Starautor Lewis über "The Big Short" Hollywoods Crash-Chronist über das große Theater der Wall Street

US-Starautor Michael Lewis über den Wall-Street-Film "The Big Short", die Adaption seines Bestsellers.
Rein und raus: Michael Lewis' Report über die Finanzkrise wurde verfilmt

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mm: Kinofilme auf Basis literarischer Vorlagen fallen oft zum Schrecken der Autoren aus, die ihr Buch nicht wiedererkennen. Sind Sie zufrieden mit der Kinoversion von "The Big Short"?

Michael Lewis: Absolut, zu meiner eigenen Überraschung. Schauspieler und Regisseur haben den Geist des Buchs eingefangen und zugleich etwas anderes daraus gemacht, damit die Story auf der Leinwand funktioniert.

mm: In Ihrem Buch geht es um kompliziertes Zeug: die Finanzkrise, die mit dem Zusammenbruch des US-Hypothekenmarktes 2007 begann. Kann eine Geschichte über Collateralized Debt Obligations im Kino erzählt werden, ohne zu simplifizieren?

Michael Lewis: Ein bisschen Komplexität muss raus, sonst funktioniert es nicht. Ein Film ist ja eine Art Kurzgeschichte. Beeindruckend war für mich, wie viel von der Komplexität des Buches im Film bewahrt wurde.

mm: Regisseur McKay hat Improvisationstheater studiert, als Stand-up-Comedian und Gagschreiber für Late-Night-Shows gearbeitet. Ausgerechnet dem haben Sie einen Wall-Street-Film zugetraut?

Michael Lewis: Adam ist völlig angstfrei und ein grenzenlos talentierter Unterhalter. Er hat sich intensiv eingearbeitet; aber nicht, um die Finanzprofis zu beeindrucken, sondern um seinem Publikum die Geschehnisse nahezubringen. Außerdem: Die Hauptfiguren in "The Big Short" verdienen Millionen mit Wetten gegen die Großbanken - sie reagieren auf das außer Kontrolle geratene System. Das ist vom Improvisationstheater nicht weit weg.

mm: Die beste Szene?

Michael Lewis: Zum Beispiel der Moment am Ende, als Hedgefondsmanager Michael Burry - gespielt von Christian Bale - seinen Investoren die Unsummen an Geld vorrechnet, die er gerade für sie verdient hat. Sehr emotional.

mm: Ihr Lieblingsdarsteller?

Michael Lewis: Achten Sie mal auf Vinny, verkörpert von Jeremy Strong. Nur eine Nebenrolle, aber unglaublich intensiv, lebensnah gespielt.

The Big Short: 131 Minuten, Paramount Pictures, seit 14.1.2016 im Kino

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