Kurs- und Gewinnpotenzial bieten.

USA exportierten im Januar Öl nach Europa - erstmals seit der Ölkrise der 70er Jahre

Vor allem die Dramatik in China hat der Internationale Währungsfonds (IWF) schwer unterschätzt. Chefvolkswirt Maurice Obstfeld stehen in Washington Heerscharen von Harvard-, Princeton- und MIT-Absolventen zur Verfügung, um solche Risiken durchzurechnen. "Die globalen Spill-over-Effekte von Chinas niedrigerem Wachstum waren viel größer, als wir erwartet hatten", gesteht Obstfeld und nennt geringere Importe und die gesunkene Nachfrage nach Rohstoffen als Gründe.

Anders als in den Jahrzehnten zuvor gibt es heute niemanden mehr, der die Preise bei Metallen oder Öl stabilisiert. Im Gegenteil: Es hat eine gnadenlose Auslese eingesetzt. Wer am günstigsten produziert, fördert derzeit so viel er kann, um die Rivalen aus dem Markt zu drücken.

Im Ölgeschäft ist das vor allem Saudi-Arabien, das Land mit den großen Reserven und den niedrigsten Förderkosten. Die Scheichs würden den Markt mit Rohöl fluten, um Amerikas Fracking-Industrie zu zerstören, sagt Jeremy Grantham (77), Gründer der US-Fondsgesellschaft Grantham Mayo Van Otterloo (GMO). Sie nehmen dafür sogar ein 90-Milliarden-Euro-Rekordloch im Staatshaushalt in Kauf.

Die Fracker haben den Arabern bei einem Preis oberhalb von 55 Dollar pro Barrel noch kräftig Konkurrenz gemacht, die USA exportierten im Januar sogar Öl nach Europa - zum ersten Mal, seit in der Ölkrise der 1970er Jahre die Ausfuhren verboten worden waren.

Doch nun ringen die Unternehmen um ihre Existenz. Die Saudis befänden sich auf einer Mission, sagt John Kilduff, Partner beim New Yorker Hedgefonds Again Capital, und die sei noch längst nicht beendet. 2016 "könnte es wirklich hässlich werden", auch für Länder wie Venezuela und Nigeria, warnt er. Und für die Offshore-Bohrplattformen in der Nordsee. Einige der Großanlagen von Chevron  und Royal Dutch Shell  sind laut Fachleuten so veraltet, dass sie sich selbst bei einem Ölpreis von 100 Dollar kaum mehr rechneten.

Auch die Minenbetreiber schürfen, was die Bagger hergeben

Das gleiche Spiel bei den Minenbetreibern. Sie schürfen ebenfalls, was die Bagger hergeben. Die einen, weil sie nicht anders können - sie benötigen Einnahmen, um ihre Anleihezinsen zu bezahlen, und stemmen sich mit Massenentlassungen gegen den Ruin. Die anderen nutzen die desolate Lage, um dank ihrer Größe und billigeren Kostenstruktur die Konkurrenz wegzuputzen. So wie die Großkonzerne Rio Tinto und BHP Billiton, die Saudis des Metallgeschäfts. Viele Wettbewerber hingen "nur noch mit den Fingerspitzen im Markt" und würden die Cashreserven ihrer Aktionäre verbrennen, spottete Rio-Tinto-CEO Sam Walsh unlängst.

Der Brandgeruch hat bereits die oberen Etagen der Finanztürme erreicht. Investoren und Kreditgeber fürchten um ihre Hochzinsanleihen. Mit solchen Ramschpapieren ("Junkbonds") haben die Fracking-Firmen ihre Expansion finanziert. Jetzt fragen sich alle, wen es erwischt. Auch bei den Geldgebern.

Mitte Dezember bekam Martin Lechner (46), Managing Partner bei der Vermögensverwaltung Corecam, eine alarmierende E-Mail aus Frankfurt. Der Zweimetermann verwaltet vom 59. Stock des UOB-Towers in Singapur aus das Geld einiger reicher europäischer Familien.

Eine ehemalige Goldman-Sachs-Traderin hatte gerade mit dem Anlagestrategen einer Londoner Großbank gechattet. "Die globale Rohstoffindustrie erinnert immer mehr an den US-Häusermarkt des Jahres 2007", warnte der Brite. Der nächste "Dominostein", der falle, seien die Banken und Anleiheinvestoren.

In den Bilanzen der Geldhäuser schlummern durch Rohstoffkredite vierstellige Milliardenrisiken. "Es wird Zahlungsausfälle geben", erwartet auch Vermögensverwalter Lechner. Laut einer Analyse der Citigroup  haben mehrere Großbanken über 10 Prozent ihres Kernkapitals an Rohstoffkonzerne mit geringer Bonität ("Non-Investmentgrade") verliehen, insgesamt 230 Milliarden Dollar. Darunter die Deutsche Bank .

Rohstoffkredite in Milliardenhöhe bei den Banken: Panik, Pleiten, Liquidationen

Was den Instituten bevorsteht, lässt sich bereits am Junkbondmarkt beobachten. Dort fliehen die Anleger, die Kurse fallen. Die durchschnittliche Verzinsung, die Käufer von US-Hochzinsanleihen aus dem Energiesektor verlangen, ist seit Mitte 2015 von 9 auf 15 Prozent explodiert. Es häufen sich die Insolvenzen, oft bekommen die Gläubiger kaum etwas von ihrem verliehenen Kapital zurück.

Beim zahlungsunfähigen US-Fracker Walter Energy  wird kein einziger Gläubiger mehr mit Bargeld bedient; es sei denn, es lassen sich noch Assets verwerten. Auch die Geldgeber des Unternehmens Samson Resources müssen sich nach der Pleite und der Vernichtung von 4,2 Milliarden Euro Eigenkapital mit Aktien der Nachfolgegesellschaft zufriedengeben.

Mitte Dezember 2015 riss der Crash den ersten Investmentfonds mit sich. Die renommierte New Yorker Gesellschaft Third Avenue verriegelte ihren 789 Millionen Dollar schweren Junkbondfonds: Anleger kommen vorerst nicht an ihr Geld, der Fonds wird abgewickelt. Nach diesem Schock wurde das Londoner Haus Lucidus Capital von Kunden überrannt, die ihre Anteile an einem 900-Millionen-Dollar-High-Yield-Fonds zurückgeben wollten. Er musste liquidiert werden. Und auch der US-Hedgefonds Stone Lion teilte seinen Kunden mit, zunächst kein Geld mehr auszuzahlen.

Wie schwer die Erschütterungen noch werden, hänge davon ab, "wie viele Hedgefonds pleitegehen", konstatiert Jeff Gundlach, Gründer des Anleihefonds-Spezialisten Doubleline. Es gebe "nie nur eine Kakerlake".

Anders als im Sommer 2007, als BNP Paribas  und Bear Stearns  US-Immobilienkredit-Fonds einfroren, ist diesmal nicht gleich die Stabilität des ganzen Finanzsystems gefährdet. Dazu sei der Anteil, den Banken und andere kreditgehebelte Investoren an den Hochzinsanleihen halten, zu überschaubar, erklärt Peter Berezin, Chefstratege des Montrealer Researchhauses Bank Credit Analyst, eines der besten Seismografen für Stress im Bankensystem.

Banken verschärfen Kriterien für Kreditvergabe

Berezins schlechte Nachricht: "Die Banken sehen, was bei Hochzinsanleihen passiert, und verschärfen ihre Kriterien für die Kreditvergabe." Die jüngste Umfrage der US-Notenbank Federal Reserve (Fed) zeigt das bereits. Das werde die Investitionen in neue Anlagen dezimieren, fürchtet Berezin.

Damit bricht einer der kapitalintensivsten Wirtschaftszweige erst einmal weg. 2014 stemmte allein der Energiesektor noch 26 Prozent aller Anlageinvestitionen weltweit, weitere 11 Prozent kamen von der Grundstoffindustrie, wie eine Studie der Stern School of Business ergab. Ein beträchtlicher Teil dieser Investitionen dürfte durch den Preisverfall inzwischen wertlos sein. Die Berater von Kepler Cheuvreux schätzen, dass sich die "toten Investments" im Energiesektor auf 40 Prozent der Weltwirtschaftsleistung belaufen. China National Petroleum, Chevron, Exxon Mobil , Royal Dutch Shell und Petrobras  sind die größten Investoren in Anlagen, alle fünf sind Energieriesen.

Die US-Wirtschaft bekommt diese Vollbremsung schon zu spüren. Der jüngste Einkaufsmanager-Index verhieß Anfang Januar nichts Gutes: Zum zweiten Mal in Folge landete er für das produzierende Gewerbe unterhalb von 50 Punkten: wirtschaftliche Kontraktion, der tiefste Stand seit Juli 2009. Die Fed hätte niemals die Zinsen erhöhen dürfen, ärgert sich Berezin. Anlegern rät er: weniger Aktien kaufen.

Damit ist er nicht allein. Byron Wien, das 82-jährige Investment-Orakel des weltgrößten Vermögensverwalters Blackrock, sagt für 2016 ebenfalls Kursverluste bei US-Aktien voraus. Selbst große Wertpapierhändler wie Citigroup, sonst notorisch optimistisch, halten sich mit ihren Empfehlungen zurück und raten an der US-Börse zur Vorsicht.

Wenn Berezin Aktien empfiehlt, dann vor allem solche Papiere, die weniger konjunkturanfällig sind, wie Lebensmittelhersteller oder Telekomanbieter. Skeptisch ist er bei Ländern, die von Rohstoffexporten abhängen, wie etwa Brasilien. Dort müsse man sich "auf eine Krise der Währung und der Zahlungsfähigkeit einstellen", warnt der kanadische Ökonom. 3 Prozent Minuswachstum, eine hochschnellende Staatsverschuldung - die Prognosen sind düster.

"Steuern auf eine große Krise zu"

Dabei ist Brasilien mit einem Rohstoffanteil an der Wirtschaftsleistung von weniger als 10 Prozent nicht einmal besonders exponiert. Kolumbien, Chile und Indonesien hängen zu 20 Prozent davon ab, Russland zu fast 35 Prozent, Nigeria und Venezuela gar zu mehr als 45 Prozent.

"Die Schwellenländer scheinen auf eine große Krise zuzusteuern", orakelt Carmen Reinhart. Die Harvard-Ökonomin gilt seit ihrem Bestseller "This time is different" als führende Schuldenexpertin.

Doch selbst Rohstoffimporteure wie Deutschland und Energie- sowie Eisenerz-hungrige Branchen wie die Stahlindustrie leiden unter dem Commodity-Crash. Denn einerseits spielen die Kunden die Rohstoffkarte, um die Stahlpreise noch weiter zu drücken. Zum anderen nutzt China den Preisverfall, um den weltweiten Machtkampf im Stahlgeschäft für sich zu entscheiden. Trotz gigantischer Überkapazitäten und Verluste, die sich 2015 auf schätzungsweise elf Milliarden Dollar türmten, legen chinesische Stahlkocher kaum Werke still.

"China exportiert seine Strukturprobleme", klagt Hans Jürgen Kerkhoff, oberster deutscher Stahllobbyist. Die Exporte nach Europa nahmen 2015 um mehr als 40 Prozent zu.

Die deutschen Chemiekonzerne wiederum profitieren zwar von den niedrigen Preisen für Öl und Gas. Denn sie gewinnen aus den Steamcrackern die Grundbausteine für ihre Produkte, vor allem Ethylen und Propylen. Neue Anlagen planen sie jedoch nicht daheim - sondern dort, wo die Vorprodukte besonders billig sind: in den USA etwa, dem Fracking-Rausch sei Dank.

Diese Beweglichkeit empfiehlt Bo Christensen, Chefanalytiker bei der Danske Bank in Kopenhagen, auch Anlegern. Sein Rat: weniger Aktien als sonst - und dann eher europäische als US-Titel. Anleihen von Schwellenländern und US-Unternehmen meiden. Ganz gezielt auf Profiteure des billigen Öls setzen.

Dazu gehören Fluggesellschaften wie Ryanair  und Easyjet , denen zudem ihr schlankes Geschäftsmodell hilft, den Traditionsmarken Kunden abzuwerben. "Sehr attraktiv" findet Fidelity-Managerin Alexandra Hartmann insbesondere Ryanair: "Deren Marktdurchdringung ist noch lange nicht abgeschlossen." Die Analysten von Nomura  trauen Ryanair-Chef Michael O'Leary zu, das Ergebnis wie geplant auf mehr als zwei Milliarden Euro zu steigern, und raten bei einer Bewertung vom nur 14-Fachen des erwarteten Gewinns zum Einstieg.

Große Hoffnungen setzen Finanzexperten auch auf Japans Industrie. Sie könne aufgrund ihrer Branchenstruktur noch am ehesten von der Rohstoffbaisse profitieren. Zudem hat gerade eine neue Runde des Quantitative Easing dort begonnen, was zusammen endlich das Wachstum stimulieren soll. Investoren-Urgestein Byron Wien sieht den Nikkei-Index am Jahresende bei 22.000 Punkten - das wäre ein Plus von 25 Prozent. Der renommierte einheimische Finanzmarktstratege Ryoji Musha erwartet sogar einen Jahresendstand von 24.000 Punkten. Seit 2014 legte der Index schon kräftig zu. "Es gibt keine Zweifel daran, dass Japan dabei ist, zwei Dekaden der Stagnation zu beenden mit einem kraftvollen Comeback", sagt der Gründer von Musha Research.

Besonders risikobereite Anleger setzen 2016 auf den Energieimporteur Indien. Die Wirtschaft habe 635 Aktiengesellschaften mit mehr als 100 Millionen Euro Unternehmenswert, sagt Hendrik Leber, Gründer der Frankfurter Fondsgesellschaft Acatis. Weil er das Schwellenland für aussichtsreich hält, hat Leber unlängst den Acatis India Value Equities Fonds gestartet. "Wegen des schwierigen Marktzugangs fur Ausländer gibt es dort noch Value-Perlen zu finden", glaubt er.

Von allem, was nach Energie riecht, sollten sich Privatanleger hingegen lieber erst mal fernhalten, rät Danske-Stratege Christensen. Das Verlustrisiko sei einfach zu groß.

Wer gegenwärtig in Erdöl investiert, der sollte dies allenfalls an der Tankstelle tun.

Anmerkung: Dieser Text erschien in der Februar-Ausgabe von Manager Magazin (Heft 2/2016).