Samstag, 25. Januar 2020

Starmanager John Legere über seine Management-Prinzipien "Ich liebe es, andere verlieren zu sehen"

T-Mobile CEO John Legere

3. Teil: 3. Ein Feindbild ist nützlich

One of a kind
  • Copyright: DPA
    DPA
    Die Vita des John Legere (58)
    Der Mann nimmt kein Blatt vor den Mund, Krawall gehört für ihn zum Geschäft. Er wollte eigentlich Fitnesstrainer werden, studierte dann doch Wirtschaft und heuerte bei AT&T und später bei Dell an. Der zweimal geschiedene Manager ist sportbegeistert und arbeitswütig. "Wenn ich nicht gerade laufe oder meine Töchter treffe, arbeite ich."

Jede gute Geschichte braucht einen Bösewicht. Wir hatten unseren früh ausgemacht: AT&T. Unsere Recherchen bewiesen dessen miserables Image. Wo immer ich auftrat, stellte ich folgende Fragen: "Wer von Ihnen hat einen Mobilfunkvertrag mit AT&T? Und wer von Ihnen hasst das Unternehmen?" Es waren jedes Mal viele Hände, die nach oben schnellten. Wir schickten sogar jemanden mit einem AT&T-Gerät nach Europa, damit er von dort aus telefonierte. Wir nahmen die Rechnung, markierten die obszön hohen Gebühren und verglichen sie in Anzeigen mit unserem Free Roaming.

Während des Super Bowls 2016 knöpften wir uns Verizon vor. Verizon hatte in seinen Anzeigen zu Unrecht behauptet, sein Netz sei schneller als unseres. Das konnten wir natürlich nicht auf uns sitzen lassen. Deshalb machte sich Entertainer Steve Harvey in unserem Auftrag über Verizons Fehler lustig. Harvey war der perfekte Mann für den Job. Kurz zuvor hatte er bei der Wahl der Miss Universe die Falsche zur Gewinnerin gekürt. Für uns sagte er: "Verizon hat's falsch gemacht. Ja, die waren es! Nicht ich."

4. Mit Twitter zum Erfolg Die sozialen Medien sind ein fester Bestandteil meiner Führungsstrategie. Dabei war es eher Zufall, dass ich sie für mich entdeckte. Und das kam so: Meine Tochter und ich saßen beim gemütlichen Abendessen, und sie kam auf die Idee, mir einen Twitter-Account einzurichten. Einige Minuten später riefen unsere Sicherheitsleute mich an: Jemand würde sich auf Twitter für mich ausgeben. Ich versicherte, dass ich es tatsächlich selbst war. Unsere Anwälte waren entsetzt: Sie rieten mir dringend ab, zu tweeten. Ich ignorierte ihren Rat. Einer meiner ersten Kontakte wollte wissen, wie er seine Karriere aufbauen sollte. Ich fragte meine älteste Tochter, was ich antworten sollte. Sie verbringt viel Ziel damit, online zu spielen. Ich schrieb: "Fang an, ,World of Warcraft' zu spielen. Erreiche Level 90." Plötzlich lasen jede Menge Gamer und Techies meine Twitter-Kommentare.

Heute habe ich fast 3,5 Millionen Follower. Weil viele von ihnen ziemlich berühmt sind, habe ich eine enorme Reichweite durch Retweets, einige meiner Nachrichten werden mehr als 150 Millionen Mal aufgerufen. Ich verbringe viel Zeit damit zu twittern. Ich lebe allein und habe nicht mal einen Hund.

Seite 3 von 3

© manager magazin 2/2017
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung