Perlentaucher: Priceline Suchen, buchen, fliegen und kassieren

Der digitale Reisekonzern Priceline ist für Anleger eine Adresse allererster Wahl.
Von Hendrik Leber
Was ist beruhigender als eine Firma, die eine Dekade lang regelmäßig um rund 25 Prozent pro Jahr beim Umsatz zulegte und für die kommenden Jahre ein Plus von je 15 Prozent vor sich hat?

Was ist beruhigender als eine Firma, die eine Dekade lang regelmäßig um rund 25 Prozent pro Jahr beim Umsatz zulegte und für die kommenden Jahre ein Plus von je 15 Prozent vor sich hat?

Foto: Priceline.com
Hendrik Leber

Hendrik Leber zählt zu den profiliertesten deutschen Value Investoren und Fondsmanagern.

Geld verdienen mit Internetaktien ist nicht besonders schwer. Sobald ein Marktsegment einen gewissen Reifeprozess hinter sich hat, gibt es in fast jedem Bereich drei bis vier weltweit dominierende Anbieter. Mehr braucht es nicht. Sie teilen Marktanteile und Wachstum unter sich auf. Größe, Zuverlässigkeit, Kundennähe und Preis bestimmen den Erfolg. Neue Anbieter haben kaum eine Chance. Aus Anlegersicht reicht sogar nur eine Firma: die Nummer eins. Dem Marktführer fällt nahezu automatisch der größte Teil des Gewinns zu.

Wenn es um Urlaubsflüge, Hotelübernachtungen oder Mietwagen geht, heißt das Unternehmen der Wahl Priceline . Mit einem Marktwert von rund 70 Milliarden Dollar deklassiert der Reisemulti die Konkurrenz von Expedia (17 Milliarden Dollar) und Tripadvisor (9 Milliarden Dollar). Die Priceline-Marke Booking.com hat rund 520¿000 Hotels in 225 Ländern und Regionen im Programm. Internationale Reservierungen machen knapp 90 Prozent des Geschäfts aus. 9,2 Milliarden Dollar Umsatz standen 2015 in der Bilanz, 2,6 Milliarden Dollar blieben als Profit hängen. Damit verdiente Priceline mehr Geld als Amazon .

Das Wachstum der vergangenen Jahre war enorm. Seit 2011 haben sich Umsatz und Gewinn mehr als verdoppelt. Und so rechnet sich die Aktie, obwohl sie nicht billig ist.

Hinzu kommt: Der Ausleseprozess ist längst beendet - trotz der auf den ersten Blick herrschenden Unübersichtlichkeit. Neue Geschäftsmodelle wie Airbnb, Uber oder Yelp liefern sich ein hartes Rennen mit Suchmaschinen wie Google, die Hotels und Reisen anzeigen, oder Traditionsfirmen wie American Express , die versuchen, ihren Rückstand in der Onlinewelt aufzuholen.

Bei genauerer Betrachtung wird indes schnell klar, dass sich drei große Portale (Priceline, Expedia  und Tripadvisor) den Haupterlösbrocken teilen. Jedes mit eigenen Submarken, zum einen für Preisvergleiche (bei Priceline Kayak), für die Buchungen von Hotels (Booking.com) und Mietwagen (Rentalcars.com) oder Tischreservierungen (Open Table). In allen Kategorien liegt Priceline vorn.

Tatsächlich gibt es für Anleger kaum etwas Beruhigenderes als ein Unternehmen, das den Markt dominiert, in der vergangenen Dekade regelmäßig um rund 25 Prozent pro Jahr zulegte, für die nächsten Jahre Wachstumserwartungen von jährlich 15 Prozent hegt und dabei dicke Gewinne erwirtschaftet.