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Jaguar XF Sportbrake: Edel kombiniert

Foto: Rüdiger Nehmzow für manager magazin

Jaguar XF Sportbrake im Fahrtest Katapultstart an der Ampel

Die Raubkatze gibt sich vielseitig: Der neue Fünftürer XF Sportbrake von Jaguar kommt mit gestreckt-geduckter Karosse und viel Power für den schnellen Start. Für manager magazin testete Ebbo Tücking, geschäftsführender Gesellschafter des Maßschneiderunternehmens Cove & Co, den Wagen.

Düsseldorf - Die aktuelle Mode bei Pkw-Neuheiten stellt sich ebenso erfindungsreich wie unergründlich dar: Mercedes nennt das Kombi-Coupé seines CLS-Modells "Shooting Brake"; bei Audi heißt das Fließheck der A7-Limousine "Sportback". Die britisch-indische Nobelmarke Jaguar kombiniert nun beides und präsentiert ihren neuen Fünftürer als "Sportbrake".

Derlei Marketingspitzfindigkeiten ignoriert mm-Tester Ebbo Tücking souverän. Der geschäftsführende Gesellschafter von Cove & Co., dem größten Anbieter hochwertiger Maßbekleidung in Deutschland, assoziiert mit Jaguars Typenbezeichnung lediglich "das Konzept einer sportlichen und geräumigen Kombilimousine". Ganz so, wie er es von seinem Dienstwagen, einem BMW 5er-Touring, zu kennen glaubt.

Vom gestreckt-geduckten Karosseriedesign, das dem Sportbrake die Einsortierung in die Schublade braver Familienkutschen ersparen soll, ist Tücking schon mal angetan. Der Experte für Form, Farbe und Comment hält die Gestaltung für "recht gelungen: unauffällig bis elegant".

Noch enthusiastischer fällt die Reaktion beim Innenraum aus. "Halleluja!", entfährt es dem 44-Jährigen, als sich beim Druck auf den Startknopf alle Belüftungsklappen im Armaturenbrett öffnen wie die Kanonenluken einer Galeone: "Welch ein Willkommen!"

Die gleichmäßigen Nähte gefallen dem Nobelschneider

Der Turbomotor läuft dagegen so seidig, dass Tücking "hinter dem Sound nie einen Diesel vermutet hätte". Auch die edlen Leder auf Sitz- und Interieur-Oberflächen, die gleichmäßigen Nähte und die "wertige Haptik" der verchromten Bedienelemente gefallen dem Nobelschneider.

Nur der Drehschalter zur Einstellung der Getriebeautomatik stört den Tester: Das Element liegt genau da auf der Mittelkonsole, wo BMW-Fahrer wie Tücking unbewusst hinfassen, wenn sie Navi, Klimaautomatik oder Soundsystem bedienen wollen. Obendrein sieht der große Drehknopf ähnlich aus wie der von BMWs iDrive-System.

Beim Jaguar hingegen müssen die meisten Gerätschaften über den Touchscreen im Armaturenbrett bedient werden. Der große Monitor ist zwar "gut ablesbar", wie Tücking findet, doch liegt er "weit weg vom Platz des Fahrers". Unterwegs kann somit nur der Copilot den Größenmaßstab des Navis verändern - was bei Wettbewerbern mühelos über einen Drehschalter gelingt.

Tempolimits werden nicht angezeigt

Die Ausfahrt beginnt in der Cove-Unternehmenszentrale im rustikalen Hinterhof eines Düsseldorfer Gewerbegebiets. Tücking staunt über das gewaltige Drehmoment, das der Turbodiesel schon bei niedrigen Drehzahlen bereitstellt. Fast bei jedem Ampelstart genießt er das Katapulterlebnis.

Auf der Autobahn freut sich der Tester über die Temperamentsreserven im oberen Drehzahlbereich. Mühelos hält der Sportbrake Schritt mit diversen grell lackierten Sportwagen rings um die rheinische Metropole. Einziges Manko hier: Der Jaguar verfügt über kein Kamerasystem, um geltende Tempolimits zu kontrollieren und ins Blickfeld des Fahrers zu projizieren. Bei seinen deutschen Wettbewerbern ist dies Standard.

Tückings Bilanz fällt dennoch positiv aus. Vor allem der große, ebene Kofferraum gefällt dem Firmengründer sowie "die Selbstverständlichkeit, mit der sich Vertrautheit beim Fahren einstellt". Immerhin ist der schwere Kombi fast fünf Meter lang. Steht der nächste Dienstwagen an, will Tücking "auf alle Fälle ein Angebot von Jaguar einholen". Ganz egal, welche modischen Kapriolen die Typenbezeichnung schlägt.

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