Donnerstag, 19. September 2019

Here-Chef Edzard Overbeek Dieser Mann ist für deutsche Autohersteller der Mann der Zukunft

Edzard Overbeek: Der Here-Chef Here soll Daimler, BMW und Audi die Schlüsselkompetenz fürs autonome Fahren liefern, bevor Google die deutschen Autokonzerne zu tumben Hardwarelieferanten degradiert
Ole Schleef/ manager magazin
Edzard Overbeek: Der Here-Chef Here soll Daimler, BMW und Audi die Schlüsselkompetenz fürs autonome Fahren liefern, bevor Google die deutschen Autokonzerne zu tumben Hardwarelieferanten degradiert

Edzard Overbeek soll den Kartenhersteller zu einem Digitalimperium wie Google oder Facebook umbauen. Schade nur, dass er Topleute verloren hat.

Das folgende Porträt stammt aus der August-Ausgabe des manager magazins. Wir veröffentlichen es hier ausnahmsweise als Kostprobe auch für Nicht-Käufer des Magazins. Damit Ihnen künftig keine "Wirtschaft aus erster Hand" mehr entgeht, empfehlen wir ein Heft-Abo.

Wo war ich eigentlich?" Edzard Overbeek (48) zögert. "Asien, erst Japan, dann Korea". Das war vergangene Woche. Davor? "Europa". Und davor Silicon Valley, Chicago, New York. Mögliche Partner treffen, Kunden kennenlernen, der Finanzwelt zuhören und – wie nebenbei – die neue Unternehmensstrategie entwickeln.

Seit Anfang März führt Overbeek den Digitalkartenspezialisten Here. Der Niederländer wohnt im Silicon Valley, Here sitzt in Chicago und Berlin, an diesem Morgen empfängt er in G3.07, einem Meeting-Room des Amsterdamer Flughafens Schiphol. Das Flugzeug aus Budapest ist um 8.15 Uhr gelandet, abends geht es wieder weiter.

Overbeek, abgeworben vom amerikanischen IT-Konzern Cisco Börsen-Chart zeigen , ist für Deutschlands Autobauer der Mann der Zukunft. Er soll Audi, BMW Börsen-Chart zeigen und Daimler die supergenauen Karten liefern, mit denen dereinst die Roboterautos navigiert werden. Vor allem aber soll Overbeek verhindern, dass neue Rivalen wie Apple Börsen-Chart zeigen , Google Börsen-Chart zeigen und Uber ihre Modelle schneller auf die Straße bringen.

Vor einem Jahr haben die drei deutschen Premiumspezialisten Here für 2,8 Milliarden Euro von Nokia Börsen-Chart zeigen gekauft. Traditionell verfeindete Marken als Co-Investoren – das zeigt, wie ernst die Lage ist. Here soll die Schlüsselkompetenz fürs autonome Fahren liefern, bevor Google die Autokonzerne zu tumben Hardwarelieferanten degradiert.

Die Startbedingungen indes sind nicht die besten. Die Here-Chefs und -Vorstände wechselten zuletzt fast so häufig wie die Trainer des Erstligaabsteigers VfB Stuttgart. Da war zunächst Michael Halbherr (51). Der Schweizer, der die Verkaufsgespräche mit den Autoherstellern noch eingeleitet hatte, verließ Here im August 2014 im Streit mit Rajeev Suri (48), CEO der damaligen Mutter Nokia Börsen-Chart zeigen.

"Die Motivation war im Keller"

Halbherrs Nachfolger Sean Fernback (52) fiel Anfang 2016 bei den neuen Eigentümern durch. Der für den Bereich Connected Cars zuständige Vorstand Ogi Redzic (45) wechselte freiwillig zu Renault-Nissan; im Mai verabschiedete sich dann der hochgeachtete John Ristevski (39), Gründer der Hightechtochter Earthmine.

"Die Motivation war im Keller", sagt eine Führungskraft. "Ein Jahr lang ist hier fast nichts passiert."

Nun muss Edzard Overbeek die Stimmung drehen, muss vermitteln zwischen Softwarenerds und Blechbiegern, zwischen dem Winzling Here mit seinen 6500 Mitarbeitern und dem Giganten Volkswagen Börsen-Chart zeigen mit rund 615.000 Beschäftigten.

Seite 1 von 3

© manager magazin 8/2016
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung