Montag, 22. Juli 2019

Nach dem Apple-Schock Wie Rajeev Suri Nokia wieder aufrichten will

Drei ungleiche Sparten: Was von Nokia übrig blieb
REUTERS

Die Finnen bauen aus den Trümmern ihres globalen Reiches einen neuen Tech-Konzern. Gelingt Vorstandschef Rajeev Suri der große Auftritt auf der Weltbühne?

Hamburg - Das Treffen, zu dem das Nokia-Management am 31. Oktober einlud, war von geradezu historischer Bedeutung. Im Auditorium der neuen Firmenzentrale, Karaportti 3, Espoo, Finnland, ging es um die Zukunft des Unternehmens. Also um alles. Eine Stunde nahm sich der neue Nokia-Chef Rajeev Suri (47) Zeit, er las vom Blatt ab.

Seine Botschaft: Die Zeit des Schrumpfens und des Kürzens ist vorbei. Nokia werde wieder innovativ und in neue, vielversprechende Geschäftsfelder expandieren. Alle bei Nokia seien jetzt wichtig und gefragt. Und: Ab sofort gelten wieder die alten Werte, aus jener Zeit, als Nokia noch groß war; allen voran Respekt und Angriffslust.

Rund 30 Arbeitnehmervertreter aus ganz Europa hörten Suri zu, und sie wollten nichts lieber, als ihm glauben. "Suri hat uns Hoffnung gegeben, dass Nokia endlich wieder zurück ist", sagt Anssi Ennevaara, einer der Anwesenden.

Es wurde Zeit für einen rosaroten Ausblick, denn der Abstieg der letzten Jahre war brutal. Das vorläufige Ende: Der einst wertvollste Tech-Konzern Europas musste sein Handygeschäft an den Erzrivalen Microsoft Börsen-Chart zeigen verkaufen.

Doch immer wieder hat es Nokia in den 150 Jahren seines Bestehens geschafft, sich neu zu erfinden, von der Papierfabrik zum Gummistiefelproduzenten zum größten Handyhersteller der Welt. Und der Name klingt noch immer bedeutend.

Beginnt also gerade die nächste Wiedergeburt? Oder schmilzt die Hoffnung schon bald wieder dahin wie der finnische Schnee in den Straßen Espoos?

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