Sonntag, 16. Juni 2019

Tipps von Profiinvestoren Hier holen sich Geld-Gurus ihre Rendite

Wo investieren heute eigentlich die Profis? Wo erzielen sie noch Renditen? manager magazin hat bei sieben der weltweit erfolgreichsten Kapitalverwalter genauer hingeschaut
Beverly Hills, Ende April. Im großen Ballsaal des "Hilton"-Hotels hat sich die US-Finanzelite versammelt zur Global Conference des Milken Institute. Darunter die drei Ex-Finanzminister Robert Rubin, Henry Paulson und Tim Geithner, Facebook-Managerin Sheryl Sandberg, Private-Equity-Magnaten wie Stephen Schwarzman (Blackstone Börsen-Chart zeigen) und Hedgefonds-Manager wie Ken Griffin (Citadel). Die Liste der diskutierten Probleme ist lang, sie reicht vom Krieg in der Ukraine über die Euro-Krise bis hin zur Angst vor einem Absturz der chinesischen Volkswirtschaft.

Die Rallye an den Aktien- und Bondmärkten wird - ungeachtet aller Risiken und von kleineren Rückschlägen abgesehen - vorerst weitergehen, da sind sich (fast) alle einig. Der Grund: Die hemmungslose Stützungspolitik der Zentralbanken, die die Menschen dazu verführe, "Risiken einzugehen, die sie sonst nicht eingehen würden", wie Hedgefonds-Manager Griffin konstatiert. Der tiefe Ölpreis ermögliche es der US-Notenbank, die erste Zinserhöhung seit zehn Jahren noch einmal aufzuschieben, glaubt er, bis September oder Dezember.

Profiinvestoren sind trotzdem bereits auf der Hut. Leon Black, gewiefter Chef der Beteiligungsgesellschaft Apollo Börsen-Chart zeigen, hat zuletzt viermal mehr verkauft als gekauft. Aus seiner Sicht haben die Aktienbewertungen ihren Zenit in diesem Zyklus nahezu erreicht. Black rät Anlegern daher, "wählerisch" zu sein.

Vieles von dem, was die besten Moneymanager derzeit tun und kaufen, hat Vorbildcharakter für Privatanleger. Ihre Strategien lassen sich auch in kleinerem Maßstab nachbilden. So wie die Ideen des Hedgefonds-Granden Josh Friedman (Canyon Partners), der als Alternative für renditelose Bundesanleihen neuartige Dividendenbringer (Yield Companies) empfiehlt oder die von CQS-Investor Michael Hintze, der unter anderem auf US-Firmenkredite setzt. Immer mehr Gurus halten inzwischen auch beträchtliche Cashreserven für den Fall eines Crashs, etwa am Markt für US-Anleihen. Schließlich bietet jeder Kurssturz die Chance, mal wieder günstig einzusteigen.

Seite 1 von 8

© manager magazin 7/2015
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung