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Bonusprogramme: Welche Hotelketten am meisten bieten

Foto: Al Maha

Die besten Bonusprogramme der Hotels Wo sich Punktesammeln richtig lohnt

Luxuriöse Wasservillen, ein Unterwasserrestaurant, eine 500 Meter lange Brücke über eine türkisfarbene Bucht, in der Mantarochen ihre Bahnen ziehen. Das "Conrad Maldives Rangali Island" Resort kann man buchen. Was man nicht dazubuchen muss: den opulenten Obstkorb und die Flasche Champagner, die bei Anreise auf dem Zimmer warten, die leckeren Törtchen, die nachmittags serviert werden, sowie die Drinks und Snacks in der Happy Hour. All das ist gratis - zumindest für die Gold- und Diamond-Mitglieder des Hilton-Treueprogramms.

Das Ranking der weltweit wichtigsten Hotelbonusprogramme. Club Carlson heißt mittlerweile Radisson Rewards.

Das Ranking der weltweit wichtigsten Hotelbonusprogramme. Club Carlson heißt mittlerweile Radisson Rewards.

Wohlfühlfaktor Bonuspunkte - Alexander Koenig, Gründer der Vielflieger- und Reiseberatung First Class & More, untersucht seit Jahren, wie die großen Hotelketten ihre Kunden "an sich zu binden versuchen". Exklusiv für manager magazin hat Koenig errechnet, welche Programme der Hoteliers sich für deutsche Gäste besonders lohnen. Die Studie beschränkt sich auf Ketten mit vielen Vier-Sterne-Plus- und Fünf-Sterne-Häusern - und umfasst nur jene Programme, die im Tausch für gesammelte Punkte Freinächte anbieten (siehe Tabelle links). Koenigs Fazit: "Wer sich nicht registriert, verschenkt bares Geld."

Allerdings hat im Vergleich zur Studie vor drei Jahren der Punktewert abgenommen. Bedeutet: Für eine kostenlose Übernachtung gehen heute mehr Punkte drauf. Dafür bieten die Hotels mehr Statusvorteile und andere Benefits. Das Members-only-Paket, mit dem die Bonusprogramm-Mitglieder sich vom Rest der Gäste abheben: früher Check-in, später Check-out, Gratisfrühstück, besonders schnelles Internet, exklusive Events sowie Zimmer-Upgrades; bei Starwood und Hyatt bekommen Topmitglieder sogar eine Suite zum Zimmerpreis.

Punktesammeln lohnt sich selbst für Gäste, die nur selten in Hotels absteigen. Wer 48 Euro in die Hilton-Kreditkarte investiert, ist (ohne eine einzige Übernachtung) automatisch Gold-Member bei Hilton Honors und kann gratis frühstücken, Upgrades einfordern - oder sich auf den Malediven täglich zur Happy Hour mit Häppchen eindecken. Beim Rivalen Accor lohnt es sich, jährlich 90 Euro für die Ibis- Business-Card auszugeben. Mit der Budget-Häuser-Karte erlangt man den Accor-Goldstatus, was den Aufenthalt in den Sofitel-Luxusherbergen komfortabler macht.

Sieger des diesjährigen Rankings ist indes Starwood mit seinem Preferred-Guest-Programm, kurz SPG. Die Ketten Marriott und Starwood fusionierten 2016 zum weltgrößten Hotelkonzern, mit 6500 Hotels und mehr als einer Million Betten, die unter gut 30 Marken geführt werden, darunter Ritz-Carlton, Sheraton und Westin.

SPG hat das beste Portfolio an Luxushäusern. (Club Carlson heißt mittlerweile Radisson Rewards.)

SPG hat das beste Portfolio an Luxushäusern. (Club Carlson heißt mittlerweile Radisson Rewards.)

Reiseexperte Koenig hält das Produktportfolio des Konzerns für "hervorragend": Drei von vier Häusern der Kette zählen zum gehobenen Segment (siehe Grafik links), mehr als bei jeder anderen. Noch dazu decken sie die beliebtesten Reiseziele ab. Skurril: Wer mit 50 Übernachtungen bei Starwood den Platinum-Status erlangt, erhält ihn zugleich auch für Marriott, obwohl man dafür dort 75 Nächte bräuchte. Ab August 2018 werden die Programme von Starwood, Marriott und Ritz-Carlton angeglichen. Es gibt dann trotz unterschiedlicher Namen im Hintergrund nur noch ein Bonusprogramm, das ab 2019 dann auch unter einem gemeinsamen Namen laufen soll.

Vielflieger können beim SPG-Programm Hotelpunkte in Flugmeilen umwandeln. Und gelegentlich gibt es Angebote mit Erlebnischarakter: VIP-Karten für Konzerte (inklusive Backstage-Pass) oder persönliche Treffen mit Formel-1-Fahrern. Was allerdings sehr viele Punkte kostet. Die einzige Schwäche des SPG-Pakets sieht Koenig in dessen niedrigem Payback-Wert. Bei den geldwerten Freinächten, die ein Gast für seine Punkte bekommt, schneidet Hyatt besser ab.

Belohnung durch "Member Rates"

Bei den meisten Bonusprogrammen lässt sich ohne besonderen Aufwand ein Payback von rund 15 Prozent erzielen. Kunden, die direkt buchen und Portale wie Booking.com, Hotels.com oder HRS umgehen, werden mit "Member Rates" belohnt: Wer sich registrieren lässt, dem werden Zimmer fast immer um 5 bis 10 Prozent günstiger angeboten als bei den Suchmaschinen.

An zu viel Transparenz haben die Hotels indes kein Interesse. Wer mit Punkten bezahlen will, stößt nicht selten auf Hürden: Bei Starwood gehe das laut Koenig "sogar so weit, dass man bei den Tophotels die Preise in Punkten nicht online abrufen kann". Dazu müsse man sich ans Callcenter wenden.

Schlafrendite von 50 Prozent

Immerhin: Anders als bei den Meilenbonusprogrammen der Airlines ist es bei allen Hoteltreueangeboten möglich, Punkte auf andere Teilnehmer zu übertragen. Auch kooperieren etliche Herbergen mit Fluglinien - Starwood etwa mit Delta, Emirates und China Eastern. Topkunden genießen also automatisch einen besseren Status bei der jeweiligen Airline.

Besonders findige Punktesammler kommen so schnell auf 20, manchmal sogar bis zu 50 Prozent Schlafrendite. Bedeutet: Eine Hotelrechnung von 1000 Euro erhöht das Punktekonto um Punkte im Wert von 200 bis 500 Euro. Mit ein wenig Geschick lässt sich an eine Woche Luxusurlaub so eine Woche gratis in einem günstigeren Hotel dranhängen.

Zu lange sollte man damit nicht warten, sonst gehen die Guthaben verloren. Das strengste Programm, Le Club AccorHotels, verlangt alle zwölf Monate einen Aufenthalt. World of Hyatt und Club Carlson sind da deutlich großzügiger, dort genügt es, alle zwei Jahre mal einzuchecken - oder Punkte zu verschieben.

Die neue Erlebnisorientierung drückt sich mittlerweile auch in der Terminologie aus: Die World of Hyatt etwa ersetzte ihre Edelmetall-Levels durch Discoverist, Explorist und Globalist. In gefühligen Werbevideos umarmen fremde Menschen einander. Einem eher nüchternen Reiseblogger wie Tim Winship ist das fast schon zu viel: "Kunden suchen bei Treueprogrammen keine Seelenverwandten. Sie wollen einfach nur ein besseres Zimmer, Premiuminternet und einen späten Check-out."

Das geht immer.