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Ländereien als Investment: Die Waldmeisterschaft der deutschen Wirtschaftselite

Vermögende in Deutschland Weide, Wald und Weinberg statt Dollar, Dax und Derivat

Egal ob Weiden, Wälder oder Weinberge - vermögende Deutsche legen sich in aller Welt ausgedehnte Güter zu. Das Land selbst ist weitgehend ausverkauft, die Preise steigen. Ein fruchtbares Geschäft.

Auf die Frage, wie viele Kühe er besitze, reagiert Daniel Hopp ziemlich hilflos. "Vielleicht 300", rätselt er und schaut achselzuckend zu seinem Berater Rainer Marquart hinüber. "Nein, nein, Daniel", korrigiert der lachend, "es sind mindestens 3000."

Wo seine drei Milchfarmen mit insgesamt 1500 Hektar liegen, weiß Hopp auch nicht so genau. "Irgendwo im Süden Neuseelands." Woher sollte der 33-Jährige die Region schon kennen? Er war ja noch nie dort, er fliegt nicht gern lange Strecken.

Daniel Hopp, Sohn des SAP-Mitbegründers Dietmar Hopp und Jungunternehmer in Mannheim, überlässt die Betreuung seiner Latifundien im Wesentlichen Ex-BCG-Consultant Marquart. Der reist drei- oder viermal im Jahr ans andere Ende der Welt und sieht nach dem Rechten. Ein knallhartes Geschäft sei das, schließlich müsse man sich um tausend Details kümmern, von der Einstellung des Personals bis zur Überprüfung der Buchhaltung. "Aber das Engagement rechnet sich."

Sogar sehr: Die Rendite aus dem Milchverkauf beträgt 4 bis 5 Prozent vor Steuern. Dazu kommt die Wertsteigerung des Bodens von zuletzt weit mehr als 10 Prozent im Jahr und der glückliche Umstand, dass der neuseeländische Dollar beim Kauf der Bauernhöfe 2011 recht niedrig lag. "Eines unserer besten Investments seit Jahren", freut sich Hopp.

Dabei ging es ihm bei seinem Einstieg in die Landwirtschaft - der ihn schätzungsweise 30 Millionen Euro kostete - weniger um einen möglichst hohen Ertrag. Vielmehr suchte er bei Ausbruch der globalen Finanzkrise eine Alternative zum taumelnden Euro und Schutz vor Inflation.

Deutschlands halbe Industrieelite setzt auf Agrar-Flächen

Das grüne Gold! Seit fünf bis sechs Jahren gibt es einen regelrechten Run auf Wiesen, Wälder und Weinberge. Amerikanische Pensionsfonds und chinesische Staatskonzerne sind dabei, ebenso wie Privatinvestoren - alle mit dem Ziel, ihr Vermögen zu diversifizieren und gegen die Unwägbarkeiten der Märkte abzusichern.

Tchibo-Erbe Günter Herz hat sich in Argentinien eingekauft. Heinz Herrmann Thiele, Eigentümer von Knorr-Bremse, züchtet in Uruguay 8500 Rinder, zudem gehört ihm eine Mangoplantage mit 350.000 Bäumen in Südafrika. Logistikunternehmer Heinz Fiege nennt in Ostdeutschland 4700 Hektar und fast 5000 Kühe sein Eigen. Und der frühere MLP-Chef Bernd Termühlen ist mit mindestens 20.000 Hektar einer der größten Landbesitzer in Europa. "Die Hälfte aller deutschen Industriellenfamilien" verfügt nach Einschätzung Simon Wolks vom Landwirtschaftsunternehmen Germanagrar "mittlerweile über Agrarimmobilien".

Die Preise steigen, egal ob für Maisfelder, Baumbestände oder Rebflächen. Ein Ende dieses Trends ist bislang nicht abzusehen, denn Land wird ständig knapper. Klimawandel, Urbanisierung, Bodenerosion und Verschmutzung - Detlef Schön, Leiter des Farmbereichs bei der Investmentgesellschaft Aquila Capital, rechnet vor, "dass jeden Tag 30.000 Hektar an Nutzfläche verloren gehen, während zugleich die Weltbevölkerung um 200.000 Menschen wächst".

Experten wie Andreas Renner von der Berenberg Bank empfehlen, "in ein ausgewogenes Portfolio immer Agrarland aufzunehmen". Manche Spezialisten raten zu einem Anteil von 5 Prozent am Gesamtvermögen, andere - wie Aquila-Manager Schön - im Einzelfall sogar zu 10 Prozent.

Interessenten können auch Anteile von Aktiengesellschaften erwerben oder sich an Fonds beteiligen. Die meisten Investoren ziehen allerdings den direkten Zugriff auf ihr Eigentum vor.

Investoren reissen sich um Ackerland und Bauernhöfe

Deutschland ist so gut wie ausverkauft. "Die Nachfrage übersteigt das Angebot bei Weitem", sagt Makler Claus Voß. Besonders schwierig sei es, große und zusammenhängende Flächen zu finden, die Voraussetzung für eine effiziente Bewirtschaftung sind.

Am ehesten gelingt das noch in den neuen Bundesländern. Zu DDR-Zeiten wurden viele Parzellen arrondiert und in landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaften eingebracht. Ein Teil dieser Flächen gehört noch immer der bundeseigenen Bodenverwertungs- und Verwaltungsgesellschaft (BVVG). An der Versteigerung der BVVG-Restbestände können sich auch Investoren beteiligen, die nicht aus der Landwirtschaft stammen. Bauern haben jedoch Vorkaufsrecht.

Anleger, die im Osten frühzeitig am Markt waren und ihren Grund durch Zukäufe gezielt erweiterten, besitzen heute riesige Liegenschaften, die den Ackerflächen von 10, 20 oder sogar 30 Dörfern entsprechen. Jürgen Lindhorst, reich geworden mit Immobilien, gehören 22.000 Hektar. Auf etwa die gleiche Größe bringt es die Familie des Möbelherstellers Bruno Steinhoff. Der Müllentsorger-Clan Rethmann gebietet über 7000 Hektar.

Viel kleiner, aber nicht minder rentabel ließ es Ludger Kappenberg angehen. Der Architekt, Betreiber eines Seniorenheimes und Landwirt, ergatterte durch einen Zufall in Brandenburg rund 100 Hektar. 2007 übernahm er den Bauernhof, vor Kurzem hat er ihn wieder verkauft - und dreimal mehr erlöst, als er bezahlt hat. Was nicht zuletzt daran lag, dass zu dem Gelände ein jagdtauglicher Wald gehört. "Es gibt viele Leute, die sich eine Eigenjagd wünschen", weiß Kappenberg, "wenn man die mit anbietet, steigt der Preis automatisch."

Helmig geht Geschäftemachern auf den Leim

Wer in Deutschland nicht zum Zuge kommt, weicht notgedrungen in andere Länder aus. Der Nachteil: Zusätzlich zu den üblichen Risiken (unzuverlässige Pächter, schlechtes Wetter, Schädlingsplagen) haben Investoren in Afrika oder Südamerika häufig mit Korruption und intransparenten Märkten zu kämpfen.

Da kann es schon mal passieren, dass jemand auf unseriöse Makler hereinfällt und sich von der Schönheit der Natur oder überzogenen Renditeversprechen verführen lässt. Everardus Kuttschreutter, der mit dem Handel von Farmen in Südamerika bestens vertraut ist, warnt vor Alleingängen: "Man sollte immer professionelle Unterstützung suchen und vor Ort die rechtlichen Grundlagen mithilfe eines Anwalts prüfen."

Selbst in der Europäischen Union läuft nicht immer alles nach Recht und Gesetz. Beispiel: Rumänien, wo sich unter anderem der Porsche-Clan, die Dorniers und die Hamburger Reederfamilie Rickmers eingekauft haben. Die Preise dort liegen weit unter dem deutschen Niveau, und die Böden sind sehr fruchtbar. Mithin bringen Ackerbau und Viehzucht oftmals gutes Geld ein. Manche Anleger haben aber auch hohe Summen verspielt, wie Lutz Helmig.

Der frühere Eigentümer der Helios Kliniken hat rund 240 Millionen Euro in rumänische Firmen mit 3600 Hektar Boden und einer Großmühle gesteckt. Offenkundig ist Helmig dabei windigen Geschäftemachern zum Opfer gefallen - die Unternehmen wurden ausgenommen, ein Teil des Kapitals ist weg.

Der steigende Holzverbrauch treibt die Preise für Wälder

Bei der Entscheidung für Agrarimmobilien bilden Forstflächen ein ganz eigenes Kapitel. Hier tummeln sich häufig weniger berechnende Strategen, sondern eher naturverbundene Menschen, die sich an der Nachhaltigkeit ihres Engagements ergötzen - und am Wald selbst.

Wenn Christian von Bechtolsheim sich wieder wie ein Kind fühlen will, geht er in seinen Wald. Zwischen zwei Wipfeln hat er sich ein Baumhaus bauen lassen, sechs Meter über dem Boden, wie ein riesiger Hochsitz, mit Stockbetten und Ofen. "A man's toy", sagt von Bechtolsheim. Er übernachte dort gern mit Jagdgästen oder mit seinen Kindern.

Vor gut zehn Jahren hat von Bechtolsheim der BVVG ein knapp 300 Hektar großes Forststück in Thüringen abgekauft. Er wollte an Traditionen anknüpfen; seine Vorfahren waren dereinst in Thüringen ansässig. "Wald ist für mich Familie, Heimat", sagt er. Einen Forst zu bewirtschaften verlangt Geduld. Bis die Stämme gefällt und zu Geld werden, vergehen mitunter Dekaden. Und die Erträge sind nicht üppig.

"Wer in Deutschland auf eine operative Rendite von über 2 Prozent kommen will", sagt Makler Dirk Meier Westhoff, "muss sich schon sehr anstrengen." Die Waldpreise explodieren trotzdem.

Wer Wald besitzt, verkauft nur selten

Mittlerweile werden in Deutschland für gute Lagen bis zu 25 000 Euro pro Hektar gezahlt, vor zehn Jahren waren es noch 10.000 Euro. Der starke Anstieg hängt unter anderem damit zusammen, dass die wachsende Weltbevölkerung immer mehr Holz verbraucht - zum Heizen, fürs Bauen, für Möbel und für die Papierherstellung. Ab 2020 rechnen Fachleute der Europäischen Union allein in Deutschland mit einer "Holzlücke" von 30 Millionen Kubikmetern pro Jahr.

Wälder sind hierzulande noch schwerer zu bekommen als Ackerland, denn die Eigner geben ihre Bäume nur selten wieder her. "Es ist wie bei Großvaters Golduhr: Die verkauft man normalerweise nicht", sagt Michael Rolland von der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Waldbesitzerverbände. Der geringe Handel laufe "flurfunkmäßig", einen richtigen Markt gebe es nicht.

Die "Waldmeister" halten nicht nur aus purer Romantik an ihrem Schatz fest. Sie setzen auch auf die Steuervorteile: Die Areale werden nur zu einem Bruchteil ihres Wertes angerechnet, dem Einheitswert.

Zudem kann Forst als Betriebsvermögen nach einer Sperrfrist von sieben Jahren steuerfrei vererbt werden.

"Vermögenssicherung auf Generationen"

Meist sind es Adelsfamilien wie Thurn und Taxis, Hohenzollern oder Sayn-Wittgenstein-Berleburg, die weitläufige Ländereien besitzen. Zu dem illustren Kreis gesellen sich aber auch Unternehmerclans: etwa die jagdbegeisterte Schnapssippe Underberg oder die Stiftung des Kühlkostherstellers Bofrost. Ihr gehören rund 5700 Hektar in den alten Bundesländern.

Noch beträchtlicher ist der Forstbestand der Merckle-Sippe, den die Angestellten der Firma Blauwald pflegen und hegen. Das Unternehmen, dessen Name eine Anspielung auf den Familiensitz in Blaubeuren ist, bewirtschaftet 11.500 Hektar; das Geschäft rechnet sich.

Blauwald erstand einen wesentlichen Teil seiner Besitztümer vor zehn Jahren vom jungen Fürst Thurn und Taxis - ein ungewöhnlicher, aber lohnender Deal. Zu jener Zeit war Wald günstig, weil die Verwüstungen durch den Orkan Lothar die Hektarpreise tief gedrückt hatten.

"Das ist eine Vermögenssicherung auf Generationen", sagte Patriarch Adolf Merckle damals. Während sein weitläufiges Pharma- und Industrieimperium im Zuge der internationalen Finanzkrise fast zusammenbrach und er sich aus Verzweiflung das Leben nahm, blieb der Forst erhalten.

Wohlhabende Waldlustige weichen auf die USA aus

Da sich die Waldgelüste der Wohlhabenden in Deutschland derzeit kaum befriedigen lassen, investieren viele Anleger jenseits der Grenzen. Etwa in den Vereinigten Staaten, wo Baumbestände deutlich günstiger sind als in Deutschland und die Käufer bei Rechtssicherheit oder Infrastruktur keine Abstriche machen müssen.

Nach dem Vorbild von Universitäten wie Harvard und Yale oder Stiftungen, die seit jeher Teile ihres Vermögens in amerikanische Wälder stecken, hat auch die Bayerische Versorgungskammer dort Geld angelegt. Laut einer Studie der Berenberg Bank erzielten Anleger in den USA von 1992 bis 2012 inklusive Wertsteigerung eine Rendite von über 10 Prozent pro Jahr.

Auch von Bechtolsheim hält intensiv Ausschau nach Kaufmöglichkeiten im Ausland - jedoch nicht für sich selbst, sondern für die Kunden des Münchener Family Offices Focam, dessen Vorstandssprecher er ist. Von Bechtolsheim wird unterstützt von Maximilian Graf von Maldeghem. Er leitet das Unternehmen Latifundium, das nach Flächen sucht und sich um deren Bewirtschaftung kümmert. Ihre Geschäfte organisieren die zwei Manager als Club-Deals, bei denen mehrere Unternehmerfamilien ihr Geld zusammenlegen.

Auf diese Weise kauften von Bechtolsheim und von Maldeghem ausgedehnte Liegenschaften in Uruguay, Neuseeland und Finnland. Der Vorteil für die Kundschaft: Es ist genug Kapital für den Erwerb von rentablen Großflächen vorhanden, obendrein begrenzt die Streuung der Besitztümer über drei Kontinente das Risiko.

Der Klientel bescheren Baum und Borke anscheinend ein nahezu sinnliches Erlebnis. Von Maldeghem erzählt gern, wie er mit einem der Club-Deal- Kunden in einer Cessna über das finnische Focam-Waldstück flog. Der sei ganz berührt gewesen. "Unglaublich! Das gehört jetzt alles uns?"

"Ich mache das für meine Kinder"

Voller Besitzerstolz leuchten auch die Augen von Roman Niewodniczanski. Der hochgewachsene Mann mit dem im Nacken zusammengebundenen Haar steht zwischen seinen Reben am Saar-Ufer. Er bückt sich und schaufelt mit beiden Händen körnigen Boden nach oben. "Das ist unser Kapital: reiner Schiefer, auf ihm gedeihen die besten Weine."

Der Miteigentümer der Bitburger Brauerei erfüllte sich, nachdem er als Unternehmensberater gearbeitet hatte, einen Lebenstraum: Mit den Erträgen des familieneigenen Bierreiches erwarb er im Jahr 2000 ein heruntergekommenes Weingut und machte eine Winzerausbildung. Heute gehören ihm rund um das Örtchen Wiltingen 63 Hektar.

Der Mann ist ein Besessener. Schon frühmorgens um sechs Uhr kraxelt er mit seinen Mitarbeitern auf den extremen Steillagen herum. Er will die Tropfen von Saar und Mosel wieder zu dem machen, was sie vor hundert Jahren einmal waren - Spitzenweine, die zu Höchstpreisen an Luxushotels in der ganzen Welt geliefert wurden. Einen Teil der Wegstrecke hat der 46-Jährige schon geschafft: Seine Weine werden mit Auszeichnungen überhäuft.

Für Niewodniczanski ist all das mehr als nur Liebhaberei. Er hat sich für seine Weinberge verschuldet und möchte natürlich, dass sich die Investition auszahlt. Seit fünf Jahren schreibt Gut Van Volxem operativ schwarze Zahlen. Der Wert der Rebflächen liegt gegenüber dem Einstandspreis beim Drei- bis Fünffachen. Trotzdem sagt Niewodniczanski: "Das Kapital, das ich reingesteckt habe, kann ich zu Lebzeiten nicht zurückverdienen; ich mache das für meine Kinder."

Verglichen mit Schaffarmen, Ackerböden und Wäldern haftet der Investition in Weinberge etwas Versponnenes und Exklusives an. Doch das Klischee trügt.

Die Nachfrage nach Weingütern übersteigt das Angebot

Christoph Hinderfeld, der beim Kauf und der Entwicklung von Rebflächen berät, sitzt auf der Terrasse seiner stattlichen Villa am Ortsrand von Wachenheim und schaut hinüber auf das pfälzische Deidesheim. Zwischen den beiden Ortschaften gedeihen Tausende von Weinstöcken. "Vor 20 Jahren wurde mir hier in der Gegend eine sehr gute Lage für 50.000 Euro pro Hektar angeboten", erzählt der Ökonom. Leider habe er damals ausgeschlagen. Heute erreichten die Preise bis zu zwei Millionen Euro.

Neben vermögenden Deutschen suchen seit zwei bis drei Jahren verstärkt auch Ausländer nach fruchtbaren Hängen und Hügeln: reiche Inder, Araber, Russen und Chinesen. Fast wöchentlich habe er mit Geschäftsleuten aus dem Reich der Mitte zu tun, berichtet Hinderfeld. Aber nicht jedem kann er seinen Kaufwunsch erfüllen, denn es stehen in den begehrten Anbaugebieten nur winzige Parzellen zur Verfügung.

Glück hatten der Fernsehmoderator Günther Jauch und seine Frau: Sie konnten 2010 das einstmals berühmte Gut von Othegraven an der Saar von einer Verwandten übernehmen. Andere Hobbywinzer wie der Supermarktbetreiber Erivan Haub (Kaiser's) kauften heimische Rebflächen ein, als die Nachfrage noch nicht so groß war.

Probleme mit dem Personal

Viele Deutsche haben auch im Ausland zugegriffen - besonders in Südafrika. Die Familie Schörghuber, vermögend geworden mit Brauereien und Immobilien, produziert am Kap ihren eigenen Wein. Ebenso das Ehepaar Elke und Friedrich-Wilhelm Dauphin.

Die beiden Unternehmer, die im Kerngeschäft Büromöbel fertigen, sahen das Weingut in Franschhoek zum ersten Mal 1999. "Wir haben uns sofort verliebt", erinnert sich Friedrich-Wilhelm Dauphin, "aber natürlich sollte der Betrieb auch Gewinn abwerfen." Ein hehres Ziel, das 14 Jahre lang unerreichbar blieb.

Die Dauphins hatten unterschätzt, wie schwierig es ist, einen Hof aus 10.000 Kilometern Entfernung zu bewirtschaften. Schludrige Handwerker und vor allem das Problem, qualifiziertes und zuverlässiges Personal zu finden, verwandelten das Gut Allée Bleue in ein schwarzes Loch. "Wir hatten Mitarbeiterinnen, die schleppten abends unterm Rock das Fleisch mit nach Hause", erzählt Elke Dauphin.

Seit 2013 erzielt die Farm, auf der auch Persimonfrüchte geerntet, Kräuter angepflanzt und Hotelgäste bewirtet werden, halbwegs Gewinne. Es ist eben beim Weinanbau in Südafrika genauso wie beim Holzschlag in der Eifel oder bei der Viehzucht auf dem mecklenburg-vorpommerischen Darß: Nicht das operative Geschäft ziert die Bilanz, sondern der Wertzuwachs von Grund und Boden.

Kaum ein Investor sucht den schnellen Exit

Noch ein Charakteristikum verbindet die verschiedenen Arten der Vermögensanlage in der Landwirtschaft: Eine Liegenschaft bekommt man dank der überbordenden Nachfrage leicht wieder los. "Ein Haus in Hamburg zu verkaufen dauert in der Regel länger als einen Milchbetrieb in Australien zu veräußern - der ist meist binnen wenigen Monaten weg", sagt Agrarökonom Schön.

Doch den schnellen Exit wollen die wenigsten Investoren. Die meisten betrachten ihre Latifundien als langfristiges Instrument zur Kapitalvermehrung.

Hopp und sein Berater Marquart jedenfalls denken nicht daran, die Kühe in Neuseeland wieder herzugeben. Im Gegenteil: Sie wollen die Effizienz der drei Farmen verbessern und erwägen, auf den externen Dienstleister zu verzichten, der sie beim Betreiben der Güter unterstützt. Immerhin verlangt der pro Jahr eine Gebühr, die knapp 1 Prozent vom eingesetzten Kapital beträgt. "Wenn wir die Verwaltung allein machten, würde unsere Rendite noch einmal deutlich steigen", sagt Hopp.

Neuseeland kennt Daniel Hopp nicht, seine Gewinn-und-Verlust-Rechnung dafür umso besser.

"Lesen Sie mehr über die reichsten Deutschen im manager magazin Spezial 10/2014."

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