Digitalisierung Kapitalismus auf Koks - wie die On-Demand-Economy die soziale Marktwirtschaft zerstört

Die On-Demand-Economy hebt die soziale Marktwirtschaft aus den Angeln. Es gibt weder Sozialversicherung noch Feierabend. Es droht ein digitaler Feudalismus.
Einkaufen? Putzen? Die Einkaufs- und Putzhilfe wird heute per App bestellt - IT-Konzerne bringen Kunden und freie Dienstleister gegen Provision zusammen. Was sich zunächst sehr praktisch anhört, könnte schon bald den Sozialpakt aus den Angeln heben: 53 Millionen Freiberufler gibt es in den USA bereits, das sind 33 Prozent der arbeitenden Bevölkerung.

Einkaufen? Putzen? Die Einkaufs- und Putzhilfe wird heute per App bestellt - IT-Konzerne bringen Kunden und freie Dienstleister gegen Provision zusammen. Was sich zunächst sehr praktisch anhört, könnte schon bald den Sozialpakt aus den Angeln heben: 53 Millionen Freiberufler gibt es in den USA bereits, das sind 33 Prozent der arbeitenden Bevölkerung.

Foto: Corbis

"Nur Deppen schleppen" - mit solchen Plakaten hat das Startup Shopwings noch vor Kurzem in Berlin und München geworben. Nun will die Rocket-Internet-Tochter etwa in Sydney wachsen. Kunden können sich dort online Lebensmittel aus dem Supermarkt bestellen. On demand, versteht sich, innerhalb von nur zwei Stunden soll der Einkauf vor der Tür stehen.

Es ist ein schwüler Mainachmittag in Berlin-Wedding, als Evgeny Valtser (28) durch die Gänge eines Lidl-Marktes eilt, das Smartphone, seine digitale Einkaufsliste, stets griffbereit. Den Shopwings-Claim kommentiert er mit einem schrägen Lächeln; er ist der, der schleppt.

Ein Sixpack Pepsi, Crunchips "Western Style", Schokopudding - knapp 20 Produkte sind es diesmal. "Ein guter Auftrag", sagt Valtser, schon nach 15 Minuten steht er mit seinem Wagen an der Kasse. Draußen lädt er den Einkauf in einen alten Opel Astra, den er zum Kunden ins fünf Kilometer entfernte Reinickendorf steuert.

Insgesamt vergehen knapp 45 Minuten, bis er seinem Smartphone, das jeden seiner Arbeitsschritte protokolliert, einen erfolgreichen Abschluss melden kann. Ungefähr 14 Euro verdient Valtser durchschnittlich für so einen Einkaufsauftrag, meist braucht er weniger als eine Stunde dafür. Shopwings wälzt die Kosten für Sprit, Versicherung und mobile Datenrate ebenso auf ihn ab wie das Risiko, sich beim Schleppen zu verletzen. "Shopper" sind Selbstständige.

Oliver Samwer (2. v. links, mit Rocket-Vorstand): Die Startup-Schmiede Rocket Internet setzt mit Unternehmen wie Shopwings auf die On-Demand-Economy

Oliver Samwer (2. v. links, mit Rocket-Vorstand): Die Startup-Schmiede Rocket Internet setzt mit Unternehmen wie Shopwings auf die On-Demand-Economy

Foto: RALPH ORLOWSKI/ REUTERS

Valtser findet das trotzdem einen guten Deal. Er lebt eigentlich von Bafög und ist als Student krankenversichert. Für Shopwings, das zeitweise über 100 Rentner, Ex-Arbeitslose und Studenten wie ihn beschäftigte, hat sich das Geschäft bei einer Liefergebühr von maximal 6,90 Euro noch immer nicht gerechnet.

"Wir wollen noch kosteneffizienter werden, ohne den Lohn zu senken", sagt Co-Gründer Conrad Bloser, ein ehemaliger Bain-Berater. Seine Idee: Der Wert der Pfandflaschen, die Kunden den Shoppern gern als Trinkgeld mitgeben, könne zum Beispiel mit ihrem Honorar verrechnet werden.

Pfandflaschen einsammeln: Machen das nicht üblicherweise Menschen, die arm und ohne Hoffnung auf eine gesicherte Existenz sind? Ja, und neuerdings auch ein Startup, das mit rund zwölf Millionen Euro zu den besser finanzierten gehört.

Die Pfandflasche ist geradezu symbolhaft für ein Geschäftsmodell, das sich derzeit von Kalifornien aus mit aller Macht in die Welt ausbreitet: willkommen in der On-Demand-Economy, in der jeder lousy Penny zählt. Die neue Wirtschaftsform könnte das Verhältnis zwischen Kapital und Arbeit nachhaltig verändern. Zugunsten des Kapitals, versteht sich.

Kunden und Dienstleister zusammenbringen

Zunächst einmal klingen die Geschäftsmodelle verlockend: Die ausgeklügelten Apps von Shopwings, Uber und Co. bringen gegen Provision Kunden und freie Dienstleister auf besonders effiziente und bequeme Weise zusammen. Dank Smartphones, Internet-Flatrates und Cloud-Computing sind die Transaktionskosten für Unternehmen, die auch komplexe Aufgaben an freie, statt eigene Mitarbeiter vergeben, in den vergangenen Jahren rapide gesunken.

Wachstum und Fortschritt basieren seit je auf Effizienzgewinnen, sie haben uns erst aus der Abhängigkeit der Scholle und später aus dem Elend der frühen Industrialisierung befreit. Nun schreitet der Kapitalismus in die nächste Phase dieser Befreiung: Die neuen Fuß- und Kopfarbeiter können jederzeit frei entscheiden, wann, wie und für wen sie arbeiten wollen. Libertäre Valley-Ideologen sind begeistert.

Die Betroffenen oft weniger. Denn die Entwicklung hat längst auch qualifiziertere Berufe wie Anwälte (Upcounsel), Programmierer (Topcoder), Consultants (Eden McCallum) oder Vertriebler (Universal Avenue) erfasst. Die Plattform Upwork vermittelt bereits 9,3 Millionen Fachkräfte an rund 3,7 Millionen Firmen in der ganzen Welt.

Per App zur digitalen Leistungsbiene

In den USA wachse die Zahl der Selbstständigen, die einst gut dotierte und fest angestellte Jobs in Büros hatten, besonders schnell, sagt Richard Greenwald, Arbeitsmarktexperte und Dekan des Brooklyn Colleges. 53 Millionen Freiberufler gibt es in den USA bereits, das sind 33 Prozent der arbeitenden Bevölkerung. Hält der Trend in diesem Tempo an, rollt auf die Wirtschaft die vielleicht größte Umwälzung seit der industriellen Revolution zu. Arbeit wird völlig neu organisiert, Unternehmen werden von Menschen entkernt: die Digitalisierung als Neutronenbombe.

Uber-Chef Travis Kalanick: In Amerika können Besserverdiener bereits auf ein Heer von Honorarfahrern (Uber und Lyft), -boten (Postmates), -butlern (Alfred) und -köchen (Spoonrocket) zugreifen, das sie via Smartphone fernsteuern.

Uber-Chef Travis Kalanick: In Amerika können Besserverdiener bereits auf ein Heer von Honorarfahrern (Uber und Lyft), -boten (Postmates), -butlern (Alfred) und -köchen (Spoonrocket) zugreifen, das sie via Smartphone fernsteuern.

Foto: Getty Images

Die Regeln des Sozialpaktes werden stillschweigend neu definiert. Mit Apps ausgestattet, werden die Arbeitnehmer in digitale Leistungsbienen verwandelt, deren Arbeitsschritte sich live überwachen und für alle öffentlich sichtbar bewerten lassen: fünf Sterne für Pünktlichkeit, aber nur zwei für Qualität, leider kein Folgeauftrag für dich.

On-Demand-Beschäftigte wie Evgeny Valtser müssen sich zumeist selbst um Krankenversicherung oder Altersvorsorge kümmern, einen Urlaubsanspruch haben sie nicht. Ihr Lohn wird zum Vorteil der Startups (Provisionen) und Kunden (niedrigere Preise) dezimiert.

Was sich früher nur eine Elite leisten konnte, soll dank weltumspannender Plattformen so günstig werden, dass es auch für die Mittelschicht bezahlbar wird.

Ein Heer von Honorarfahrern, Boten, Butlern und Köchen

In Amerika können besserverdienende Städter bereits auf ein ganzes Heer von Honorarfahrern (Uber und Lyft), -boten (Postmates), -butlern (Alfred) und -köchen (Spoonrocket) zugreifen, das sie via Smartphone fernsteuern. Das Kundenbedürfnis wird zur Maxime und per Wisch befriedigt.

Die Investoren sind begeistert: 4,12 Milliarden US-Dollar pumpten amerikanische Wagniskapitalgeber im Jahr 2014 in heimische Startups aus der On-Demand-Welt - ein Plus von 514 Prozent im Vergleich zum Vorjahr (siehe Grafik). Kaum ein anderes Geschäft befeuert derzeit so sehr die Fantasie der Profigeldgeber.

On Sale: Wagniskapital in Startups mit On-Demand-Geschäftsmodell, in Mio. Dollar

On Sale: Wagniskapital in Startups mit On-Demand-Geschäftsmodell, in Mio. Dollar

Foto: manager magazin

Der neue Superheld dieser Bewegung heißt Travis Kalanick, der Chef von Uber. Der Fahrvermittlungsservice ist mit bald 50 Milliarden US-Dollar Firmenwert auf dem Papier zum wertvollsten Startup der Welt avanciert - und damit zum Vorbild für die nächste Gründergeneration. Schnell, aggressiv und gnadenlos effizient beim Ausnutzen jedes noch so winzigen juristischen und finanziellen Schlupflochs, so gelang es Uber, in Rekordzeit in über 58 Länder weltweit zu expandieren. Zwei Milliarden US-Dollar soll der Chauffeurdienst bereits im laufenden Jahr erlösen.

Doch dieser Erfolg hat auch eine sehr hässliche Seite. Wann immer Uber die eigene Provision erhöht, demonstrieren frustrierte Fahrer vor der Zentrale in San Francisco. Im Internet bezeichnen sie Kalanick als modernen Sklaventreiber und rechnen vor, was ihnen nach Abzug aller Kosten wirklich bleibt - ein paar Dollar pro Stunde.

Wenn die Putzhilfe obdachlos ist

Als ein Reporter des "New York Magazine" den Putzdienst Homejoy in San Francisco ausprobierte, musste er feststellen, dass seine neue Reinigungskraft aus der Vorstadt Oakland obdachlos war. Sein Bericht löste landesweit Kontroversen aus. Die On-Demand-Wirtschaft sei "im Besitz der oberen 1 Prozent des Silicon Valleys", hielt Jeremiah Owyang, Analyst und Vordenker der On-Demand-Bewegung, seinem Publikum neulich bei einem Kongress vor.

Steuern wir also mit jedem Softwareupdate unseres iPhones auf einen digitalen Feudalismus zu? Von Optimisten gern als Sharing-Economy schöngeredet?

Der Internetkritiker Andrew Keen warnt jedenfalls, die On-Demand-Wirtschaft sei das "Betriebssystem eines neuen, zunehmend ungerechten Silicon- Valley-Kapitalismus".

Während Karl Marx noch prophezeite, die Welt werde sich teilen in jene, die die Produktionsgüter besäßen und jene, die für sie arbeiten müssten, stellt sich die Situation inzwischen ganz anders dar. Die Macht hat der, dem die Algorithmen gehören und der damit ganze Dienstleisterarmeen steuert. Ihre Werkzeuge (Autos, Putzlappen, Rasenmäher) bringen diese zur Arbeit selbst mit.

Der Sozialpakt wird brüchig

Diese Entwicklung hat das Potenzial, selbst über Jahrzehnte gewachsene Konzerne zu sprengen. Großunternehmen mit Hunderttausenden von Beschäftigten sind ein Konstrukt der industriellen Revolution. Erstmals wurden Mitarbeiter fest eingestellt und nach normierten Strukturen organisiert. Das war effizienter für die Herstellung von Massenprodukten, als Tagelöhner am Straßenrand anzuheuern.

Später setzten Gewerkschaften Tariflöhne durch, Arbeitgeber übernahmen Teile der Sozialleistungen. Die Einsicht war gereift, dass es sich für Unternehmen rechnet, in eigene Mitarbeiter zu investieren. Der Aufschwung Deutschlands nach dem Zweiten Weltkrieg war auch der Siegeszug der sozialen Marktwirtschaft.

Nicht nur in den USA wird dieser Pakt wieder brüchig. Erst hat die Globalisierung Millionen von Arbeitsplätzen ins Ausland katapultiert, jetzt gehen auch noch die alten Strukturen in Flammen auf.

Die digitale Ich-AG - und eine eiskalte Marktlogik

Uber & Co. folgen bei der Bezahlung einer eiskalten Marktlogik, statt eines Tarifvertrags entscheiden Angebot und Nachfrage sekundengenau über den Lohn. Bei Unfällen soll die private Versicherung des Einzelnen einspringen. Uber will in der Regel erst zahlen, wenn ein Unfallschaden die Obergrenze des Fahrers übersteigt.

Ein solches Umwälzen von Kosten und Pflichten ist nicht nur im Taxigewerbe vorstellbar. Adam Neumann (36), schulterlanges Haar und T-Shirt mit dem Aufdruck "Creator", glaubt fest an die neuen Selbstständigen. Er ist CEO und Gründer von We Work und hat von New York aus den Kopfarbeitern der On-Demand-Welt ganze Tempel errichtet, aus denen sich auch Unternehmen bedienen können.

Das Startup vermietet Arbeitsplätze in Großraumbüros an selbstständige Designer, Rechtsanwälte, Journalisten, Marketingexperten oder Programmierer. Das klingt nach den in der Gründerszene so beliebten Co-Working-Spaces, hat damit aber wenig zu tun. Das iPhone 6 Plus würde ja auch keiner mehr mit dem alten Nokia 3210 vergleichen.

We Worker schließen eine Mitgliedschaft ab, sie bekommen dafür eine Flatrate, die WLAN, Druckerpatronen, Designereinrichtung und sogar Alkohol enthält. "Hausmeister" organisieren für den Feierabend After-Work-Partys, Tischtennisturniere oder Tech-Vorträge. Wer will, kann über We Work eine Gruppenkrankenversicherung abschließen oder sich mit dem Nachbarn an der Bar zu einem neuen Startup zusammentun. Konzerne können hier ganze Entwickler- oder Marketingteams rekrutieren, die dann gemeinsam in Räumen mit der Aufschrift "Werde nie sesshaft" an einem Projekt arbeiten. Ist es beendet, löst sich die Truppe wieder auf.

Kein anderer Büromakler in New York wächst derzeit schneller als We Work, Neumann hat Dependancen von San Francisco über London bis Tel Aviv eröffnet. Seine Investoren aus dem Silicon Valley und von der Wall Street bewerten die Firma bereits mit fünf Milliarden US-Dollar. Demnächst will der Entrepreneur auch nach Berlin expandieren. Es gehe ihm vor allem darum, mit We Work eine "Gemeinschaft von Schaffenden aufzubauen, die Menschen inspiriert, das zu tun, was sie lieben", sagte er kürzlich dem Magazin "Bloomberg Businessweek".

Dieser Traum ist schon lange kein amerikanischer mehr. Selbst in Schweden, das lange für seinen Sozialstaat bewundert wurde, haben sich die gesellschaftsökonomischen Koordinaten verschoben.

In Stockholm sitzt Max Giselson vor seinem Computer, ein 27-Jähriger mit akkurat gezogenem Seitenscheitel und weitem Hipster-Sweatshirt. Giselson ist Vertriebler. Er verkauft an Restaurants, Hotels und Boutiquen in Stockholm Angebote digitaler Dienstleister. Zu seinen Kunden gehören iZettle, ein Startup für mobile Bezahlsysteme, oder Spotify, der Musik-Streamingdienst. Obwohl Giselson Spotify-Abos für Gewerbetreibende verkauft, hat er noch nie mit jemandem aus dem Unternehmen zu tun gehabt.

Arbeiten als Lifestyle-Gefühl

Seine Aufträge erhält er über die App des Startups Universal Avenue. Sie zeigt ihm an, welche Route er durch die Stadt nehmen soll, damit er in der geplanten Zeit möglichst viele Kunden besuchen kann. Mit ihr kann er sich auch fortbilden und in interaktiven Übungen seine Stärken und Schwächen als Vertriebsmann ausloten.

Giselson hat gerade erst angefangen, mit Universal Avenue zu arbeiten und dafür vor Kurzem einen festen Job bei einer Kredit-Ratingagentur aufgegeben: "Ich habe als Anfänger in etwas über einer Woche schon 1900 Euro verdient", sagt er. Den alten Job vermisse er nicht: "Ich kann jetzt arbeiten, wann ich will und mir dabei auch noch coole Marken wie Spotify aussuchen." Universal-Avenue-Gründer Johan Lilja (35) sitzt daneben und grinst. Liljas Firmenmotto lautet: "Wir arbeiten so, wie wir leben wollen."

Der Satz klingt esoterisch, passt aber zum Lebensgefühl vieler Millennials, also jener, die um die Jahrtausendwende im Teenageralter waren. Die On-Demand-Arbeiterschaft bestehe zu 44 Prozent aus dieser Generation, die bereits mit dem Internet aufwuchs, sagt Mary Meeker, Partnerin beim Investor Kleiner Perkins Caufield & Byers und Autorin des jährlichen "Internet Trend Reports", eine Art Superstudie über die wichtigsten Trends im Digitalbusiness. 38 Prozent der Millennials seien Freischaffende, die viel Wert auf Flexibilität legten.

Forscher der Universität Stanford sehen das On-Demand-Gewerbe in einem differenzierteren Licht. Sie haben 1330 Freischaffende befragt und dabei herausgefunden, dass die meisten ihre Jobs nur ausüben, um ein anderes Einkommen aufzubessern. Krankenversicherung, Altersvorsorge oder bezahlter Urlaub seien nach wie vor Leistungen, die von den Befragten sehr geschätzt werden. Zudem verliere die in Aussicht gestellte Flexibilität schnell an Attraktivität, wenn einem die Plattformen diktierten, zu welchen Uhrzeiten am meisten Geld verdient werden kann. Der Algorithmus übernimmt die Rolle des Vorarbeiters.

Robert B. Reich, ehemaliger Arbeitsminister unter US-Präsident Bill Clinton und heute Wirtschaftsprofessor in Berkeley, warnt die nachwachsende Generation bereits vor "einem unberechenbaren, nicht sonderlich gut bezahlten und furchtbar unsicheren Erwerbsleben".

Von mehr Effizienz müssen schon alle profitieren, Vermittler und Beschäftigte. Sonst reißt der neue Tech-Kapitalismus noch mehr Gräben auf als all seine Vorgängermodelle.

Bei der Juristin Lara Phimister scheint das On-Demand-Geschäft zu funktionieren. Die Yale-Absolventin und ehemalige Vizepräsidentin des Investmentfonds Wellington bietet ihre Dienste inzwischen bei Upcounsel feil. Auf eigenes Risiko und eigene Rechnung. Scheinbar erfolgreich: Ihre Kunden geben ihr 4,9 von maximal fünf Sternen, Kommentar: "Lara is the best."

Mit Pfandflaschen hingegen wird sich kein Mitarbeiter lange motivieren lassen. Shopwings bekam das bereits zu spüren: Das Unternehmen hat Ende Juli sein Deutschlandgeschäft eingestellt. Die Gründer wollen sich nun vor allem auf Australien und Südostasien konzentrieren.

In den USA beginnt der Kessel schon zu pfeifen. So haben sich beispielsweise in Kalifornien Fahrer von Uber und Lyft auf zwei Massenklagen geeinigt: Sie fordern den Status von fest angestellten Mitarbeitern. Die California Labor Commission urteilte bereits Mitte Juni, dass Uber-Fahrer keine Honorarkräfte seien. It's the old economy, stupid.

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