Dienstag, 28. Januar 2020

Gründerparadies im hohen Norden Was Deutschland vom Gründerparadies Finnland lernen kann

Polar Position: Finnlands neue Digital-Champions
DPA

5. Teil: Traumhafte Zustände

Das Besondere: Tekes-Mittel sind quasi kostenlos, die Agentur erwirbt keine Beteiligungen. Die Hälfte des Budgets schüttet Tekes in Form von Krediten aus. Scheitert ein Startup, muss es das geliehene Geld nicht zurückzahlen. Die Zinsen betragen nur ein Prozent pro Jahr.

Verglichen mit Deutschland sind das nahezu traumhafte Zustände. KfW-Förderkredite müssen in der Regel voll getilgt werden, ein Großteil der öffentlichen Unterstützung wird zudem in kleinen regionalen Fonds zerstückelt. Selbst der mit 500 Millionen Euro Staatsgeld ausgestattete Hightech Gründerfonds kann im Verhältnis zur Bevölkerungszahl mit seinem Pendant aus dem kleinen Finnland (5,5 Millionen Einwohner) nicht mithalten.

Natürlich wird auch im hohen Norden nicht jede Gründung und jeder Förder-Euro zu Gold. Selbst der einstige Star Rovio schwächelt mittlerweile und musste Arbeitsplätze abbauen. Den festen Glauben an die Verheißungen der Digitalwirtschaft hat dies nicht gebrochen. Die nächste Startup-Generation steht schon bereit, um an die Erfolge der Gamer anzuknüpfen. Es sind Unternehmen wie Kiosked, die mit Onlinewerbung dieses Jahr bis zu 50 Millionen Euro erlösen wollen, oder Zen Robotics, Weltmarktführer bei mülltrennenden Robotern.

Von Finnland lernen heißt gründen lernen. Das will Kuusi nun auch Angela Merkel vermitteln, für die das Web ja "noch Neuland ist". Er hat die Kanzlerin zu Slush eingeladen.

© manager magazin 3/2015
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