Mittwoch, 29. Januar 2020

So gleichförmig sind deutsche Gründer Deutschland fehlt ein Elon Musk

Deutsche Gründer vs. US-Visionäre: Samwer ist kein Musk
Reuters; DPA

5. Teil: Es gibt sie, die Einhörner

Findigen Ingenieuren und Programmierern fehlt hierzulande allzu oft der Mut, sich als Gründer zu versuchen. Sie lassen sich lieber von Industriekonzernen rekrutieren. Die bieten ordentliche Gehälter und Sicherheit. Nur selten wachsen in Deutschland sogenannte Einhörner heran, Shootingstars mit einem Firmenwert von einer Milliarde oder mehr. So wie das Göppinger Start-up Teamviewer (Fernwartungssoftware), das im Juli 2014 für rund eine Milliarde Dollar an den Investor Permira verkauft wurde.

Dem Berliner Unternehmen Senic, das bislang nur Insidern ein Begriff ist, wird ebenfalls Potenzial nachgesagt. Senic hat einen Controller namens "nuimo" entwickelt, der sich via Bluetooth mit Smartphones, Lampen oder einer Musikanlage verbindet. Mit Gesten lässt sich so die Lautstärke verändern oder das Licht dimmen.

Die drei Gründer nahmen am prestigeträchtigen Accelerator-Programm "Y-Combinator" in Kalifornien teil, das schon Firmen wie Airbnb zum Erfolg führte. Zu ihren Fans gehört Xing-Gründer Lars Hinrichs ("Senic ist richtig genial"), der nuimo gleich für sein Smarthome-Projekt an der Außenalster orderte. Und in den USA haben sie den Möbelhersteller Steelcase als Partner gewonnen, dessen Schreibtische sie einmal mit intuitiven Steuermechanismen ausstatten sollen.

Wer das Team in seiner Gründer-WG in Kreuzberg besucht, trifft auf drei bescheidene junge Männer, die ihren Kaffee selbst kochen und ganz für ihren Controller leben. Sie tüfteln lieber noch eine Weile länger daran, um nur ja nicht die künftigen Kunden zu enttäuschen. So hat sich die Marktreife von nuimo mehrmals verzögert.

Damit ist Senic eines der wenigen deutschen Start-ups, dem ein zusätzlicher WHU-Absolvent im Team vielleicht ganz guttun würde.

© manager magazin 8/2015
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