Freitag, 6. Dezember 2019

Die besten Reisen zu Filmsets Die Set-Jetter - wo Serienjunkies glücklich werden

3. Teil: Jeder sechste Tourist kommt wegen "Game of Thrones" nach Island

Gedreht wurde - den Drehbuchschreibern sei Dank - auch im Baskenland, am Golf von Biskaya, in Flysch, auf der Insel San Juan de Gaztelugatxe und auf Island. Lange ein reines Sommerziel, kommen Touristen heute, wenn Schnee liegt, um das Land "jenseits der großen Mauer" zu sehen. Die Eislagune Jökulsárlón, den Svínafellsjökull, die Schwefelschwaden von Hverarönd.

Ende 2016 waren zum ersten Mal mehr US-Touristen auf Island als Einwohner, jeder sechste kommt wegen "Game of Thrones" oder anderer Serien und Filme. Die ersten klagen, Reykjavik verkomme zum "Disneyland des Nordens".

Im Revier der "weißen Wanderer" liegt das Designhotel "Ion", beim Thingvellir Nationalpark, auch der eine Filmlocation. Noch im Frühjahr liegen hier Gäste im heißen Schwefelpool am gefrorenen See. Jon Thor Benediktsson von The Travelling Viking in Akureyri führt sieben Stunden zu den Schauplätzen. Nicht alle macht das glücklich. Ein Japaner war schwer enttäuscht, als Benediktsson ihm erklärte, dass es hier keine Wildlinge gibt. Wirklich nicht.

"GoT" zieht. Nordirlands Tourismusindustrie hat es allein 150 Millionen Pfund Plus beschert und 12 Prozent mehr Besucher. Wurde erst noch in Schottland gedreht, liegt Winterfell nun in Nordirland und heißt im wahren Leben Castle Ward. Da kann man nunim Kunstfellmantel umherstreifen, Eber grillen, Bogenschießen und im Zelt nebenan glamourös campen.

Bei Zicasso kosten zwölf Tage auf den Spuren von "Game of Thrones" durch Spanien 8399 Dollar, sieben Tage in Kroatien 3300 Dollar. Die Firma haben Brian Tan (hat Computerwissenschaft am MIT studiert) und seine Freundin Yuchun Ku gegründet, weil die Vielreisenden für ihre Trips keine Agentur fanden.

Testen Sie Ihr Wissen: Wie gut kennen Sie Mallorca?

So richtig rum kommt man in Europa auf den Spuren von "The Night Manager", der 30 Millionen Pfund teuren Bond-Serie aus der Schmiede des US-Senders AMC ("Mad Men", "Breaking Bad") und der BBC. Selbst John le Carré, britischer Ex-Spion, nannte die Verfilmung seines Romans ein "unerwartetes Wunder" (zwei Emmys, drei Golden Globes). Bewährtes 007-Muster, nur frischer: Waffenschmuggel, ein Nachtportier als Agent, schöne Frauen - schöne Orte: Devon, die Schweiz, Gornergrat, das Matterhorn.

Statt in Ägypten und Syrien, den Ländern, in denen die Handlung spielt, wurde in Marokko gedreht (in den Hotels "Es Saadi Gardens" und "Le Palais Paysan") und vor allem auf Mallorca, in der Festung La Fortaleza bei Pollenca. Die Anlage, im Besitz des britischen Bankiers und Politikers Lord James Lupton, gilt mit 40 Millionen Euro als eine der teuersten Immobilien Spaniens. Wohnen kann man dort nicht, aber im Stil der Serie schlafen im "Hospes Maricel". Oder in der Wächter-Suite der Luxusfestung "Cap Rocat", in die Felsen gebaut, früher ein Kontrollpunkt, heute eine Terrasse mit Sofa und Pool über dem Meer.

© manager magazin 9/2017
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung