Montag, 24. Februar 2020

Drei Designer über Vergangenheit und Zukunft Wie funktioniert eigentlich Retro?

Zeitloses Design, avantgardistische Mode und wissenschaftlicher Fortschritt. Wir haben drei Designer und eine lebende Legende danach gefragt, wie Vergangenheit und Zukunft unser Tun beeinflussen.

Einer für alle Der Mazda Miata, in Europa als MX-5 bekannt, wurde vor 30 Jahren vorgestellt. Der kleine, wendige Roadster bereitete den Boden für Autos wie den Audi TT oder den Mercedes SLK
Bob Hall , 66, hat sich als Autojournalist international einen Namen gemacht. Der Kalifornier, ein Fan offener britischer Sportwagen, gilt als Erfinder von Mazdas Kultcabrio MX-5

Die Sehnsucht nach der Vergangenheit wächst mit großen gesellschaftlichen Veränderungen. Globalisierung und Digitalisierung markieren derzeit so einen Epochenwechsel.

Klassiker wecken in vielen Menschen positive Erinnerungen an eine Zeit, in der sie sich womöglich wohler gefühlt haben als heute - sie berühren unser Unterbewusstsein. Als Produktentwickler hat man immer die Wahl, etwas völlig Neues zu machen oder ein Erfolgsrezept so zu variieren, dass der bekannte Grundgeschmack erhalten bleibt.

Ein gutes Beispiel dafür, wie Retrodesign funktioniert, ist der VW-Beetle: Ein Konzept ist dann erfolgreich, wenn das Remake dicht genug am Original - in diesem Fall dem Käfer - bleibt und gleichzeitig weit genug weg ist, damit neue Fans aufspringen. Angenommen, Sie drehen einen erfolgreichen Film. Die meisten Studios werden Sie besser für eine Fortsetzung bezahlen als für ein komplett neues Drehbuch. Die Sorge, der zweite Film könnte floppen, ist größer als der Mut zum Risiko. Die Angst vor einem Misserfolg blockiert oft die Suche nach Unbekanntem, das womöglich besser sein könnte als das Gewohnte. Aber Risiken gehören zum Leben, und Fortschritt findet nur dann statt, wenn man den Mut aufbringt, Dinge zu verändern.

Aufgezeichnet von: Aicha Reh

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