Montag, 20. Mai 2019

Geldanlage für Hedonisten Schon einen Man Ray in der Sammlung?

Museum of Modern Art: Das MoMA in Manhattan, New York
imago/Luis Carballo
Museum of Modern Art: Das MoMA in Manhattan, New York

Das Museum of Modern Art verkauft erstklassige Fotografien bei Christie's - und zwar günstig.

Wahnsinn, Crash, Erholung: Der Kunstmarkt hat eine mustergültige Spekulationsmanie hinter sich. Nach dem Preissturz um 21 Prozent bei Nachkriegs- und Gegenwartswerken im vergangenen Jahr steigen die Preise nun wieder, wie im mm-Kunstindex prophezeit (mm 5/2017). Im ersten Halbjahr verteuerte sich Contemporary Art um 14 Prozent, die Umsätze kletterten weltweit um 7,1 Prozent, mit starkem Ost-West-Gefälle.

Roman Kräussl
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    Ökonom und Kunstkenner Roman Kräussl lehrt an der Luxembourg School of Finance und in Stanford. Kontakt: roman.kraussl@uni.lu

Während der Markt in den USA boomt (plus 30 Prozent) und auch in Großbritannien kräftig anzieht (12 Prozent), platzt die Spekulationsblase in China gerade (minus 15 Prozent). Insgesamt dürften Preise und Umsätze weiter steigen, denn die wohlhabenden Investoren verfügen nach wie vor über viel Kapital und wenig Anlagealternativen.

Wer in die Rallye einsteigen will, erhält dafür mehrere Gelegenheiten: Das Museum of Modern Art (MoMA) in New York hat Christie's mit dem Verkauf von 400 Fotografien aus seiner Sammlung betraut, die in acht Auktionen bis April 2018 versteigert werden sollen. Darunter kunsthistorisch wichtige Werke von Man Ray, Henri Cartier-Bresson, Alfred Stieglitz, Constantin Brâncu¿i und Ansel Adams. Der MoMA-Beschluss, zu verkaufen, ist kein Makel: Das Haus besitzt viele Schenkungen und kann daher auch Erstklassiges entbehren.

Die erste Auktion stieg am 10. Oktober und begann mit zwei Fotos von Man Ray. Diese beiden Rayographen (oder Rayogramme) wurden zwischen 1923 und 1928 erstellt und sind keine Duplikate, sondern einzigartig. Ein anderer Untitled Rayograph, ebenfalls ein Unikat, hatte 2013 bei einer Christie's-Auktion 1,2 Millionen Dollar erzielt. Die beiden nun angebotenen Arbeiten wurden trotz ihrer Provenienz nur auf 150.000 bis 300.000 Dollar geschätzt, also beinahe Schnäppchen.

Die Rayographen gehören zu den Toplosen, andere MoMA-Werke starten schon bei 1000 Dollar. Da lohnt ein Blick in den Katalog.

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