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Autotest: Unterwegs mit dem Mercedes GLE Coupé

Foto: Daimler

So fährt sich der neue Mercedes GLE Ein Auto ohne Kompromisse

Der neue Mercedes GLE kommt breitbeinig und massig daher, hat sich aber bestens im Griff.

Wäre der neue Mercedes GLE ein Mensch, er wäre wahrscheinlich ein Rapper, breitbeinig wie er daherkommt: Die Reifenwalzen sind allemal breit genug für die Reeperbahn, in den Außenspiegeln sitzen Bildwerfer, die beim Türöffnen im Dunkeln Mercedes-Firmenembleme aufs Pflaster projizieren, groß wie Gullydeckel. Als Insasse sitzt man in dem Coupé so hoch, dass alle unter 1,70 Meter Körpergröße beim Einstieg klettern müssen - und beim Ausstieg rutschen.

Aber der neue GLE will es aufnehmen mit dem BMW X6, und da zählen eben Muskeln und Größe. Und - ganz wichtig - ein eigener Kopf. Die Tour, auf der ich testen will, wie autonom der GLE zurechtkommt, führt mich von Berlin in den Oderbruch. Schon an den Ampeln in der Innenstadt bewegt er sich mühelos selbsttätig durch den Stop-and-go-Verkehr. Die A11 Richtung Norden ist an diesem Tag ziemlich frei, Tempomat, Abstandsregler und Spurhalteassistent können also zeigen, was sie gemeinsam zuwege bringen.

Tatsächlich fährt das große SUV perfekt allein, auch bei Tempo 140. Selbst durch die vergleichsweise engen Kurven im Autobahnkreuz zirkelt der Lenkassistent mühelos. Und er quittiert auch nicht ohne Vorwarnung den Dienst. Nur wer ganz genau auf den eigenen Bewegungssinn achtet, der bemerkt ein leichtes Eiern, einen dezenten Schlangenlinienkurs innerhalb der breiten Fahrspuren.

258 PS/190 kW V-6-Zylinder-Turbodiesel mit 2987 ccm Hubraum
189-180 g/km, CO2-Emission

Die Hände darf ich gleichwohl nicht vom Lenkrad nehmen. Nach wenigen Sekunden blinkt eine Anzeige fett in Rot, kurz danach ertönt ein scharfer Warnton. Die Spur kann der neue GLE noch nicht selbst wechseln, etwa zum Überholen - obwohl er alle hierfür erforderlichen Kameras und Detektoren an Bord hat.

Das gleichmäßige Gleiten sorgt für ein souverän-entspanntes, sicheres Fahren - auch später auf der Landstraße. Der Autopilot gibt erst auf, als es in den Tiefen der Uckermark gar keine Fahrbahnmarkierungen mehr gibt. Das assistierte Fahren drosselt nicht nur den Adrenalinausstoß, sondern auch den Spritkonsum: Nach gut 200 Kilometern hat der GLE gerade mal 18 Liter Diesel verbraucht.

Eine weitere positive Überraschung zeigt sich im Parkhaus. Zwar gibt es nach hinten so wenig Ausblick wie durch die Sichtscharten eines Aston Martin. Doch mithilfe der Kameras, der Draufsichtsimulation und der Abstandsmesser lässt sich der Koloss erstaunlich gut rangieren. Was Assistenten heute alles können.