Dienstag, 25. Juni 2019

Geldanlage Die sieben häufigsten Renditefallen

Fondsmanager: Helden von einst
REUTERS

Selbst Geldanlage-Gurus wie Mark Mobius, Edouard Carmignac und Warren Buffett sind keine Erfolgsgaranten mehr. Wie man die sieben häufigsten Ertragsfallen umgeht.

Hamburg - Mark Mobius (77) sitzt im Café des feinen "Elysée"-Hotels an der Hamburger Rothenbaumchaussee und sieht genau so aus wie auf dem Buchumschlag seiner Autobiografie. "Vater der Emerging Markets Funds" und "Indiana Jones der Emerging Markets" nennt er sich in dieser Lebensbeschreibung, die ein japanischer Manga-Autor als Comic gezeichnet hat. Nach Hamburg ist der Fondsmanager mit dem Firmenjet gereist, einer Gulfstream.

Glatze, heller Anzug, Privatjet: Das sind Mobius' Markenzeichen. Seit 1987 investiert er für die Fondsgesellschaft Franklin Templeton in Schwellenländer-Aktien. Der zweistrahlige Jet trägt ihn an mehr als 200 Tagen im Jahr um die Welt. In Manila geriet "der kahlköpfige Adler" (so der Titel von Kapitel eins des Comics) 1989 in den Kugelhagel eines Militärputsches.

Seinen Gastgebern, die angesichts des siebten Putschversuchs binnen drei Jahren verzagt vor ihm saßen, spendete der Guru aufmunternde Worte: "Höheres Risiko und höhere Renditen, das ist die Natur der Schwellenländer." "Vielen Dank, Dr. Mobius", riefen die so getrösteten Philippiner.

Heute in Hamburg muss Mobius wieder trösten, diesmal allerdings seine Anleger. Denn sein großer Fonds läuft schlecht. "In den Schwellenländern ist Wachstum", sagt er unbeirrt, "es gibt viele gute Investmentchancen."

Die alten Rezepte funktionieren nicht mehr

Warum aber beflügelt das dann den 1,1 Milliar- den Dollar schweren Templeton Emerging Markets nicht? Der hängt dem Schwellenländer-Aktienindex seit Jahren hinterher. "Wir schauen nicht auf den Index, das ist nicht unser Maßstab", entgegnet Mobius.

Doch mit solchen Ausflüchten kommt er bei seinen Geldgebern nicht mehr durch. Seit dem Jahr 2003 ist seine durchschnittliche Performance schlechter als die anderer Fondsmanager. "In Marktrallys ebenso wie in Abschwungphasen", kritisieren die Analysten des Research-Anbieters Morningstar. Ihr Rating lautet daher: "Negativ".

Selbstbild und Leistung klaffen inzwischen bei vielen Fondsmanagern weit auseinander, nicht allein bei Mobius. Helden wie Warren Buffett, Bill Gross oder Jim Rogers zehren vom Ruhm vergangener Tage, viel mehr als Mittelmaß fördern sie kaum noch zutage. Vor der Finanzkrise fiel dies meist nicht weiter auf, denn Wirtschaft und Börse florierten, Anleihen brachten auskömmliche Renditen ein. Die blutleere Konjunkturerholung in den USA, Europa und Japan, die nachlassende Dynamik in den Schwellenländern und das Dauerzinstief legen die Schwächen der Gurus nun gnadenlos offen.

Die alten Rezepte funktionieren nicht mehr. Wer sich von einem Fonds heute noch eine auskömmliche Rendite verspricht, sollte wissen, wo die Gefahren lauern.

© manager magazin 12/2013
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