"Die Höhle der Löwen" Diese Start-ups schafften den Durchbruch

Nicht alle Unternehmen, die sich in die Höhle trauen, machen anschließend das große Geschäft. Von 193 teilnehmenden Start-ups schafften nur 36 den finalen Deal. Drei von ihnen gelang der große Durchbruch.
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Die vierte Staffel: Das sind die neuen und alten "Löwen"

Foto: MG RTL D / Robert Grischek

Start-ups haben oft mit Startschwierigkeiten zu kämpfen: Das Produkt macht nicht das, was es machen soll, die Marketingkampagne schlägt nun wirklich überhaupt nicht ein und geschlafen hat man die letzte Woche im Durchschnitt auch nur fünf Stunden pro Nacht. Aber vor allem fehlt es am häufigsten an Investorengeldern und fachlicher Unterstützung.

In "Die Höhle der Löwen" soll genau diese Unterstützung gewährt werden. Prominente Investoren schauen sich in der Sendung auf Vox, die seit 2014 im Fernseher läuft, die Präsentationen von Jungunternehmern an, bewerten sie und entscheiden sich dann entweder alleine oder im Team einen bestimmten Betrag aus privaten Mitteln zu investieren. So sollen Start-ups schneller und effizienter zu großem Wachstum kommen.

Heute, am 5. September, startet offiziell die vierte Staffel (Lesen Sie hier: Das wichtigste über die neuen Gründer). Über die letzten drei Staffeln stellten insgesamt 193 Gründer ihre Ideen vor. Das interessante ist: Nur 36 davon schafften in Folge von Besprechungen und der sogenannten "Due-Diligence-Prüfung" im Nachhinein einen finalen Deal. Bei einer solchen Prüfung wird mit gebotener Sorgfalt das Risiko des Investments geprüft und hin und wieder merken sowohl Investoren als auch Gründer, dass das Arrangement doch nicht so richtig passt.

Trotzdem können einige ehemalige Teilnehmer behaupten, den Durchbruch geschafft zu haben:

"Meine Spielzeugkiste": Spielzeug zum Ausleihen

"Meine Spielzeugkiste"-Gründer Florian Metz und Florian Spathelf (v.l.)

"Meine Spielzeugkiste"-Gründer Florian Metz und Florian Spathelf (v.l.)

Foto: Meine Spielzeugkiste

In der ersten Staffel investierten Jochen Schweizer und Frank Thelen 200.000 Euro in "Meine Spielzeugkiste"  und bekamen dafür 10 Prozent der Firmenanteile. Eine der innovativsten Ideen sollte auch zu einem der besten Deals werden. Für Gründer wie Investoren gleichermaßen. Das Konzept: Anstatt Spielzeug immer wieder teuer einzukaufen, können Eltern gebrauchtes Spielzeug einfach ausleihen - und zwar auch Markenspielzeug.

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Die vierte Staffel: Das sind die neuen und alten "Löwen"

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Beteiligt haben sich hier die Investoren Jochen Schweizer und Frank Thelen, der anscheinend ein glückliches Händchen hat. Denn nach der Show erhöhte er sein Investment sogar um 100.000 Euro. Jedoch holten die Ups und Downs des Unternehmertums die Gründer nachträglich ein: Nach einem geplatzten Millionendeal mit einem großen Medienkonzern mussten massiv Stellen abgebaut werden, das Unternehmen stand sogar kurz vor der Insolvenz.

Mittlerweile hat man sich aber wieder aufgerappelt, auch dank frischer Investorengelder der Löwen. In 2016 verschickte das Unternehmen 6000 Kisten monatlich und kann sich mit einer durchschnittlichen Abolaufzeit von 18 Monaten mit Größen wie Amazon messen, die eine ähnlich loyale Kundschaft haben.

"Von Floerke": Handverarbeitete Herren-Accessoires mit Adelstitel

David Schirrmacher, "Von Floerke"-Gründer und Geschäftsführer

David Schirrmacher, "Von Floerke"-Gründer und Geschäftsführer

Foto: www.vonfloerke.com

Der zweitbeste Deal stammt aus dem Jahr 2015 und konnte zu Anfang gleich drei Investoren überzeugen: Frank Thelen, Vural Öger und Judith Williams investierten 100.000 Euro in das Modeunternehmen "Von Floerke"  und erhielten so 33 Prozent der Firmenanteile. Zwischenzeitlich stiegen Öger und Williams wieder aus.

Inzwischen hat die mm-Redaktion neue Erkenntnisse zu Von Floerke gewonnen. Lesen Sie hier:
Start-up Von Floerke steht vor dem Aus
Von Floerke warb mit Frank Thelen und falschen Geschäftszahlen

Der Gründer David Schirmmacher setzt auf knallbunte Fliegen, Einstecktücher und Krawatten. Alle möglichen klassischen Herren-Accessoires gehören zum Sortiment des Bonner Unternehmens.

Viele hatten laut eigener Angaben dem Löwen Thelen von einem Investment abgeraten, da die Neugründung einer Modemarke unmöglich erschien. Heute ist "Von Floerke" jedoch bei mehr als 2000 Modehäusern gelistet. Im Jahr 2016 machte es mehr als vier Millionen Umsatz und vertreibt seine Produkte zudem über einen eigenen Online-Shop.

"Little Lunch": Die Suppen-Millionäre

Die "Little Lunch"-Gründer, Geschäftsführer und Brüder Denis Gibisch und Daniel Gibisch (v.l.)

Die "Little Lunch"-Gründer, Geschäftsführer und Brüder Denis Gibisch und Daniel Gibisch (v.l.)

Foto: Little Lunch

Die bis dato beste und erfolgreichste Idee stammt nach eigenen Aussagen aus Augsburg: "Little Lunch"  heißt das Start-up und wurde von den Brüdern Denis und Daniel Gibisch 2014 gegründet. Ihre Idee "mit Suppen die Mittagspause zu revolutionieren" kam ebenfalls bei gleich zwei der Löwen an: Frank Thelen und Homeshopping-Queen Judith Williams investierten insgesamt 150.000 Euro für 30 Prozent der Firmenanteile.

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Die vierte Staffel: Das sind die neuen und alten "Löwen"

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Und das hat sich gelohnt: Von zwei auf 19 Mitarbeiter und von 500 auf über eine Million verkaufte Bio-Suppen im Monat. Das Wachstum des jungen Unternehmens schlägt sich seit dem Startschuss in nahezu allen Geschäftsbereichen nieder.

So ist es beispielweise dem Vertrieb gelungen, die Bio-Produkte von "Little Lunch" bis heute in rund 10.000 Supermärkten zu platzieren. Mit großem Erfolg: Im letzten Jahr machte das Unternehmen circa 20 Millionen Umsatz.

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