Mittwoch, 21. August 2019

Designer Philipp Plein über Ego und Protz "Meine erste Million habe ich mit 24 gemacht, mit Hundebetten aus Krokoleder"

Philipp Plein: Mode für Neureiche
DPA

3. Teil: "Asien ist unser wichtigster Markt"

mm: Das deutsche Geschäft ist rot.

Plein: Das liegt an den hohen Mieten.

mm: Die sind überall hoch.

Plein: Philipp Plein ist extrem profitabel. Unsere Ebit-Marge schwankt zwischen 20 und 25 Prozent, die Konkurrenz kommt im Schnitt auf 17 bis 18 Prozent Wir mussten hart für unser Geld arbeiten und wissen, was der Euro wert ist. Wir haben 2014 nach Steuern 46 Millionen Euro verdient. Zuletzt war es etwas weniger, aber 2017 landen wir wieder in dieser Größenordnung.

mm: Trotz der Filialprobleme?

Plein: Wir haben 600 Verkaufspunkte im Großhandel. Das ist das beste Geschäft überhaupt, wenn ...

mm: ... die Ware nicht verramscht wird ...

Plein:... wenn man nicht an jeden Trottel verkauft. Wir produzieren nur Ware, die bereits verkauft ist. Dank des rasanten Wachstums stoßen wir allmählich aber an Grenzen. Also haben wir vor vier Jahren begonnen, ein Filialnetz aufzubauen. Rund 75 Prozent der Läden werden von Franchisepartnern betrieben, den Rest machen wir selbst. Ein eigenes Filialgeschäft ist Champions League. Da nimmt man richtig Geld in die Hand: Mitarbeiter, Mieten, 2 bis 3 Millionen Euro für den Umbau, Ware im Wert von 400.000 Euro, die man erst mal vorfinanzieren muss. Das machen wir alles cash.

mm: Sie mussten zuletzt Shops dichtmachen.

Plein: Ja. Ich bin noch nicht zufrieden. Einige Läden laufen schlecht. Wir tun uns in New York schwer, schließen jetzt St. Moritz. Unterm Strich verdienen wir jedoch auch mit dem Filialnetz Geld.

mm: Sie wollten vergangenes Jahr 225 Millionen Euro umsetzen und sind bei 200 Millionen gelandet.

Plein: Dieses Jahr schaffen wir 270 Millionen, mit etwas Glück sogar 300.

mm: Wie soll das funktionieren?

Plein: Wir erlösen in Asien über 100 Millionen Euro. Das ist unser wichtigster Markt. In China haben wir 30 Läden, in Korea 14, in Japan verhandeln wir gerade mit einem Partner über den Einstieg. In den USA tun wir uns erwartungsgemäß schwer. 2016 haben wir dort acht Millionen Euro verloren, aber wir bleiben am Ball, drosseln nun die Ausgaben für Philipp Plein, um uns stärker auf Plein Sport und auf Billionaire konzentrieren zu können.

© manager magazin 7/2017
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