Freitag, 22. November 2019

Milliardenzauber Die wilden Geschäfte des Lars Windhorst

Finanzartist: Auf wen Windhorst zählen kann - und auf wen nicht
DPA

7. Teil: Windhorsts Marsch ins Putin-Reich

So war es zumindest unlängst im Fall von Chlodwig Reuter (68), einem ehemaligen Topmann von Dresdner Kleinwort Wasserstein. Windhorst hält große Stücke auf ihn. Konnte ihn aber nicht wie vorgesehen in den Board von Sapinda holen, weil er schon bei der luxemburgischen Volga Group im Board sitzt. Die gehört dem Oligarchen Gennadi Timtschenko (63). Der zählt zu jenen Russen, die von der EU seit der Krim-Krise mit einem Einreiseverbot belegt sind.

Es ist also ein weiter Weg, den Windhorst noch zurücklegen muss, will er die Anerkennung bekommen, nach der er strebt. Im November wird er 40, aber statt das Erreichte zu konsolidieren, geht er weiter voll ins Risiko.

Als Nächstes plant er unter anderem eine Expansion nach Russland. In Moskau soll ein Büro aufgebaut werden, samt einer neuen Gesellschaft. Sapinda Eurasia soll sie heißen und in Putins embargogeschädigtem Reich investieren. Die Krise bietet schließlich auch Chancen, sofern man risikofreudig ist.

Die Mittel dazu hat Windhorst. Weitere 100 Millionen Euro kann er nun einsetzen. Diese Summe zahlt der Scheich aus Abu Dhabi für einen 10-Prozent-Anteil an der Sapinda Holding. Eine Hälfte ist schon überwiesen. Die andere kommt, sobald der Jahresabschluss 2015 vorliegt.

Auch Superreiche aus dem Morgenland lassen bei Windhorst Vorsicht walten.

Anmerkung: Dieser Text ist zuerst in der April-Ausgabe von manager magazin (4/2016) erschienen.

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