Samstag, 25. Januar 2020

"Sonop" - teuerste Luxuslodge in Namibia Afrika in seiner schönsten und teuersten Form

Wer Tiere sehen will, muss nach Botswana, Tansania oder Kenia. Wer die afrikanische Weite liebt, ist hier noch besser aufgehoben: blauer Himmel, roter Sand, Dünen, Berge, Wüste. Einfach fast keiner da, nur drei Einwohner pro Quadratkilometer, lediglich die Mongolei hat weniger. 44 Prozent des Landes stehen unter Naturschutz. Meist wolkenlos, dunkler Sternenhimmel und perfekte Thermik. Was günstig ist, denn zu den allerbesten Unterkünften muss man fliegen.

Eine ist entlegener und eleganter als die andere: "Serra Cafema", "Hoanib Camp" - und nun "Sonop", die neueste Lodge des Franzosen Arnaud Zannier (46), auf Felsen erbaut, am Rand der Namib, gut eine Flugstunde von Windhuk und zwei Autostunden von den roten Dünen von Sossusvlei entfernt. Es gibt eine eigene Landebahn - und keine andere Lodge weit und breit.

Viel Glamour im Nichts: Allein das Flughafengebäude ist so schick, ganz in Weiß, dass man es im ersten Moment für die Lodge hält. Mit dem Land Rover geht es dann ins Camp. Zehn Zelte mit Badewanne, alles inszeniert im Stil britischer Entdecker der 20er Jahre, alte Koffer, Fernrohr und Globus, selbst die alten Karten in den Bilderrahmen - und das Ganze hat Zannier gepaart mit Technik und Lifestyle des neuen Jahrtausends.

Es gibt Wüstenyoga, Safaris zu Pferd und Fahrten mit dem E-Bike in den Sonnenuntergang. Für Energie und Wasser sorgen Sonnenkollektoren und Brunnen, die Zannier errichtet hat. Eine Zigarrenlounge ist natürlich auch da.

Abends trifft man sich zum Galadinner im großen Zelt, Silberteller, jede Menge Kerzenleuchter. Der Namib-Naukluft-Park, in dem das "Sonop" liegt, ist ein International Dark Sky Reserve, also: der perfekte Ort zum Sternegucken. Wen die Landschaft noch nicht ruhig genug macht, für den gibt es eine Desert-Spa-Massage mit Myrrhe, Salz, Moringaöl.

Zannier, Sohn eines Textilunternehmers, wird als der neue Adrian Zecha, Gründer der legendären Aman-Hotels, gefeiert. Er hat Wirtschaft studiert, wäre aber lieber Architekt geworden. Statt Modemarken wie der Vater entwickelt er nun eigene Hotels. Das dauert manchmal zwei Jahre, aber dafür stimmt dann auch alles. Schon in seinen anderen Häusern hat er seinen Blick für jedes Detail bewiesen, dem "Le Chalet" in Megève (Frankreich), dem "1898 The Post" in Gent (Belgien) oder "Phum Baitang" nahe Angkor Wat (Kambodscha). Demnächst folgt Vietnam, später Mexiko, Menorca.

Auf Namibia brachte ihn vor ein paar Jahren Angelina Jolie. Sie hatte dort fünf Monate gedreht. Freunde von ihr, Rudie und Marlice van Vuuren, haben ein Reservat mit einer Klinik für verwundete Raubkatzen und Wildtiere bei Windhuk, ihnen fehlte aber das Geld für das 9000 Hektar große Nachbargelände. Zannier zahlte, baute zehn Luxuslehmhütten. Auf "Omaanda" ("Nashorn"), das 2018 öffnete, werden viele der Kliniktiere wieder ausgewildert. Löwen als Zugabe zum beheizten Pool mit Bar. Zanniers Lodges in Namibia sind die teuersten im Land. Für "Sonop" hat er die besten Wildhüter abgeworben. Wer Glück hat, sieht auf seinen 5600 Hektar Säbelantilopen, Hyänen, Schakale, Löffelhunde, Leoparden - und vielleicht auch Angelina Jolie.

Insidertipp
Schon eine seltsame Vorstellung: per E-Bike durch die Halbwüste. Aber wer will, kann sich einfach eins nehmen und losfahren. Näher kommt man der roten Landschaft nicht. Ein Muss im "Sonop".

Info
"Sonop", ab 625 Euro pro Person, all-inclusive, "Omaanda" (Windhuk), ab 540 Euro. zannierhotels.com

Die Reise wurde unterstützt von Zannier Hotels.

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