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Ferrari GTC 4 Lusso: Das rasante Reisemobil

Foto: Ferrari

Testfahrt im Ferrari GTC4 Lusso Platz für drei Mitfahrer und ein großes Ego

Der GTC4 Lusso taugt tatsächlich zum Reisen, macht aber auch ordentlich Krach. So wie es sich für einen Ferrari gehört.

Manchmal verfolgt selbst eine Traditionsmarke wie Ferrari verrückte Ideen: Nun soll ausgerechnet das größte Modell durch "Nutzwert" überzeugen. Der neue GTC4 Lusso, so legen Erfahrungen mit dem Vorgängermodell FF nahe, wird von Menschen gekauft, die rund zehn Jahre jünger sind als die übliche Ferrari-Klientel. Sie suchen und finden bei dem Viersitzer, nebst einem Zwölfzylinder, all jene praktischen Vorteile, die Familienväter zu schätzen wissen: Sitzkomfort, Fahrsicherheit dank Vierradantrieb und einen ernst gemeinten Kofferraum. In einer internen Präsentation zeigt Ferrari ein Foto, auf dem die Bauteile für einen großen Ikea-Schrank im GTC4 Platz finden - mit umgelegter Rückbank und offener Heckklappe. Das reinste Familienidyll.

Wer tatsächlich einen Blick ins Gepäckfach des Ferrari-Flaggschiffs wirft, entdeckt dort einen voluminösen Querhöcker, der sich über die gesamte Breite des Bodens zieht: ein Tribut an das Transaxle-Prinzip - Motor vorn, Getriebe hinten -, das für ausgewogene Gewichtsverteilung sorgt und hohes Tempo in Kurven ermöglicht. Schnelligkeit vor Platz.

Der Transaxle-Test führt mich über die schönsten Passstraßen Südtirols. Die neuartige Vierradlenkung zirkelt den 1,8-Tonner derart scharf um die Spitzkehren, dass der Gran Turismo um die Ecke schießt wie eine Muräne, die nach Beute schnappt. Mit einem raffinierten Konzept aus zwei Getrieben - eins für die Vorderachse, eins für die hintere - verteilt Ferrari die Antriebskräfte präzise auf die einzelnen Räder. Ein aufwendiges, aber innovatives Torque Vectoring, das die Nachteile eines Allradantriebs perfekt ausgleicht.

Dazu liefert der 6,3-Liter-Saugmotor einen Sound, wie man ihn von einem Ferrari erwartet. Auf freier Strecke dreht der große Zwölfzylinder in gewohnter Manier im Nullkommanichts auf über 8000 Umdrehungen - und röhrt, schmettert, trompetet ungehemmt aus zwei Doppelauspuffrohren. Wer mit dem Manettino, Ferraris Wahlschalter auf dem Lenkrad, den Sportmodus einlegt, wird schnell süchtig nach diesem Klang.

Auch das Infotainmentsystem des GTC4 kann sich durchaus sehen lassen. Ein zweiter Touchscreen ermöglicht endlich auch dem Kopiloten, das Navi neu zu programmieren - was leider öfter mal nötig wird. Das neue Programm dirigiert mich mehrfach falsch, schickt mich gleich beim Start in eine Sackgasse.

Mitreisende im Fond sitzen relativ bequem - vorausgesetzt, niemand ist größer als 1,80 Meter. Sonst wird's selbst in Ferraris flottem Reisemobil eng.

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