Range Rover P400 Mildhybrid im Fahrtest Erfolgreiche Spritspar-Diät fürs SUV-Dickschiff

Der Range Rover Vogue P400 lernt per Mildhybrid das Spritsparen - und erzieht ungewollt zur Entschleunigung.
Range Rover Vogue 2020

Range Rover Vogue 2020

Foto: Range Rover
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Fahrtest Range Rover Vogue P400: Enthaltsamer SUV-Koloss Vogue P400 im Schnelldurchlauf

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Range Rover Vogue P400

400 PS / V6-Turbobenziner (48-V-Mildhybrid)
294 kW aus 2996 ccm Hubraum
216 g CO2-Emission

Seit 40 Jahren liefert Range Rover verlässlich den ganz großen Auftritt. Weil ein Geländewagen im Stadtverkehr aber inzwischen leicht in die Rolle des Schurken abgleiten kann, statten die Briten ihren Luxuskoloss im aktuellen Modelljahr mit einer neuen Facette aus: einem Mildhybridsystem, dessen Elektrounterstützung den Spritverbrauch drücken soll.

Am Gewand der seit 2012 gebauten vierten Range-Rover-Generation ändert sich dadurch erst einmal nichts: Leder und Platz satt, Luftfederung und ein ausgefeiltes LED-Lichtsystem sorgen für gediegenes Oberklasseflair.

Der fette Auftritt mit 5 Meter Länge, fast 1,9 Meter Höhe und über 2 Meter Breite schlägt sich nach wie vor in Pfunden nieder. Trotz Alukarosserie ist der Wagen 2,3 Tonnen schwer. Entsprechend gemächlich geht es durch die Kurven, auch wenn der 400 PS starke Dreiliter-Sechszylinder-Motor für kräftig Vortrieb sorgt. Die Domäne des Briten bleibt das entspannte Gleiten hoch über den Niederungen des normalen Autoverkehrs, zumal die Geräuschdämmung vorzüglich ist. Da kann man auch verzeihen, dass der Range Rover bei scharfen Bremsmanövern vorn leicht einknickt.

Überraschend ist, wie gut die Mildhybridkur anschlägt: Bei Autobahnfahrten um die 140 Kilometer pro Stunde genehmigt sich der neue Vogue knapp elf Liter Super auf 100 Kilometer. Über Land sind bei moderater Fahrweise unter zehn Liter drin.

Seine speziellen Stärken spielt der sanfte Riese auf einer winterlichen Fahrt zwischen Sankt Anton und Lech am Arlberg aus. Da zieht der Vogue dank Schneeeinstellung wie auf Schienen über eine frisch verschneite Bergstraße.

Schade nur, dass mehrere Elektroniksysteme des Wagens gestrig wirken. Das Navi etwa braucht gute 30 Sekunden, um die passende Route zu kalkulieren. Der Spurhalteassistent immerhin leistet sich kaum Patzer, die Verkehrszeichenerkennung dafür umso häufiger. Wenig intuitiv funktioniert auch die Sprachsteuerung. Um Ziele einzugeben, muss man sich genau an die vorgegebenen Phrasen halten.

Da hilft dann nur eines: entspannen statt fluchen. Passt ohnehin besser zu diesem Auto.

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