Möbelklassiker Gemütliche Geldanlage

Die Lounge Chairs von Eames sind ein äußerst werthaltiger Möbelklassiker.
Von Verena Richter
Black Beauties: Dieses Lounge-Chair-Set erzielte 2016 bei Artcurial 19.500 Euro

Black Beauties: Dieses Lounge-Chair-Set erzielte 2016 bei Artcurial 19.500 Euro

Foto: Vitra

Seinen allerersten Lounge Chair schenkte das Designerehepaar Charles und Ray Eames 1956 dem Regisseur Billy Wilder. Heute zählt der Sessel inklusive Fußhocker zu den Möbelikonen. In Amerika wird er von Herman Miller hergestellt, in Deutschland von Vitra. Neu ist der Sessel mit dem Hocker ab 6500 Euro zu haben, gut gepflegt lässt sich das Duo nach zehn Jahren mindestens zum gleichen Preis wieder verkaufen.

Verena Richter

Verena Richter ist Journalistin mit dem Schwerpunkt Design. Sie schreibt unter anderem für "Salon".

Die Juwelen unter den Eames- Lounge-Chairs finden sich auf dem Sekundärmarkt. Ein frühes Modell, das 1957 noch etwa 1100 Mark kostete, wird heute für 15.000 bis 25.000 Euro gehandelt, Tendenz steigend. "Diese Stücke sind Teil der ersten Serie, die man daran erkennt, dass die Sitzschalen nicht nur außen, sondern auch innen mit Palisander ausgestattet sind", erklärt Stefan Thoma, ein Restaurator, der eng mit Vitra zusammenarbeitet. Ab 1964 ersetzte die Firma das Edelfurnier innen durch Eschen- oder afrikanisches Aningeriaholz. Für mehr Sitzkomfort verwendete Vitra ab den 70ern Schaumstoff statt Daunen.

Es gilt also: Je älter, desto teurer. Besonders gewinnträchtig sind auch Modelle aus Rio-Palisander, denn das Holz wurde in den 60ern unter Naturschutz gestellt. Je nach Zustand, Herkunft und Furnierbild werden dafür inzwischen bis zu 12.000 Euro verlangt. Je mehr Kontrast ein Furnierbild aufweist, desto wertvoller ist es.

Wichtig: Die Möbelstücke dürfen nur authentisch restauriert werden. Das heißt: Daunenfedern bleiben Daunenfedern. Wer es bequemer haben möchte, sollte sich ein Zweitpolster aus Schaum anlegen.

Weitere Modelle, die als Investition lohnen: die Sonderedition, die 2007 zum 50. Jubiläum produziert wurde. Auf 999 Stück limitiert, mit Aluminiumschild und Seriennummer, kostete ein Set damals 7500 Euro; derzeit werden die Sessel für mehr als 14.000 Euro gehandelt. Nicht ganz so wertvoll, aber doch begehrt, sind die Leder-Grand-Modelle aus den 80ern, die mit besonders dicken Lederarten überzogen sind (in Schwarz, Braun oder Naturfarben). Sie wurden ursprünglich für 4700 D-Mark verkauft und kosten nun 6500 Euro.

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