Freitag, 13. Dezember 2019

Die besten Reisen zu Filmsets Die Set-Jetter - wo Serienjunkies glücklich werden

7. Teil: Für immer Mittelerde

Als Regisseur Peter Jackson seine Heimat zum Drehort für Tolkiens "Herr der Ringe" machte, hat er sie für immer geprägt. Kurz überlegte Warner, die Produktion des "Hobbits" nach Osteuropa abzuziehen. Neuseeland legte nach, bot 25 Millionen Dollar Steuernachlass. Allein 2016 soll die Marke Mittelerde Neuseeland 1,6 Milliarden Euro beschert haben, errechnete Tourism New Zealand. Die Leute lieben es, auf den Spuren von Zauberern (Sterne gucken, Glühwürmchenhöhle am Lake Te Anau), von Hobbits (Essen, Wein) und Elfen (Spa, Wein, Segeln) durchs Land zu reisen. Vorher touristisches Neuland, boomen heute Campertouren, kosten 22 Tage "Abenteuer Mittelerde" bei Dertour 1849 Euro, ohne Flug und Mietwagen. Einmal im Grünen Drachen sitzen wie Frodo Beutlin in Hobbingen im Auenland oder Heli-Hiking auf Gandalfs Spuren in den Nebelbergen am Wanaka-See machen. Bei Zicasso kosten 15 Tage mit Helikopter, Jetboat, Offroadsafari, Boutiquehotels, Inlandsflug 5935 Dollar.

Manchmal schafft ein Ort sich auch seine eigene Serie: "Top of the Lake" von Jane Campion, der großen Dame des australischen Kinos ("Das Piano"). Am See Wakatipu auf der Südinsel Neuseelands kam sie auf die Idee von "Paradise", dem seltsamen Rehazentrum exzentrischer älterer Frauen aus Containern am Moke Lake, in dem GJ, eine weißhaarige Frau (Holly Hunter als Yogaguru mit krächzender Stimme) das Sagen hat. Erinnert an "Twin Peaks", nur nicht so versponnen. Teil zwei mit Nicole Kidman entstand gerade in Sydney, Hongkong und wieder Neuseeland. Ohne den See Wakatipu geht es eben nicht.

Die exklusivste Yogalodge hier heißt "Aro Ha", ein 30-Millionen-Dollar-Projekt zweier Aussteiger, einer war Hedgefondshändler, der andere sein Yogalehrer, Ex-Programmierer. Viel Holz, Glas, Stein und strikte Regeln: no Alkohol, Kaffee, Gluten, Zucker, Handy, Internet - etwas für ausgebrannte Highflyer. 32 Gäste genießen Zen-Style de luxe: wandern, Yoga, meditieren, gesund essen - für 1000 Dollar die Nacht.

"Westworld" zieht demnächst weiter, heißt es, statt Western-Vergnügungspark soll das Ganze dann in der Welt der Samurai spielen - was die Touristenströme nach Japan lenken dürfte. Das Spiel kann so lange andauern, bis jeder überall auf der Welt gewesen ist. Oder, wie Netflix-Chef Reed Hastings sagt: Es gibt nur ein natürliches Limit: den Schlaf.

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