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Alpina B6: Power mit Understatement

Foto: ALPINA Burkard Bovensiepen GmbH + Co. KG

BMW Alpina B6 im Test Ferrari-Jäger mit Tarnung

Der Alpina B6 sieht wieder aus wie ein ganz normaler BMW - und ist doch alles andere als gewöhnlich.

Alpina ist bekannt dafür, Understatement bis zur Verwechselbarkeit zu betreiben: Sämtliche Alpinas basieren aufBMW-Modellen - und sehen auf den ersten Blick auch exakt so aus. Erst wer genauer hinguckt, erkennt, wo technisch und aerodynamisch hochgerüstet wurde. Die Allgäuer Manufaktur baut gerade mal 1700 Fahrzeuge pro Jahr, nicht einmal halb so viele wie Aston Martin. Exklusivität ist also garantiert.

Der Alpina B6 bringt es auf 600 PS - 40 mehr als der BMW M6. Das macht den Viersitzer 330 Stundenkilometer schnell - kaum ein Wettbewerber hält da mit. Selten war ich auf eine Ausfahrt so gespannt.

Technik

600 PS/441 kW

219 g/km CO2 EmmissionDynamik

4,2 Sekunden Beschleunigung von 0 auf 100 km/h

330 k/mh SpitzengeschwindigkeitPreis ab

128 600 Euro

Obwohl bei meinem Testwagen nur das Lenkrad mit dem speziell behandelten Lavalinaleder verkleidet wurde, riecht das ganze Auto danach. Der Motor brummt dezent, aber kernig und vor allem: ohne digitale Kosmetik. Die aufwendigen Sessel sind ultrabequem, ihre verstellbaren Seitenwangen geben perfekten Halt. Alle Bedienelemente stammen aus der Großserie von BMW, erfordern somit keine Eingewöhnung. Im Guten wie im Schlechten: Wie beim 6er verdeckt der große Dreh-Drück-Kipp-Knopf auf dem Mitteltunnel auch beim Alpina die umliegenden Bedientasten.

Ganz zivil unterwegs

Meine Strecke führt mich durchs Allgäu. Die Autobahn nach Kempten ist frei, schon nach wenigen Kilometern zahlt sich die Aerodynamik des B6 aus: Windgeräusche treten erst jenseits von Tempo 280 auf. Bis dahin fährt sich das Coupé so zivil wie eine Cheflimousine. Kurz hinter Sonthofen biege ich ab Richtung Grasgehren-Alm. Für die engen Kurven des steilen Anstiegs lege ich beim Fahrwerk und bei der Achtgangautomatik den Sportmodus ein. Das macht den Zweitonner so behände wie einen Sportwagen. Erst in "Sport+" schert das angetriebene Heck nach übermütigen Gasstößen am Kurvenausgang aus.

Später setzt Regen ein. Auf nassem Asphalt hat das ESP nun auch beim Anfahren und beim Geradeausbeschleunigen zu tun: Das Sperrdifferenzial in der Alpina-Hinterachse bringt mehr Kraft auf die Räder als üblich. Was diese - bei 800 Newtonmetern Drehmoment, 120 mehr als beim BMW M6 - schon mal durchdrehen lässt. Insgesamt bleibt der B6 aber mühelos beherrschbar.

Auf dem Heimweg übernehmen dann Abstandsautomatik und Tempomat die Kontrolle, besser kann man einen Ferrari und Lambo-Jäger kaum tarnen. Eigentlich das perfekte Bond-Car für den nächsten 007.

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