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TED-Talk-Chef Chris Anderson über Rhetorik Bloß keine Angeber und Flachredner

Chris Anderson, Chef der TED Talks, hat einen Rhetorikleitfaden für das Digitalzeitalter verfasst.

Steve Jobs, 2011 gestorbene Ikone der Tech-Szene, war kein rhetorisches Naturtalent. Seine Livepräsentationen probte der frühere Apple-Chef stundenlang. Auch Multimilliardär und Weltenretter Bill Gates übt akribisch für Auftritte. Daniel Kahneman, Psychologe und Nobelpreisträger, hat schon Hunderte Reden gehalten – und gerät ohne Stehpult immer noch leicht aus dem Konzept.

Buchautor Chris Anderson kann das beurteilen, denn er hat sie alle erlebt. Anderson ist Chef, Kurator und Rhetoriktrainer bei TED (Technology, Entertainment, Design).

Seit mehr als 25 Jahren bringt die Non-Profit-Initiative Menschen auf die Bühne, die etwas zu sagen haben. Maximal 18 Minuten Vortrag sind erlaubt, rund eine Milliarde Internetabrufe hat TED bislang gesammelt. Die Digitalwelt, so Anderson, führt zu einer Renaissance des gesprochenen Wortes, die im besten Fall die Magie von Lagerfeuergeschichten besitzt.

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In "TED Talks" erläutert Anderson den Weg zur geschliffenen Präsentation. Denn Momente der Peinlichkeit erleben nicht nur die Schüchternen, denen vor Publikum die Worte fehlen (Anderson: auswendig lernen, bei 18 Minuten Talk dafür 5 bis 6 Stunden einplanen), sondern auch die Angeber und Flachredner, die ihre Zuhörer mit Stereotypen verjagen ("meine großartige Company", ",mein talentiertes Team"); Gemeinplätze, die man auf jeder Hauptversammlung hört.

Wer am Lagerfeuer Gehör finden will, braucht überzeugende, spannende Geschichten. Angeborene Coolness hilft, eine Idee und ein roter Faden sind besser. Lässt sich der Plot nicht in 15 Worten zusammenfassen, ist er keiner. Der TED-Chef gibt etliche Beispiele für lebendigen Stil und verrät, wie man on Stage die Nerven behält. Persönliches preiszugeben - – viele Redner hassen das -– hält er für das wirksamste Erfolgsrezept. So gesehen bleibt Redekunst vielleicht die letzte Domäne des Menschen beim Vormarsch der Roboter: Charisma lässt sich nicht programmieren.

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